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Tobias Wember & Subway Jazz Orchestra – State Of Mind Tobias Wember & Subway Jazz Orchestra – State Of Mind
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Tobias Wember & Subway Jazz Orchestra – State Of Mind (Deutschlandradio/Unit Records/Harmonia Mundi) Es ist kaum vier Monate her, dass wir im SOUL TRAIN... Tobias Wember & Subway Jazz Orchestra – State Of Mind

Tobias Wember & Subway Jazz Orchestra – State Of Mind (Deutschlandradio/Unit Records/Harmonia Mundi)

Es ist kaum vier Monate her, dass wir im SOUL TRAIN das letzte Album des Kölner Subway Jazz Orchestras, kurz SJO genannt, mit dem Titel „Primal Scream“, besprochen haben.

Mit „State Of Mind“ liefert Dirigent und SJO-Mastermind Tobias Wember nun das Folgewerk ab, welches sich inhaltlich und vor allen Dingen in Sachen Spannungsbogen an den Idealen von „Primal Scream“-orientiert: cineastisch durchtränkte Bläserstiche, atmosphärische Jazz-Breaks, warmer Spielfluss und ein Kopfkinoprovozierender Habitus, der aus „State Of Mind“ vielmehr ein Soundtrack als ein neues Jazz-Album macht.

ST16_197_R_TOBIASWEMBERSJO_2905Posaunist, Komponist, Arrangeur und Orchesterleiter Tobias Wember hält dabei den Fluss der neun Titel von „State Of Mind“ immer bei bester Laune und überschäglich hoher Geschwindigkeit, welches dem Album einmal mehr ein hochwertiges, authentisches Lalo Schifrin-Gefühl (einmal mehr: der SOUL TRAIN berichtete) einflösst, welches das Subway Jazz Orchestra nun mal auszeichnet und die abendfüllende „State Of Mind“-Tour nachhaltig in einen Rahmen gießt.

Auch die Optik und die Haptik stehen dem Kopfkino des geneigten „State Of Mind“-Hörers in nichts nach und addieren eine geheimnisvolle, engmaschige Atmosphäre, die derzeit ihresgleichen suchen dürfte: Tobias Wember und das Subway Jazz Orchestra zeigt hier, wie wichtig es ist, ein Alleinstellungsmerkmal zu entwickeln und konsequent auszuspielen, egal ob im Jazz, im Pop und Rock, im Soul, in orchestraler Musik oder bei vermeintlicher Filmmusik.

Aufgenommen im Mai letzten Jahres im Kölner Kammermusiksaal des Deutschlandfunks und produziert von Wember selbst zeigt „State Of Mind“ von Tobias Wember & Subway Jazz Orchestra, dass der Jazz in Deutschland noch lange nicht in verkopftem Niemandsland versanden muss: das kann was!

© Holger S. Jansen