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Usher – Hard II Love Usher – Hard II Love
3.5
Usher – Hard II Love (RCA Records/Sony Music) Usher gehört fraglos zu den erfolgreichsten Künstlern, die der „moderne“ R’n’B in den letzten zwei Dekaden... Usher – Hard II Love

Usher – Hard II Love (RCA Records/Sony Music)

Usher gehört fraglos zu den erfolgreichsten Künstlern, die der „moderne“ R’n’B in den letzten zwei Dekaden seit Ushers selbstbenannten Debütalbum 1994 hervorgebracht hat – der SOUL TRAIN berichtete unzählige male.

Viel Wasser ist seither im stilistischen aber auch charakterlichen Strom des Black Music-Genres herunter geflossen, was nun dazu führt, dass das neue Album „Hard II Love“, Usher-Longplayer Nummer Acht, mittlerweile mehr wie eine Lehrstunde in Sachen R’n’Beatbastler denn ein R’n’B-Set alter Schule klingt.

ST16_316_R_USHER_2509Böse Zungen behaupten, dass Usher Raymond IV. diese 22 Jahre seit seinem Debütalbum auch gebraucht hat, erwachsen zu werden, meinen jedoch nur den sowieso oft fahrigen Wert von Charttauglichem R’n’B, wie er zu Anfang der Neunziger Jahre aus dem Genrevorläufer New Jack Swing (auch Swing Beat) entwickelt wurde. Und tatsächlich ist, wie so oft bei breit aufgestellten Meinungen oder Vorurteilen, auch hier ein Fünkchen Wahrheit nicht wegzudiskutieren.

Umso erstaunlicher, wie selbstbewusst sich Usher hier zeigt. Fast elegisch ergeht er sich in kernigen Liebeserklärungen an das andere Geschlecht und nimmt gerne Plattitüden mit, die eigentlich nicht mehr seiner Altersgruppe entsprechen und trotzdem (oder gerade deswegen) gnadenlos funktionieren.

Die überwiegend im Balladesken und im Midtempo-Bereich angesiedelten, immerhin 15 Titel von „Hard II Love“ (CD), machen einen intensiven Eindruck, der dem selbstgewählten Cover-Artwork – Usher als Büste – durchaus gerecht wird – Usher der selbstbewusste Fels in der Selbstdarstellungs-Brandung.

In großen Zügen wird das Album eher die breite Pop-Masse denn einen diffizilen, grazilen Nu-Black Music-Kreis ansprechen, was aber ebenfalls nachvollziehbar ist, gehört doch auch dieses Phänomen spätestens seit der Inthronisierung des R’n’B-Genres in der heute allgemeingültigen Definition des Begriffes – straßen- und breitentauglicher, tanzbarer Soul mit Zeitgeist und Umpf – wie das Salz zur Suppe.

Ushers achtes Album „Hard II Love“ liefert trotz beachtlicher Gästeliste von Neo Soul-Innovator Raphael Saadiq über Latin-Ikone Rubén Blades und die angesagten Vocals von Future und Young Thug bis zum einstigen Soul-Produzenten-Innovator Christopher „Tricky“ Stewart (der SOUL TRAIN berichtete unzählige male über alle genannten) R’n’B-Futter as usual und wird sich verkaufen wie geschnitten Brot, was auf jeden Fall der Zukunft des Genres eine Absicherung geben dürfte, die es auch Usher selbst ermöglicht, mit seinem nächsten Album den vermeintliche Zeitgeist zu reduzieren und den Selbstbewusstseins-Turbo der eigenen Stimme und dem eigenen Schaffenspotential anzuwerfen.

© Lex

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