Peter Gall – Drum Seeds
HOT TIPReview 4. September 2026 Michael Arens
Peter Gall – Drum Seeds (Compost Records)
Schon im Intro, im Tonangebenden Song-Opener „Groove Receiver“ vom neuen Album des kongenialen Drummers Peter Gall, über den wir im SOUL TRAIN @ soultrainonline.de immer wieder berichteten (READ MORE), läuft der Sound und das nach vorne rollende Konzept des Longplayers wie eine Drum-Wand los: „Drum Seeds“ kann was, so viel sei schon jetzt verraten.
In engem Verbund zwischen handgemachten Drum-Rolls und superdigital gezeichneten Electronica-Läufen und wunderbar von traditioneller Jazz-Denke losgelösten Tasten-Impressionen macht sich „Drum Seeds“ eines bestens aufgelegten Peter Gall auf, all diese Komponenten in ein fest verschnürtes Groove-Paket zu verbringen, welches immer wieder die besten Momente eines jener legendären und kaum eingruppierbaren Curt Cress-Solo-Alben (der SOUL TRAIN berichtete immer wieder) einzufangen scheint, um so eine eigene Wegzehrung in Sachen Groove, Groove und immer wieder Groove aufzustellen.

SOUL TRAIN HOT TIP: Peter Gall – Drum Seeds (Compost Records)
Superdynamisch angelegt ist das Erstaunliche am, nach dem immens erfolgreichen und vielfach ausgezeichneten letzten Albums „Love Avatar“, neuen Set des Peter Gall, der in Eigenregie Komponist und Produzent des Werkes ist. die stets hohe Unvorhersehbarkeit und die überraschenden Wendepunkte, die jedoch zu keiner Zeit deplatziert oder aufgesetzt wirken und klassische Schlagzeug-Phrasierung mit der Flächenhaften Mystik elektronisch getriebener Vibes und den Befindlichkeiten retrospektiv angelegter Tangerine Dream-Kraut-Momente (auch über sie berichtete der SOUL TRAIN immer und immer wieder) zusammenbringt und so etwas kreiert, das immer seltener zu werden scheint: Musik mit Kante und eigener Zeichnung.
Peter Galls „Drum Seeds“ ist ein intensives, zugleich cooles und reifes Werk, welches sich nicht ein- oder gar unterordnen möchte, trotzdem aber den Druck in der Magengegend und der Sehnsucht nach lustvoller Electronica- und Schlagwerk-Beschallung voll und ganz entspricht und sogar übererfüllt – ein ausgereiftes, raffiniertes Werk, das entsprechend lange nachschwingt und ein erneutes Hören und weiteres Befassen mit der Materie zwingend einfordert, ohne den Nerv genialen Musikerhandwerkes auszusparen, Ästhetiken aus Drum’n’Bass, Soul, rückbesinnenden, schlagendem New Age-Herz und die Liebe zur elektronisch getriebenen Unvorhersehbarkeit inklusive: harte, zugleich absolut faszinierende Kost, und einer der vielleicht individuellsten SOUL TRAIN HOT TIP-Empfehlungen der letzten Monate.
Das auf dem renommierten Compost Records-Label erschienene „Drum Seeds“-Album ist über die bekannten Digital-, Download- und Streaming-Kanäle sowie als klassische CD und als wunderbare Vinyl-Variante erhältlich.
© Michael Arens








