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Badi Assad – Hatched Badi Assad – Hatched
3.5
Badi Assad – Hatched (O-Tone Music/Soulfood) Die gebürtige Brasilianerin Badi Assad (der SOUL TRAIN berichtete) wendet sich nach ihren im überwiegendem Masse aus Eigenkompositionen... Badi Assad – Hatched

Badi Assad – Hatched (O-Tone Music/Soulfood)

Die gebürtige Brasilianerin Badi Assad (der SOUL TRAIN berichtete) wendet sich nach ihren im überwiegendem Masse aus Eigenkompositionen bestehenden Werken bei ihrem neuesten Album „Hatched“ Kompositionen anderer Küntsler zu.

Angenehm ist dabei zunächst mal Assads wunderbare, vielschichtige Stimme, deren besonderer Aha-Effekt in ihrem überaus grazilen, mitunter vorsichtigem, charmanten Akzent liegt: Badi Assads Stimme hat einen hohen Wiedererkennungswert.

ST16_161_R_BADIASSAD_1305Songs von Hozier, Mumford & Sons, Skrillex oder Lorde (einmal mehr: der SOUL TRAIN berichtete), um nur einige wenige zu nennen, begehen stilistisch den Raum und die Zeit zwischen populärer Musik, Vocal Jazz, Singer/Songwriter und den unterschiedlichsten Lagen aus Folk-Musik, was dem Werk in Wechselwirkung mit Badis ausdrucksstarkem Organ eine wunderbar erdige Körnung gibt, die zugleich spielerisch fast edel umgesetzt wurde – Widersprüche, die sich anziehen.

Neun Titel lang wird Badi Assad hier von den Routiniers Rui Barossi (Bass) und Simone Sou (Schlagzeug, Perkussion) begleitet – produziert wurde das sehr abwechslungsreich gestaltete „Hatched“ von Ruriá Duprat, der dem Werk die Stimme Assads voransetzt, seine ganz eigene Musikphilosophie freizulegen.

Das mitgelieferte Booklet nutzt Badi Assad dann auch gleich dazu, das Wieso, Warum und Weshalb um ihr neues, abendfüllendes Album „Hatched“ zu definieren – recht so.

Mariangela Assad Simão alias Badi Assad, die bereits seit den späten Achtziger Jahren des letzten Jahrhunderts aktiv ist und bereits über ein Dutzend Alben in ihrer Vita vorzuweisen hat, gelingt mit „Hatched“ ein emotionales, aber auch und in strategisch schlauen Momenten zurückgelehntes Stück Weltmusik, das eine Personalunion mit Vocal Jazz und der Folklore – auch ihrer Heimat Brasiliens – sowie dem Gusto eines typischen Singer/Songwriter-Projektes eingeht – sehr schön, das.

© Dominique Dombert-Pelletier