Tom Gaebel – Perfect Day Tom Gaebel – Perfect Day
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Tom Gaebel – Perfect Day (Tomofon Records/Tonpool) Vielleicht wird bei seinem immensen Erfolg auch eine Rolle spielen, dass Tom Gaebel, mittlerweile an der Spitze... Tom Gaebel – Perfect Day

Tom Gaebel – Perfect Day (Tomofon Records/Tonpool)

Vielleicht wird bei seinem immensen Erfolg auch eine Rolle spielen, dass Tom Gaebel, mittlerweile an der Spitze teutonischer Crooner angelangt, aus der direkten Nachbarschaft von Deutschlands Soul Musik-Magazin Nummer 1 – dem SOUL TRAIN @ soultrainonline.de, nämlich aus dem ehrlichen Gelsenkirchen stammt, behält sich Gaebel doch traditionell eine authentische Bodenhaftung vor, die seine Musik trotz allem bewussten, auch augenzwinkernden Schmalzes überaus sympathisch und leicht zugänglich macht.

SOUL TRAIN HOT TIP: Tom Gaebel – Perfect Day (Tomofon Records/Tonpool)

Dass sein neues, selbstproduziertes Album mit dem eindeutig prophetischen Titel „Perfect Day“ neben wunderbarster Orchester-Fulminanz und ultraeleganten und vollmundigen Arrangements klassischer Schnitttechnik auch jene Momente voller Engelbert Humperdinck-, Paul Anka-, Andy Williams– oder Al Martino-Verschleierung und Verzückung sowie teils toughe und gnadenlos herausfordernde Cover-Versionen wie Survivors legendäre Rocky III-Hymne „Eye Of The Tiger“ mit Bravour meistert und selbstverständlich seine beeindruckend klare, zugleich geerdete Stimme in Einklang bringt mit Ol‘ Blue Eyes Frank Sinatra („The Best Things In Life Are Free“ oder „The Nearness Of You“ sind solche Songs, in denen Tom Gaebel fast erschreckend wie Sinatra klingt) sowie den Schmiss eines Dean Martin regelrecht feinschleift, macht Tom Gaebel samt Eigenkompositionen einmal mehr zu einem Menschen, den man einfach mag, und dem man seinen Anspruch an die eigene Musik – Arrangement und Aufnahme – auf ganz natürliche, organisch fließende Art und Weise abnimmt (der SOUL TRAIN berichtete zigfach über alle genannten).

Tom Gaebel (Photo © Christoph Kassette)

Zwischen der beeindruckenden Big Band-Eleganz und dem, und ich benutze den Begriff durchaus liebevoll und mit einem wehmütigen Tränchen in den Augen, Plüsch der glorreichen Siebziger Jahre (insgesamt sind es 13 Songs – CD) sind durchaus auch Stilblüten wie das James Last-Happy Sound-Monster „Back On The Road“ oder gar ganz zartes Augenklimpern in Richtung des Kings Elvis Presley und James Bond-Soundtrack-Eloquenz, die den Unterschied zwischen Tom Gaebel und der Masse an zeitgenössischen Jazz-Croonern zeigen: Gaebel zeigt bei aller musikalisch notwendigen Brillanz einen festen Griff für die Idee des auch mal etwas verrückten Ausreißens, was ihn als Sänger und Künstler sowie letztlich als Mensch sehr lebensnah und nachvollziehbar und wunderbar geerdet macht; persönlicher Favorit: die versteckte Hommage an Michel Fugain & Le Big Bazars unvergleichlichen Kult-Chart-Hit „Chante, Oui Chante“ aus dem Jahre 1976 (der SOUL TRAIN berichtete), „You Make Me Feel“!

Tom Gaebel legt mit „Perfect Day“ ein musikalisch, der Albumtitel lässt grüßen, ebenso perfektes Album ab, welches sich immer mal wieder was traut und den sonst üblichen Katalog des Crooner-Daseins aufreißt und Stilblüten aus Vergangenheit, Gegenwart und vielleicht sogar Zukunft selbstbewusst ausspielt, ohne rot zu werden – schöne Sache, die sehr frisch und unverbraucht und vor allen Dingen Ruhrpott-typisch ehrlich und bodenständig anzuhören ist – weiter so, Tom, die Gelsenkirchener Heimat wird es dir danken – SOUL TRAIN HOT TIP!

© Holger S. Jansen

VERLOSUNG!

Der SOUL TRAIN verlost 3 Exemplare von Tom Gaebel – „Perfect Day“ (CD)!

Einfach eine E-Mail mit dem Stichwort „Tom“ an soul@(nospam)michaelarens.de – viel Glück!

Mehr Infos zu unseren Verlosungen gibt es hier: SOUL TRAIN-FAQ