Aktuelles Album : MT Jones – Joy (MT Jones/EMDM)
Als wir im SOUL TRAIN @ soultrainonline.de Ende 2024 erstmalig über den jungen, sympathischen und nicht zuletzt immens talentierten, britischen Soul-Sänger Michael Thomas „MT“ Jones aus dem Musikgeschichtsträchtigen Liverpool berichteten, verriet die „MT Jones“-EP mit lediglich vier Titeln („All I Do“, „Tough Love“, „Put Me Through“ und „Rocking My Boat“) bereits, dass wir es hier mit einem großartigen Vertreter echter, wahrhaftiger, gefühlter und vor allen Dingen gelebter Soul Musik zu tun haben (READ MORE).
Anders, als dies die unüberschaubare Konkurrenz im Deep Funk-Firmament, also Soul und Funk in analogem Kleid, produziert auf analogem Equipment, handhabt, taucht MT Jones tief in eben die Seele des Muttergenres Soul ein und huldigt so nicht nur dem Soul der Sechziger und Siebziger Jahre, sondern ist gerade durch seine Bescheidenheit, seine geerdete und unglaublich unaufdringliche, herzliche, offene, leidenschaftliche und sympathische Art ein Künstler, der Soul macht, lebt, der Soul ist – die Presseinfo nennt dies absolut treffsicher „Timeless Soul“.

MT Jones (Photo @ Jake Lipiec)
Nun legt MT Jones mit „Joy“ sein erstes, abendfüllendes Album vor, welches die liebevolle Intensität des Sängers mit all dieser Zerbrechlichkeit und Sensibilität in seiner Stimme voll aufblühen lässt und Soul mit voller, zugleich hochsensibler Wucht lebt: „Joy“ ist nicht nur ein retrospektives, rückblickendes Hommage-Album an jenen Soul der Sixties und Seventies inklusive der Genreüblichen zarten Anleihen bei Jazz und Blues und altehrwürdigem Rhythm and Blues, es ist ein sensationell gutes Soul-Set, das MT Jones regelrecht aus der Seele spricht, nachzuhören mit jedem Song des exzellenten Albums neu, ganz egal ob Ballade, Midtempo oder Uptempo.
Wieviel Herzblut MT Jones tatsächlich in „Joy“ gelegt hat – bereits im Zuge der „MT Jones“-EP-Besprechung zitierten wir ihn aus der Presseinfo mit den Worten: “Ich wollte etwas kreieren dass sich real anfühlt und vom Herzen spricht.“ – hört und fühlt man dem Longplayer, welchen MT Jones praktisch im Alleingang konzipiert, komponiert, geschrieben und gemeinsam mit Jonathan Quarmby (aufmerksame SOUL TRAIN-Leser werden ihn sicher durch seine Kollaborationen mit und für Lewis Capaldi, die Lighthouse Family, Aura Dione, Beverley Knight, Finlay Quaye, Shaznay Lewis, Kovacs (READ MORE), Eagle Eye Cherry und sogar Schmuse-Soulpop-Superstar James Morrison, um nur einige wenige zu nennen, kennen) produziert hat, in jeder Phase seiner Existenz an – ein kleines, feines Meisterwerk, dem ich mit Genuss und entsprechendem Zungenschnalzen bereits an dieser Stelle die SOUL TRAIN HOT TIP-Krone aufsetze.
MT Jones stellte sich im exklusiven SOUL TRAIN-Interview den Fragen von Deutschlands Soul Musik-Magazin Nummer 1 – dem SOUL TRAIN @ soultrainonline.de – und bestätigt, was bereits seine Musik, was „Joy“ inklusive der energetischen, immens ansteckenden „I Don’t Understand“-Single überdeutlich in die Welt hinausprustet: MT Jones ist authentisch bis in die Haarspitzen und ist dem Soul in einer Art verbunden, die eben genau jenen vorbehalten ist, denen das viel zitierte Muttergenre Soul am Herzen, aber auch in den Füßen und in der Magengrube liegt…

SOUL TRAIN HOT TIP: MT Jones – Joy (MT Jones/EMDM)
Michael Arens: „Dein erstes, abendfüllendes Album “Joy“ zeugt von einem großartigen Herz für das schönste Musik-Genre der Welt – Soul! Das fühlte man auch schon bei deiner „MT Jones“-EP. Wie fühlte es sich an, dieses mal mehr Raum zu haben, um dich zu entfalten?“
MT Jones: „Ich hatte eine großartige Zeit, als ich diese Platte aufnahm. Es ist tatsächlich mein erstes abendfüllendes Album und fühlte sich entsprechend richtig gut an. Es war etwas besonders, in der Zeit zurück zu gehen und etwas zu kreieren, das von Anfang bis Ende fließt. Diese längere Laufzeit im Gegensatz zur EP zu haben, bedeutete auch, dass ich mehr experimentieren konnte, mit verschiedenen Stimmungen und Grooves zu arbeiten und mir Zeit zu nehmen. Ein großer Teil dessen, wie das Album nun klingt, liegt auch daran, wie meine Band und ich das Album aufgenommen haben. Wir haben die Rhythmus-Sektionen zusammen im Studio aufgenommen, und das hat dem Album, wie ich finde, diese besondere Energie gegeben und dieses Gefühl, das sich durch das gesamte Album zieht.“
Michael Arens: „Es ist zu einem sehr großen Teil deine Stimme, die hier das Maß aller Dinge zu sein scheint, so glorreich und genial auch die gesamte Instrumentierung von „Joy“ ist…“
MT Jones: „Ich weiß es sehr zu schätzen, dass Du das sagst. Ich singe so ehrlich, wie ich nur kann. Jeder Song, den du schreibst, bringt einen neuen Stil, eine neue Seite an dir heraus, sodass es meistens das ist, was ich an dem Tag, als der jeweilige Song aufgenommen wurde, gefühlt habe. Das konnte was sein, was ich gerade gehört habe, das meine Ohren eingefangen hat und mich irgendwie inspiriert hat, auf welchem Weg auch immer. Ich neige dazu, nicht allzu sehr darüber nachzudenken, ich spiele den Song einfach, bis er diesen Widerhall hat oder schlichtweg hängen bleibt.“
Michael Arens: „Wie genau schreibst du deine Musik? Wie muss ich mir das vorstellen?“
MT Jones: „Das ist immer unterschiedlich. Normaler Weise kommt immer die Melodie vor den Texten, Aber eben auch nicht immer. Ich neige dazu, durch jammen mit meiner Band zu einer bestimmten Form zu kommen, ich murmle mir dabei meinen Teil, dann kommt vielleicht ein Wort, das hängen bleibt, dabei heraus, dann nehme ich mir dieses Wort vor und der Rest fließt dann einfach…“
Michael Arens: „Das nennt man dann wohl Talent… Welche Rolle spielte dabei Produzent Jonathan Quarmby?“

MT Jones (Photo @ Jake Lipiec)
MT Jones: „Mit Jonathan Quarmby an dieser Platte zu arbeiten war eine großartige Sache. Ich fühle, dass er mich musikalisch genau dahin gebracht hat, wo ich mit diesem Album hinwollte.“
Michael Arens: „Bleiben wir mal kurz beim Name-Dropping. Jalen Ngonda (der SOUL TRAIN berichtete viele male, Anm. d. Verf.), der momentan extrem angesagt ist und in aller Ohr zu sein scheint, ist ein guter Freund von dir, Du hast ja als Band-Mitglied viele seiner Live-Gigs am Bass und an den Keyboards begleitet. Erzähl mir mehr!“
MT Jones: „Jalen ist ein wirklich guter Freund von mir. Wir lernten uns vor langer Zeit kennen und sind oft auf Gigs zusammen aufgetreten und haben über die Jahre viel zusammen geschrieben…“
Michael Arens: „Deine Anfänge reichen, obwohl Du ja noch recht jung bist, viele Jahre zurück, Jahre, in denen Du unter anderem als Straßenmusiker Fußspuren hinterlassen hast, auch damals übrigens schon im Zeichen des Soul…. Wie war das alles?“
MT Jones: „Ja, als Kind und als junger Teenager habe ich das tatsächlich viel gemacht, nur, um da raus zu gehen, um ein wenig Cash für meine Instrumente zu verdienen. Es war rückblickend eine großartige Erfahrung und hat mir als Nebeneffekt beschert, dass ich eben eine Menge spielen konnte und dieses Lampenfieber, an dem ich mal litt, zu überwinden. Was den Soul also solches betrifft so habe ich mich schon immer zu Soul hingezogen gefühlt. Als Kind des Nordwestens kommst du viel in Kontakt mit den Beatles. Ich entwickelte also früh eine regelrechte Obsession mit den Beatles. Wenn du eine Band oder einen Künstler liebst, möchtest du irgendwie auch wissen, was die so an Musik hören, du suchst nach deren Einflüssen und so weiter. Und so lernte ich schnell, dass sie alle amerikanische Musik hörten, Motown, Stax, Brill Building (einige der einflussreichsten Labels im Soul-Kosmos sowie das legendäre Brill Building in New York City, in dem eine unüberschaubare Vielzahl legendärer Soul- und Pop-Größen ihre Songs und Alben aufnahmen, Anm. d. Verf.) etc… Und so wurde auch ich von all diesen Sachen angefixt und entwickelte schnell eine Obsession mit all diesen Dingen…“
Michael Arens: „Zurück zu „Joy“, was eine intensive Lehrstunde in Sachen Soul-Authentizität ist, stilistisch rückbesinnend auf den Soul der Sixties und Seventies, produziert mit höchstmöglichem musikalischem Anspruch, allerdings ohne dabei steril zu wirken, sozusagen erdig, griffig und sehr real. Wie behältst Du während der Entstehung eines Albums wie „Joy“ deinen Fokus? Woher weißt Du, was wann wohin gehört, wie am Ende die Reihenfolge der Songs ist, damit das Album, wie Du sagst, fließt?“

MT Jones (Photo @ Jake Lipiec)
MT Jones: „Wie viele Menschen bereits wissen, gibt es bei einem ersten Album eine Menge Songs, an denen zu herum dokterst. Also herunterzubrechen, welche Songs es am Ende schaffen, zeigte die verschiedenen Seiten meiner Persönlichkeit. Man muss also schon ein echter Halsabschneider sein, um festzulegen, welche Songs es schaffen und vor allen Dingen warum sie es schaffen…“
Michael Arens: „…und dann gibt es das fertige Album, was eben genau diese Reihenfolge der Songs hat – „I Don‘t Understand“ beispielsweise ist der Album-Opener, ein angemessener Platz für diese Knaller-Ohrwurm-Single, um auch mit Worten in der Vergangenheit schieres Wohlfühlen anzuzeigen…“
MT Jones: „Wir haben einige Varianten gegen Ende des Produktions-Prozesses ausprobiert. Nachdem wie eine Weile den Songs zugehört hatten, fühlte es sich sehr klar an, welcher Song wohin gehen würde. Ich bin ja auch ein großer Vinyl-Liebhaber, weswegen ich im Kopf diese Seite A- und B-Struktur in meine Überlegungen mit einbezogen habe…“
Michael Arens: „Schönes Stichwort. Du hattest ja bereits deine „MT Jones“-EP auf Vinyl herausgebracht, sogar als Vinyl-Single, und veröffentlichst auch „Joy“ auf Vinyl. Warum, und wie wichtig ist dir das?“
MT Jones: „Um ehrlich zu sein höre ich Musik in jeder Form. Ich persönlich liebe es einfach, Vinyl zu hören, einfach nur, weil es dich sozusagen ermutigt, von Anfang bis Ende etwas so zu hören, wie es der Künstler vorgesehen hat. Und Du überspringst tendenziell weniger. Aber ich höre auch Musik auf Spotify, YouTube, CDs, im Radio… eben auf allem möglichen. So lange Musik läuft, bin ich glücklich!“
Michael Arens: „Das „MT“ in MT Jones sind eigentlich die Kürzel deiner Vornamen Michael Thomas. Wie sehr trennst Du deine Musik von deiner Persönlichkeit? Oder ist beides eine fest verschmolzene Einheit?“

MT Jones (Photo @ Jake Lipiec)
MT Jones: „Das bin einfach ich, MT für Michael Thomas. Ich habe offensichtlich ein Privatleben. Aber ich versuche, meine Songs so eng wie möglich nach mir klingen zu lassen. Ich bin also sozusagen sehr weit davon entfernt, mich irgendwie verstecken zu wollen…“
Michael Arens: „Was kommt als Nächstes, nach diesem genialen „Joy“-Set, dem wir im SOUL TRAIN gerne die SOUL TRAIN HOT TIP-Ehre erweisen?“
MT Jones: „Das Album kam gerade heraus, es gibt also eine Menge Gigs zu spielen, Reisen, auf Tour gehen, um das Album zu promoten. Ich schreibe ständig Musik, damit verbringe ich so viel Zeit, wie es eben geht… “
Michael Arens: „Eine, DEINE Nachricht an die Leser des SOUL TRAIN @ soultrainonline.de?!“
MT Jones: „Ich würde es lieben, wenn ihr euch die Zeit nehmt, dem Album zuzuhören und ich hoffe, dass ihr es genießt, „Joy“ zu lauschen und mit ihm auf irgendeinem Weg eine Verbindung herzustellen!“
(Der SOUL TRAIN @ soultrainonline.de berichtete immer wieder, in vielen Fällen wiederholte male, über alle in diesem Interview genannten Musiker, Bands, Künstler, Produzenten, Musikschaffende, Labels und Co.!)
© Michael Arens
VERLOSUNG!
Der SOUL TRAIN verlost -5- Exemplare von MT Jones – „Joy“ (CD)!
Einfach eine E-Mail mit dem Stichwort „Joy“ an soul@(nospam)michaelarens.de – viel Glück!
Mehr Infos zu unseren Verlosungen gibt es hier: SOUL TRAIN-FAQ
MT Jones – „I Don’t Understand“ (Official Music Video):







