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Simply Red – Blue Eyed Soul Simply Red – Blue Eyed Soul
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Simply Red – Blue Eyed Soul (BMG Rights Management/Warner Music) Gerade in Deutschland genießen Simply Red um den charismatischen Mastermind und Sänger Mick Hucknall... Simply Red – Blue Eyed Soul

Simply Red – Blue Eyed Soul (BMG Rights Management/Warner Music)

Gerade in Deutschland genießen Simply Red um den charismatischen Mastermind und Sänger Mick Hucknall regelrechten Kultstatus – der SOUL TRAIN @ soultrainonline.de berichtete unzählige Male.

Seit ihren Anfängen vor rund 35 Jahren machen Hucknall und sein stets in alle Richtungen offener Musikerpool, denn nichts anderes ist Simply Red samt konsequent und regelmäßig neu und erneut gemischtem Line Up, obgleich die mitgelieferte Presseinfo zum neuen Simply Red-Album „Blue Eyed Soul“ davon spricht, dass das Line Up seit 2003 unverändert ist, konsequente Soulpop-Unterhaltung, an der sich immer mal wieder die Geister scheiden, zumindest diese mit musikalischem Feingeist, weniger jene der sehr breiten, schieres Pop-Entertainment-liebende Masse.

Simply Red – Blue Eyed Soul (BMG Rights Management/Warner Music)

Dass sich „Blue Eyed Soul“ diesmal sogar auch im Titel um die eigentliche stilistische Kernaussage von Simply Red, nämlich eben Soul, denn das war sie immer schon, beschäftigt, hat dabei durchaus eine klare Bekenntnisstruktur und unterstreicht eigentlich nur, was eingefleischte Simply Red-Fans, die es, wie bereits eingangs erwähnt, besonders in Deutschland zu Hauf gibt, seit den ersten Alben Mitte der Achtziger Jahre des letzten Jahrhunderts wissen: Simply Red hat im Kern immer Soul-Musik gemacht, diese zugleich stets gespickt mit Pop-Attitüde und unregelmäßig wiederkehrenden Black Music-Bonbons wie lateinamerikanischen Rhythmen und sogar pointierte bis raffinierte Anleihen bei Blues, Jazz oder gar Rock und Reggae.

Dass das neue Werk „Blue Eyed Soul“ und damit die, laienhaft ausgedrückt, so genannte weiße, auch mal Rock-inspirierte, unbedingt harmonische, überwiegend retrospektive Seite des Souls ausleuchtet, ist dabei eigentlich nur eine Fußnote, ist doch die Musik des neuen Longplayers, der einmal mehr hervorragend ausgependelt ist, musikhandwerklich überaus professionell eingespielt wurde und sich in keinster Weise hinter dem bisherigen Simply Red-Album-Repertoire verstecken sollte und braucht, sowieso gerade im idealistischen Bereich immer Soul in all seinen Facetten gewesen.

Das liegt zugleich nicht nur an der außergewöhnlichen und nachwievor mit großem Alleinstellungsmerkmal versehenen Stimme von Frontmann und dem eigentlichen Herz und der Lunge von Simply Red, Mick Hucknall, sondern auch und nachdrücklich am überaus routinierten Zusammenspiel aller beteiligten Musiker, darunter unter anderem Simply Red-Urgesteine wie Gitarrist Kenji Suzuki, Saxofonist Ian Kirkham oder Keyboarder Dave Clayton, um nur einige wenige zu nennen (der SOUL TRAIN berichtete über alle genannten).

Gerade in der Retrospektive als ganzheitliches Konzeptalbum macht „Blue Eyed Soul“ so samt wunderbaren Streicher- und Bläsersätzen eine gefällige bis gute und überraschend abwechslungsreiche Figur und ist erdig und wunderbar grobkörnig, unterscheidet sich aber, so viel Ehrlichkeit sollte und muss sogar sein, von der stilistischen und ideologischen Herangehensweise in keinster Weise von jedem weiteren Simply Red-Album, eine Beschreibung, die übrigens auch auf Mick Hucknalls Soloalben „Tribute To Bobby“ (2008 – eine Hommage an Bobby Bland, der SOUL TRAIN berichtete) und „American Soul“ aus dem Jahre 2012 zutrifft. Gleichermaßen soll und darf dies nicht als negative Fußnote verstanden werden – mit „Blue Eyed Soul“ machen Simply Red nur einfach eben genau dort weiter, wo der Schuster seiner musikalischen Leisten hat, und das ist gut so.

Zusammenfassend und, einmal mehr laienhaft ausgedrückt, braucht also niemand Angst haben vor dem für unbekannte Ohren und nicht ganz tief in Musikanalyse vergrabenen Hörern und Fans umständlichen Titel „Blue Eyed Soul“ der wiederum für Anhänger von Soul und seinem Tochtergenre Blue Eyed Soul durchaus gefeiert werden dürfte.

Simply Red (Photo © Dean Chalkley)

Produziert von Andy Wright (und wieder: der SOUL TRAIN berichtete) wurde „Blue Eyed Soul“, und das ist dann doch ein Unterschied zum bisherigen Simply Red-Album-Output, durchgehend von Michael James Mick Hucknall selbst geschrieben, was mit der lieb gewonnenen Tradition von Simply Red, eben großartige Coverversionen von Soul- und Pop-Hit-Giganten, für den Moment zu brechen scheint, obgleich das ganze Album sich wohlwollend und sozusagen mit einem verliebten Auge an klassischen Soul-Strukturen der Sixties und Seventies anlehnt.

Eine großartige Haptik und Optik und ein Booklet samt Texten und einer wunderschönen Fotostrecke (CD) machen das Album, das übrigens ganz angemessen auch auf Vinyl erhältlich ist, zu einem überaus soliden und gut geschmierten, irgendwie analog dahinklackernden neuen Simply Red-Album, dass sich in die wohlfühlschwere Tradition der Soulpop-Giganten Simply Red um Mick Hucknall dreht wie der Keks um die Schokoladenfüllung..

Neue musikalische oder musikkulturelle Berge versetzen kann und will „Blue Eyed Soul“ von Simply Red, trotzdem gerade eingefleischte Soul-Fans einen Tick mehr Freude am Album haben werden als die breite Soul- und Schmusepop-Masse von der Simply Red sonst zehrt, derweil gar nicht, aber auch schon gar nicht alte und vor allen Dingen erfolgreiche Seilschaften kappen, denen Simply Red ihre gesamte Karriere und ihren gesamten Status als einer der populärsten Pop- und Soul- und damit Black Music-Bands Mitteleuropas überhaupt zu verdanken hat.

„Blue Eyed Soul“ von Simply Red ist also, endlich und schließlich, und das bitte sei unbedingt als Kompliment zu verstehen, nicht mehr und nicht weniger als Simply Red, also business as usual, und das ist zumindest für die immense Fangemeinde von Simply Red eine vortreffliche Nachricht.

© Michael Arens

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