soultrain online.de - Soul, Funk, Jazz & Urban Grooves
Alex Puddu – From The Beginning Alex Puddu – From The Beginning
4
Alex Puddu – From The Beginning (Al Dente/Schema Records/Groove Attack) Der Gott des Grooves hat es wieder getan: Alex Puddu veröffentlicht mit „From The... Alex Puddu – From The Beginning

Alex Puddu – From The Beginning (Al Dente/Schema Records/Groove Attack)

Der Gott des Grooves hat es wieder getan: Alex Puddu veröffentlicht mit „From The Beginning“ ein hinreißendes, lebendiges, knarziges, neues Album.

SOUL TRAIN-„Liebling“ Alex Puddu schafft es einmal mehr, auch mit dem Neuling zu überzeugen und vor allen Dingen zu überraschen und subtrahiert hier seine bisherige, unüberhörbare Anlehnung an die Italo-Soundtrack-Ästhetik der Sixties, an den Plüsch und den pornösen Kuschel-Pomp seiner „Danish Pornography“-Reihe und damit das Easy Listening-Moment bzw. Easy Listening-Motiv aus seinem Sound und konzentriert sich auf die erdigsten, griffigsten Ideale aus Soul und Funk der späten Sechziger- und frühen Siebziger Jahre.

Nicht umsonst ist unter anderem War-Mastermind Louis Jordan (der SOUL TRAIN berichtete immer wieder) Gast von „From The Beginning“, das von Anfang an auf durchzugskräftige Hooklines und wärmste Akkorde, auch mal mit Jazz-Verliebtheit, setzt – coole Sache.

Die Eklektik und Ästhetik von, die mitgelieferte Presseinfo zieht den Vergleich ganz zu Recht, Gil Scott-Heron, oder der Popgewordene, Spät-Siebziger-Schrömmeldisco-Modus von Hot Chocolate (tatsächlich die Errol Brown-getränkte Pop-Band, nicht die kurzlebige Funk-Formation gleichen Namens – der SOUL TRAIN berichtete) sind dabei nur zwei der stilistischen Querverweise, den der Longplayer mit großartigem Abrollen nach vorne spielt – Boogie, Funk und sehr dezent eingestreute europäische Retro-Black Music-Sounds helfen ebenfalls dabei, den starken, intelligenten Charakter des Albums zu unterstreichen – Alex Puddu gelingt mit „From The Beginning“ ein deutlich direkteres, konkreter erlebbares Album als die teils Kopfkinoprovozierenden Augenzwinkerer der Vergangenheit – Coolness hin oder her.

Das von Alex Puddu selbst produzierte „From The Beginning“ lebt auch von der voluminösen, erdverbundenen Instrumentierung durch Gavino Congiatta (Bass), Massimo Fiorentino (Tasten), Morten Grønvad (Perkussion und Vibraphon), Mikael Fleron (Saxofon) und Hendrik Jørgensen (Trompete) denen der umtriebige Däne Puddu einen akkuraten Flickenteppich auf den Leib geschrieben hat, und der als weitere Gäste Soul-Stimmen Duane Hobson und Adrian Wilding in die Verantwortung nimmt.

„From The Beginning“ von Alex Puddu ist ein von Konventionen losgelöster, dicker Brocken authentischer Retro-Soul-Groove geworden, der den Vibe-Visionär in kurzweiliger Bestform zeigt – mehr zu sagen hieße, das Album zu zerreden – Punkt.

© Michael Arens