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Still Parade – Concrete Vision Still Parade – Concrete Vision
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Still Parade – Concrete Vision (Heist Or Hit Records/The Orchard/Membran Music) Still Parade gelingt mit „Concrete Vision“ ein beeindruckendes Debütalbum, welches das beste aus... Still Parade – Concrete Vision

Still Parade – Concrete Vision (Heist Or Hit Records/The Orchard/Membran Music)

Still Parade gelingt mit „Concrete Vision“ ein beeindruckendes Debütalbum, welches das beste aus elektronisch getriebener Popularmusik, der poetischen Sehnsucht von Liedermachern und den Harmonien und Strukturen von Soul und Funk nutzt, ein ausdrückliches Alleinstellungsmerkmal zu kreieren.

„Dream-Folk“ nennt die mitgelieferte Presseinfo das musikalische Phänomen um Mastermind Niklas Kramer aus Berlin und seinem Alter Ego Still Parade und meint die Querverweise auf retrospektive New Romance-Attitüde aus den Achtziger Jahren, auf verträumte Apres-Punk-Ideale und, gerade für waschechte SOUL TRAIN-Jünger faszinierend, auf kalifornische Blue Eyed Soul/AOR-Momente wie beispielsweise bei den magischen und wunderbaren „Let Go“ und „Everything Is Going Down (Again)“.

ST16_211_R_STILLPARADE_1006Immer wieder schweben Sphären und sanfte Nebelschwaden durch den Sound von „Concrete Vision“, welcher durch coole, stampfende Funk-Breaks wie die von „07:41“ (dass 3:13 kurz ist) oder introvertierten B-Boy-Momenten wie bei „Chamber“ immer wieder sanft aber nachdrücklich wachgerüttelt wird – eine wunderbare, kantige und noch lange nachdrückende, andere Art der Gratwanderung.

Die Querverweise sind bei Still Parade derart vielschichtig, dass man an vielen Stellen erst gar keinen roten Faden ausmachen kann, es sei denn, dass eben genau das der rote Faden ist: die Beach Boys, Moby, die Beastie Boys, OMD, The Hollies, Visit Venus aber auch Bob Dylan oder der als Paul Bryan firmierende Sergio Sá (der SOUL TRAIN berichtete immer wieder über alle genannten) sind nur eine winzige Auswahl der Namen, die sich in meinem Kopf an die Oberfläche spülen während ich das kongeniale „Concrete Vision“ von Niklas Kramer alias Still Parade höre.

Was bleibt ist ein Monster-Album neuerer Zeitrechnung, welches in Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft ebenso lebt wie im Kopfkino des geneigten Hörers – ein Traum… ein kleiner und bescheidener zwar, aber ein Traum.

„Concrete Vision“ von Still Parade erscheint übrigens auch auf schwarzem Gold – Vinyl!

© Oliver Gross