Yishak Banjaw – Love Songs Vol. 2 Yishak Banjaw – Love Songs Vol. 2
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Yishak Banjaw – Love Songs Vol. 2 (Teranga Beat/Broken Silence) Es kommt viel zu selten vor, dass sich ein Album wie „Love Songs Vol.... Yishak Banjaw – Love Songs Vol. 2

Yishak Banjaw – Love Songs Vol. 2 (Teranga Beat/Broken Silence)

Es kommt viel zu selten vor, dass sich ein Album wie „Love Songs Vol. 2“, der ersten internationalen Veröffentlichung des Äthiopiers Yishak Banjaw, in die SOUL TRAIN-Redaktion verirrt.

All jene, die nun, ironisch aber oft wahr, alleine aufgrund des Namens des Hauptprotagonisten weltfremde, entrückte Weltmusik vermuten, werden hier dankbarer Weise eines besseren, eines viel besseren belehrt: Das eigentlich bereits 1986 (!) aufgenommene Album vermischt Äthiopischen Ethio Jazz-Feinsinn mit der Hitze von Afro Beat, der verspielten Eleganz der populären Instrumental-Musik der Siebziger Jahre und der Einfachheit, die Musik oft gerade wegen dieser spielerischen Eindimensionalität oft zu schieren, immens amüsanten Meisterwerken werden lässt.

ST17_230_R_YISHAKBANJAW_0908In einer fulminanten, unglaublich coolen Mischung, die Fans von Mambo Kurt ebenso begeistern wird wie Freunde von Siebziger Jahre Blaxploitation und Anhänger der spielerischen Feinheiten und folkloristischen Funk-Bekundungen der großen Ethio Jazz-Namen wie Mulatu Astatke – der SOUL TRAIN berichtete immer wieder über alle genannten – läuft der schiefe, Kunststoffartige Grat der Musik von „Love Songs Vol. 2“ des Yishak Banjawbeseelt und fast kindlich vom Band – herrlich verrückt und verrückt schön, das.

Dabei behalten sich die leider nur acht Album-Songs, die übrigens auch gleich den Kern der Casio PT-Keyboard-getriebenen Songs der eigentlichen „Love Songs Vol. 1“ beinhalten, das so aufgrund der politischen Lage am Horn von Afrika nie erschienen ist, ein großartiges Fingerspitzengefühl für Groove, Groove, Groove vor und bringen ihre analogen, wunderbar reduzierten, erzcoolen Vibes mit einem fulminanten Charme an den Tag, dass es einem die Sprache und das Tanzbein verschlägt – das mitgelieferte Booklet (CD) klärt ausführlich über die Geschichte des Albums aus der Feder von Yishak Banjaw Belayne, so der vollständige Name Banjaws, auf.

Auch auf eine Atmosphäreschürende Tempibalance setzt Yishak Banjaw hier, freilich ohne zu wissen, dass unsere verwöhnten, mitteleuropäischen Ohren bei jedem Song immer wieder neu viel zu sehr mit dem Aha-Effekt und dem breiten Grinsen im Gesicht beschäftigt sind.

Fazit: „Love Songs Vol. 2“ von Yishak Banjaw ist ein faszinierendes, uneinholbar cooles Stück Minimal-Black Music-Entertainment, das gerade deswegen danach schreit, unbedingte Fortsetzung zu erfahren.

Banjaws „Love Songs Vol. 2“ erscheint, ganz nebenbei erwähnt, auch auf angemessenem, traumhaftem und authentischem, coolem Vinyl – recht so – SOUL TRAIN HOT TIP!

© Michael Arens