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The Story Of Theo Schumann The Story Of Theo Schumann
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Theo Schumann – The Story Of Theo Schumann (Golden Rules) Um den Gesamtkontext und die Geschichte von „The Story Of Theo Schumann“, erschienen auf... The Story Of Theo Schumann

Theo Schumann – The Story Of Theo Schumann (Golden Rules)

Um den Gesamtkontext und die Geschichte von „The Story Of Theo Schumann“, erschienen auf dem renommierten und innovativen Golden Rules-Label (der SOUL TRAIN @ soultrainonline.de berichtete: READ MORE), welches sich Soul, Soul und immer wieder Soul auf die Fahne geschrieben hat, vollumfänglich zu verstehen, muss man zurück ins letzte Jahrhundert reisen, in die Wirtschaftswunderjahre der Nachkriegszeit, um genau zu sein, denn dort liegt wie so oft der Schlüssel zur Geschichte um den heute fast vergessenen Bandleader Theo Schumann.

Theodor „Theo“ Schumann wurde 1928 geboren und wuchs in Altenberg im Erzgebirge auf. Er studierte zunächst Klarinette, Klavier sowie Komposition und Dirigieren in Dresden und gründete in der Mitte der Fünfziger Jahre des letzten Jahrhunderts sein erstes Jazz Quintett sowie in der Folge unzählige Jazz-Kombos, Bands, Tanzorchester und Formationen verschiedenster musikstilistischer Couleur.

SOUL TRAIN HOT TIP: Theo Schumann – The Story Of Theo Schumann (Golden Rules)

Roter Faden war bei alldem sein Gefühl für Rhythmus, Groove und erdigen Grip, sodass Theo Schumann gerade in der Retrospektive sicher eine Art Pionier der Musikwelt der damaligen DDR war, der sich um klassischen Jazz, aber eben auch um vermeintlich exotische Musikgenres wie lateinamerikanische Musik mit Calypso oder Mambo verdient machte, sich ebenso aber auch und immer wieder in jenem leicht zugänglichen Schritt bewegte, der damals so genannte Unterhaltungsmusik als Pop-Vehikel ausmachte, ganz so, wie es seinerzeit unzählige Musiker und Bandleader der Ära, vornehmlich aus Deutschland, Österreich und der Schweiz, sozusagen mit regelrecht handwerklichem Habitus machten.

Beispiele dafür gab es zu Hauf, waren diese Bands doch das Rückgrat gepflegter gesamtdeutscher Unterhaltungsmusik schlechthin, irgendwo zwischen Schlager, Beat, Jazz und schierer Instrumentalmusik; Bands und Orchester, die immer wieder auch in den legendären Unterhaltungs- und Spielshows des Westdeutschen Fernsehens in ARD und ZDF, sowie des Österreichischen und des Schweizer TVs, wie etwa „Musik ist Trumpf“, der „Starparade“ oder „Dalli Dalli“, um nur einige ganz wenige zu nennen, ihren Stammplatz fanden.

Die erfolgreichsten und populärsten Bandleader jener Ära, die noch bis weit in die Achtziger Jahre vorhielt, waren, um nur einige ganz wenige zu nennen, Arno „Addy“ Flor, Helmuth Brandenburg, Werner Müller, Heinz Kiessling, Heinrich Riethmüller, Charlie Steinmann, Willy Hoffmann (nicht zu verwechseln mit Opern- und Operettensänger Willy Hofmann) und sogar Paul Kuhn oder der unangefochtene Superstar unter den Instrumental- und Orchester-Leitern der Ära, James Last, die im übrigens immer wieder auch herangezogen wurden, Soundtracks mit ihrem oft auch psychedelisch unterlegtem Sound zu bebildern.

„The Story Of Theo Schumann” schlüsselt diesen fast vergessenen Teil der DDR-Musikgeschichte mit immenser Liebe zum Detail und letztlich mit viel bis dato unveröffentlichtem Material auf, und reiht insgesamt 15 Titeln auf Vinyl aneinander, die einen sehr pointierten, schrecklich unterhaltsamen und abwechslungsreichen, kurzweiligen Bogen spannen durch all jene bereits erwähnten hochmusikalischen Genres und dabei den Groove in Theo Schumanns Schaffen in den Vordergrund stellen und so immens viel Charme und hinreißende Coolness versprühen, dass das Werk, welches vom Golden Rules-Label in enger Zusammenarbeit mit dem Sohn des 1990 verstorbenen Theo Schumann, Roberto Schumann, aus der Taufe gehoben wurde, mit heutigem Ohr wesentlich deutlicher in die Black Music-Ecke, sprich in Soul und Funk, drückt, als das im ursprüngliche Sinne der Fall war.

Mit am Start sind dabei Titel mit so wohlklingenden, Abenteuer-verheißenden Namen wie „Dakka“, „Taifun“, Fresco“, „Fidibus“, „Digedag“ oder „Blaue Stunde“, die den exotisch-lateinamerikanischen Antritt Theo Schumanns und seiner musikalischen Mitstreiter, immer wieder gepaart mit dem besten und tanzbarsten, was Jazz und instrumentale, wirtschaftswunderhafte Schlager-Vollendung so mit sich brachten und bringen, noch einmal deutlich unterstreichen.

Das Album lebt dabei auch und insbesondere von seiner musikhistorischen Aufarbeitung inklusive einer Vielzahl an Foto- und Bildmaterial, einer beeindruckenden Fülle an Infotainment inklusive ausführlicher Liner Notes und natürlich der unwiderstehlich zwischen Tanz-Combo, Jazz-Band, klassischem Rundfunk- und Fernsehorchester und Schlager-Formation pendelnden, musikalischen Coolness und einer hin- und mitreißenden Verzückung, die so viel Spaß macht, das „The Story Of Theo Schumann” von und über Theo Schumann und jenem faszinierenden Stück gesamtdeutscher Musikgeschichte, selbstredend immer wieder auch mit Querverweisen an die eine amtliche Plattenfirma der DDR, Amiga, an dieser Stelle unbedingt die SOUL TRAIN HOT TIP-Krone bekommen muss: „The Story Of Theo Schumann” fasziniert und unterhält mit unglaublicher Aufrichtigkeit, Direktheit und einer zwischenzeitigen Black Music-Coolness, die eben nur ein Label wie Golden Rules so auf den Punkt bringen konnte und kann – wunderbar.

Mehr zu Theo Schumann, zu „The Story Of Theo Schumann”, zum Golden Rules-Label und den Kauf-Link zu „The Story Of Theo Schumann“ gibt es hier:
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Golden Rules-Website: READ MORE
Golden Rules-Shop: „The Story Of Theo Schumann“: READ MORE
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Golden Rules-Bandcamp-Site zu „The Story Of Theo Schumann“: READ MORE

© Michael Arens