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Ben Caplan – Old Stock Ben Caplan – Old Stock
3.5
Ben Caplan – Old Stock (Rhyme And Reason Records/Under Control Entertainment/Membran) Alle Facetten von Ben Caplans neuem Album „Old Stock“ im Rahmen dieser Besprechung... Ben Caplan – Old Stock

Ben Caplan – Old Stock (Rhyme And Reason Records/Under Control Entertainment/Membran)

Alle Facetten von Ben Caplans neuem Album „Old Stock“ im Rahmen dieser Besprechung ausleuchten zu wollen, wäre nicht nur unmöglich, es würde auch den Respekt vor den inhaltlichen Unwägbarkeiten des Albums aus der Sache nehmen.

Im Wesentlichen, und das ist der Kern des Gesamtkunstwerkes „Old Stock“, ist das Album eine musikalische Zusammenfassung eines Theaterstückes, welche die Liebesgeschichte unter jüdischen Flüchtlingen auf dem Weg von Rumänien nach Kanada zum Inhalt hat.

Der stark im jiddischen und in der Musik des Balkans verankerte Sound, irgendwo zwischen Folklore vielschichtiger Couleur, Rock, Punk-Attitüde, Liedermacher-Seele und Blues gelagert, erinnert auch dank der eindringlichen Stimme und der kraftvollen Intonation Ben Caplans immer wieder an Tom Waits (der SOUL TRAIN berichtete) und bildet 13 Songs lang (CD) eine unmissverständliche Anklage im nachwievor extrem heiklen Thema Flüchtlinge, Ein- und Auswanderung und nicht zuletzt Moral, Ethik und Werte – ein wichtiges, prachtvolles Album, dem man aber auch alleine aufgrund des schieren textlichen Inhaltes mehrfaches Hören gönnen sollte.

„Mit dem Blick in die Geschichte wollte ich zeigen, wie viel wir alle gemeinsam haben mit denen, die oft als „Fremde“ präsentiert werden.“ wird Ben Caplan in der Presseinfo zitiert, unterfüttert so das inhaltliche Anliegen des hochemotionalen „Old Stock“, und ergänzt: “Als Kind bin ich zwar in die Synagoge gegangen und habe dort liturgische Musik gehört, aber sie nie als „Musik“ wahrgenommen. Ich stand auf Grateful Dead, Joni Mitchell und Pink Floyd (der SOUL TRAIN berichtete, Anm. d. Verf.). Aber die Begegnung mit dieser Musik, die sich gleichzeitig alt und neu anfühlte, hat in mir ein Feuer entfacht. Ich fing an, darüber nachzudenken, wie ich diese Melodien für die Art von Songs benutzen konnte, die ich als kanadischer Typ in seinen Zwanzigern mit einem Faible für alten Rock schreiben wollte”.

Dem ist weder auf künstlerischer, noch auf inhaltlicher Ebene für eine erste Einschätzung etwas hinzuzufügen, womit wir wieder am Anfang der Vorstellung von Ben Caplans starkem, intensivem, aber glücklicher Weise auch mit einem zwinkernden Auge ausgeführten „Old Stock“-Album wären – starker Tobak, der auch mal fordert.

„Old Stock“ des Ben Caplan erscheint ganz authentisch auch auf Vinyl – recht so.

© Gregor Poschoreck

VERLOSUNG!

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Einfach eine E-Mail mit dem Stichwort „Old Stock“ an soul@(nospam)michaelarens.de – viel Glück!

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