Kancha Lanka Koalition – Kanal
ReviewVerlosung 4. September 2026 Michael Arens
Kancha Lanka Koalition – Kanal (Julian Datta/XJazz Music)
„Kanal“ lautet der, zunächst mal, schlichte Titel des zweiten Albums der Kancha Lanka Koalition aus Berlin, die durch eben diesen, das Cover-Artwork mit der Abbildung des Landwehrkanals und schließlich und endlich durch die Betitelung der Tracks des Albums eine Fahrrad-Reise durch Berlin-Kreuzberg – durch Ost und West – stilvoll und mit unbedingt eigener Handschrift glorreich bebildert.
Dabei ist Jazz nur das stilistische Grundgerüst, auf dem zahlreiche, verschiedene Ideologien und Attitüden aus Funk, Soul, Electronica und wiederkehrenden, teils ambitionierten Groove-Varianten ruhen und gemeinsam sehr schön jene Reise nachzeichnen, die sich auch durch die bereits erwähnte Namensfindung der sechs Albumtitel „Schlesisches Tor“, „Hochbahn“, „Kanal“, „Urbanstrasse“, „Mehringdamm“ und „Gleisdreieck“ Gehör verschaffen – selten wurde eine Reise durch den eigenen Kiez so freudig und kongenial und künstlerisch breit gefächert musikalisch bebildert wie beim zugleich sehr persönlich wirkenden „Kanal“ von Kancha Lanka Koalition.
Gitarrist und Albumproduzent Julian Datta, Bassist Rafael Espinoza, Schlagzeuger Javier Reyes und nicht zuletzt Trompeter Richard Koch alias Kancha Lanka Koalition nehmen dabei auch Ästhetiken der Vergangenheit des unglaublich breit und bunt aufgestellten Jazz-Genres mit auf den auch mal angenehm reduzierten Weg, um ihr eigenes Anliegen, eben ein Jazz-Album mit Groove, Herz und Zugriff, aber ohne jede aufgesetzte Attitüden, auch mal verspielt in Angriff zu nehmen – gerade Tracks wie der Titelsong „Kanal“ bebildern dieses Anliegen überdeutlich.
Ein wenig althergebrachter Jazz Fusion hier, ein Hauch von Bebop dort, tosender Groove an zentralen Punkten oder liebevoll durchsortierte Jazz-Arrangements mit dem Mut zur Lücke an anderer Stelle sind nur einige der Wohltaten, welche das Bildnis namens „Kanal“ von Kancha Lanka Koalition vervollständigen und ein Album ergeben, in der Presseinfo übrigens ganz trefflich „Abstract Funk Jazz“ genannt, welches trotz der Jazz-Heimat ganz viel eigene musikalische, ideologische Identifikation und losgelöste musikalische Wildheit vor sich herschiebt als gäbe es kein Morgen – ein wunderbares Werk, dem hoffentlich viele weitere Alben, Singles und Projekte der sympathischen Berliner folgen werden.
© Holger S. Jansen
VERLOSUNG!
Der SOUL TRAIN verlost -3- Exemplare von Kancha Lanka Koalition – „Kanal“ (CD)!
Einfach eine E-Mail mit dem Stichwort „Kanal“ an soul@(nospam)michaelarens.de – viel Glück!
Mehr Infos zu unseren Verlosungen gibt es hier: SOUL TRAIN-FAQ







