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Coladera – La Dôtu Lado Coladera – La Dôtu Lado
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Coladera – La Dôtu Lado (Agogo Records/Indigo) „La Dôtu Lado“, das zweite Album des Coladera-Trios aus Portugal, den Kapverden und Brasilien, klingt wie ein... Coladera – La Dôtu Lado

Coladera – La Dôtu Lado (Agogo Records/Indigo)

„La Dôtu Lado“, das zweite Album des Coladera-Trios aus Portugal, den Kapverden und Brasilien, klingt wie ein Flügelschlag eines Schmetterlings, der wie selbstverständlich den Sommer herbeiwehen möchte – luftig leichte, mitunter gar zuckersüße, hochsensibel ausgespielte Feinsinnigkeiten geben sich hier in Form von elf wunderschönen Songs die Klinke in die Hand.

Immer wieder erfrischend unprätentiös und pendelnd zwischen eben jenen drei sich stets vermischenden, musikalischen Identifikationsbojen brasilianischer, portugiesischer und kapverdischer Musikidentifikation, ist es hier immer wieder die Sanftmut und die spielerische Bescheidenheit und Selbstverständlichkeit, die das musikalische Salz in der „La Dôtu Lado“-Suppe von Coladera macht.

Hinzu kommen unzählige Albumgästeplätze, welche mit, unter anderem, Ana Sofia Paiva, José Eduardo Agualusa, Dino Santiago, Edu Mundo, Bilan oder Marcos Suzano prominent besetzt sind und den eigenen musikstilistischen Weg noch einmal deutlich unterfüttern.

Das überwiegend selbst komponierte und selbstgeschriebene Material des zweiten Coladera-Longplayers „La Dôtu Lado“ ist zugleich ebenfalls hochsensibel angeordnet und schwingt selbstsicher kaum über den tiefenentspannten Klangraum hinaus, der weder behäbigen Balladenschmalz noch übertriebenen Antritt kennt, sondern die elf Respektsbekundungen der folkloristisch inspirierten Klänge Brasiliens, Portugals und den Kapverden mit großartigem Zusammengehörigkeitsgefühl und ganz viel Emotionen ausspielt – recht so.

„La Dôtu Lado“ von Coladera ist ein schlicht schönes, im Kern folkloristisch inspiriertes Weltmusik-Album mit Latin-Spitzen und Liedermacher-Edelmut und erscheint, der schieren Schönheit des Albums entsprechend, auch auf wunderbarem Vinyl.

© Dominique Dombert-Pelletier