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Vinicio Capossela – Canzoni Della Cupa Vinicio Capossela – Canzoni Della Cupa
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Vinicio Capossela – Canzoni Della Cupa (La Cupa/ADA/Warner Music) Die bewusste Kurzweiligkeit dieser Album-Besprechung würde, bei aller Liebe, bei weitem nicht ausreichen, alle Aspekte,... Vinicio Capossela – Canzoni Della Cupa

Vinicio Capossela – Canzoni Della Cupa (La Cupa/ADA/Warner Music)

Die bewusste Kurzweiligkeit dieser Album-Besprechung würde, bei aller Liebe, bei weitem nicht ausreichen, alle Aspekte, egal wie faszinierend, innervierend, bizarr, eigenwillig, gefällig, fordernd, seicht, peitschend, provozierend, kulturell erhaben, schräg oder vielschichtig oder schlicht schön diese auch sein mögen, von „Canzoni Della Cupa“, des neuen Albums bzw. Doppel-Albums des in Hannover geborenen und in der Emilia Romagna in Italien aufgewachsenen Vollblutmusikers, Songpoeten, Liedermachers Vinicio Capossela zusammenzufassen.

ST17_143_R_VINICIOCAPOSSELA-1_0705Unterteilt auf zwei CDs, in „Polyere (Dust)“ (Staub) und „Ombre (Shadow)“ (Schatten), schafft Capossela hier zugleich etwas Einzigartiges: Er vermischt die großartigen, unverfälschten und  eigentlich unverrückbaren, ja fast heiligen Traditionen uritalienischer Liedermacher wie Lucia Dalla, Paolo Conte, Edoardo Bennato, Lucio Battisti oder Pino Daniele (der SOUL TRAIN berichtete unzählige male über alle genannten), um nur einige wenige einer langen, beeindruckenden Reihe, welche die deutsche Liedermacher-Szene zutiefst beschämen muss und soll, zu benennen, mit Uramerikanischen Wurzeln der, im Kern, mehr oder weniger retrospektiven, erdigen, bodenständigen, tanzbaren Black Music wie Blues, Roots, Americana, Country, Folk oder Rhythm and Blues.

Als wäre das noch nicht genug und bereits eine Steilvorlage für das Kopfkino addiert er fliegende Tex Mex-Sounds und folkloristische Querverweise aus einem Dutzend Musikkulturen des Erdballs und lässt so, unter stringenter, wohl pointierter Beibehaltung der wunderbaren italienischen Sprache, etwas Entstehen, das, und damit wären wir wieder am Anfang der Besprechung von „Canzoni Della Cupa“ von Vinicio Capossela, vollkommen neu, vollkommen anders klingt und unwiderstehliche Anziehungskraft entwickelt, wenn es um gelebten, erdigen Charme von tatsächlich handgemachter Musik geht.

ST17_143_R_VINICIOCAPOSSELA-2_0705Hinzu kommt, auch das nur unzureichend mit Worten zu beziffern, ein hochwertiges Äußeres, welches den Doppel-Silberling zusätzlich zu einem unbedingten Alleinstellungsmerkmal verhilft: Ein Faltcover entblättert neben den zwei individuell verpackten CDs zwei großformatige Booklets, die neben Fotostrecken, Credits, Texten und kleinen und großen Geschichten zur Musik und dem Kunstprojekt „Canzoni Della Cupa“ keine Wünsche zum Album (sofern man denn des Italienischen mächtig ist) offen lassen und das Set, übrigens mit prominenten Gästen wie Flaco Jimenez, Calexico, Victor Herrero oder Los Lobos (der SOUL TRAIN berichtete), um nur einige wenige zu nennen, aufgenommen, immens, wenn auch eigentlich unnötig, aufwerten.

Elegant verpackt in eine dicke, wieder verschließbare Plastikhülle, welche als fester Händedruck die verschiedenen Unterprodukte zu einem Medienereignis verschnürt, zusammenhält, macht das Doppelalbum so einiges her, optisch als auch haptisch; doch wie hieß es so treffend zu Beginn der Besprechung dieses sehr besonderen Albums: Dass die „bewusste Kurzweiligkeit“ des SOUL TRAIN, schlichtweg nicht ausreichen kann, würde, Vinicio Caposselas „Canzoni Della Cupa“ gebührend und allumfassend vorzustellen. Was bleibt, ist dies: Bravo, Vinicio!

© Dominique Dombert-Pelletier

VERLOSUNG!

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Der SOUL TRAIN verlost 3 Exemplare von Vinicio Capossela – „Canzoni Della Cupa“ (CD)!

Einfach eine E-Mail mit dem Stichwort „VC“ an soul@(nospam)michaelarens.de – viel Glück!

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