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Alborosie – DUBALIST DANGER SOUL BOY Alborosie – DUBALIST DANGER SOUL BOY
Aktuelles Album: Alborosie – Freedom & Fyah (Greensleeves Records/VP Records/Groove Attack) Seit Alberto d’Ascola alias Alborosie aus dem sizilianischen Marsala vor nunmehr fast zwei... Alborosie – DUBALIST DANGER SOUL BOY

Aktuelles Album: Alborosie – Freedom & Fyah (Greensleeves Records/VP Records/Groove Attack)

Seit Alberto d’Ascola alias Alborosie aus dem sizilianischen Marsala vor nunmehr fast zwei Dekaden auf der zunächst nationalen, dann schnell internationalen Reggae-Bühne erschien, hat sich der Individual-Italo-Toaster zum erfolgreichsten und populärsten sizilianischen, italienischen, europäischen Reggae-Künstler überhaupt gemausert.

ST16_172_I_ALBOROSIE-2_2005Seit er nach seinem Start im Jahre 2001 in der italienischen Reggae National Tickets-Formation ab 2008 mit regelmäßigen Solo-Alben überzeugte, erscheint nun mit „Freedom & Fyah“ sein neuester Longplayer, welcher durchaus als sein wohl anspruchsvollstes, nach vielfacher Meinung vielleicht sogar bestes bewertet wird. Alborosie hat zur Entstehung im Zuge des exklusiven SOUL TRAIN-Interviews seine ganz eigene Philosophie der Entstehungsgeschichte des Longplayers: „Ich habe die Richtung ein paar mal geändert, bevor ich die richtige gefunden hatte. Ich habe eine Menge experimentiert, aber wir alle haben es schließlich geschafft. Alles in allem hat das eineinhalb Jahre gedauert, das Album fertig zu stellen, Song für Song. Ich habe meine Vision einfach hochgehalten und bin bei der Stange geblieben. Ich hatte dabei stets ein groovy Album im Hinterkopf, ein Album welches ich auf der Bühne gut umsetzen konnte.“

„Ich bin ein DUBALIST!“

Dass Alborosies Patois nahezu makellos klingt, kommt dabei ebenfalls nicht von Ungefähr, lebt der Sizilianer doch seit über zehn Jahren in der Kreativwerkstatt des Reggae-Genres, Jamaika, was den bekanntlicher Massen sehr Heimatbezogenen Sizilianos traditionell nicht unbedingt leicht fällt: „Meine Vergangenheit ist meine Gegenwart und meine Zukunft!“ erklärt ein konkreter, aufgeräumter und sympathischer Alborosie und ergänzt: „Weißt Du, deine Wurzeln sind Fundamental, um deinen eigenen Tempel zu errichten. Meine Wurzeln gehen sehr, sehr tief…“

Gerade dort, wo das sehr abwechslungsreich gestaltete „Freedom & Fyah“-Set neben der Antriebsfeder Roots Reggae schwerste Dub- und Dubstep- und sogar Electronica-Momente als Charakterzug aufzuweisen hat, kommt im Besonderen die markige Stimmlage Alborosies, den wir im SOUL TRAIN übrigens immer wieder behandelten (unter anderem: ST#36, ST#69, ST#77), zum Vorschein. Alborosie dazu: „Das Album ist Reggae – und Reggae Sub-Genres… die alle aus einem Ort kommen. Ich bin ja ein DUBALIST, so ist die Vernetzung zu Dubstep als Querverbindung eben unausweichlich!“

„Zertifizierung für gute Musik…“

Wie üblich im Reggae-Genre und gerade auch bei den Veröffentlichungen von Alborosie, der seit vielen, vielen Jahren neben unserem Deutschen Reggae-Superstar Gentleman als Aushängeschild europäischen Reggae-Verständnisses gilt, sind auch bei „Freedom & Fyah“, das Alborosie im Alleingang in seinem Kingstoner Shengen Studio, in dem sogar Equipment aus dem früheren Besitz von Reggae-Legenden King Tubby und Coxsone Dodd Verwendung findet, aufgenommen hat, die Studiogäste ein wichtiger Bestandteil des Album-Fundaments: Protoje, Bob Marleys Sohn Ky-Mani Marley, Rev. Rohan Treleven, Pupa Avril oder die Newcomer Sandy Smith und Sugus, einigen wenigen vielleicht als Backgroundstimmen für Reggae-Ikonen Dennis Brown and Gregory Isaacs ein Begriff (einmal mehr: der SOUL TRAIN berichtete immer wieder über alle vorab genannten). Alborosie – erzähl  dem SOUL TRAIN mehr: „Also Protoje und ich wollten und sollten bereits 2012 zusammenarbeiten, und jetzt ist es schon 2016… schätze, Zeit in Jamaika ist irgendwie irrelevant… oder das Ganja ist zu heftig…“ (lacht)

ST16_172_I_ALBOROSIE-1_2005Und wie war das nun mit Ky-Mani Marley, dem Sohn der nachwievor in aller Munde befindlichen Reggae-Legende Bob Marley? Alborosie: „Was Ky-Mani betrifft, so ist er ja ein ständiger Gast auf meinen Alben. Er ist wie eine Zertifizierung für gute Musik…“ (lacht) meint es und führt aus: „Es ist dieser Marley-Faktor, der einen Song einfach besser werden lässt. Was Sandy (Smith) betrifft so ist sie meine ganz spezielle Liebe, eine großartige Sängerin. Sugus ist schlicht meine Großmutter, sie ist bereits in ihren späten Sechzigern… Es ist halt ein Familien-Unternehmen. Große Talente müssen sich nicht wirklich anstrengen, sie scheinen ganz natürlich!“

„Erfolg interessiert mich nicht, Talent und Erfahrung tun es!“

Mit dem 13 Titel langen „Freedom & Fyah“, welches selbstverständlich und ganz gemäß den „Gesetzen“ des Musikgenres Reggae mit Roots Reggae und Dub als Alborosies angestammten Zuhause auch auf schwarzem Gold – Vinyl – erscheint, legt Multiinstrumentalist Alborosie, der unter anderem Gitarre, Bass und Keyboard spielt, auch inhaltlich vor: Auch nach Aussage der dem Album beigelegten Presseinfo ist „Liebe, Sozialkritik und Politik“ die inhaltliche Antriebsfeder des neuen Alborosie-Dings, das den Superstar wohl für die Ewigkeit auf den europäischen Zenith des Reggae-Genres heben dürfte. Wie steht er dazu, dass er es in nicht einmal acht Jahren seit 2008 sein Debütalbum „Soul Pirate“ erschien vom Sizilianischen Nischentoaster und Lokalmatador zum europäischen Reggae-Künstler Nummer 1 geschafft hat? „Alles, was für mich zählt ist das Leben!“ antwortet Alborosie ohne viel Zögern und ergänzt: „Und die Musik ist ein Teil davon. Ich bin mit Musik aufgewachsen, also warum sollte sie mich verlassen?! Dazu kommt, dass ich ein spiritueller Mensch bin, was ebenfalls immer ins Schwarze trifft. Erfolg beeindruckt mich nicht, Talent und Erfahrung tun es!“

„Deine Stimme ist deine Waffe!“

Noch einmal spreche ich Alborosie auf seine einzigartige Stimme und die Verwendung derselben an. Gerade bei Songs wie dem eingängigen „Poser“ vom neuen „Freedom & Fyah“-Set kommt diese unglaublich stark nach vorne. Alborosie: „Deine Stimme ist deine Waffe! Du wirst damit geboren und du stirbst damit! Du kannst damit Freude oder Tränen hervorrufen, sie arbeitet für oder gegen dich… gebrauche sie also anständig!“

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Aktuelles Album: Alborosie – Freedom & Fyah (Greensleeves Records/VP Records/Groove Attack)

Ob er sich denn nicht wundere, dass er als „reinrassiger“ Reggae-Artist von einem Soul Musik-basierten Magazin wie dem SOUL TRAIN zu seinem neuen Album „Freedom & Fyah“, welches übrigens auch optisch und haptisch so einiges zu bieten hat (das Albumcover alleine spricht Bände), interviewt wird, will ich berechtigter Weise noch wissen. Alborosie hat auch dazu eine sehr natürliche, sogar fast organisch fließende, eklektische Meinung: „Soul ist Reggae, Reggae ist Soul, nichts Seltsames im Spiel hier. Ich bin ein „Soul Boy“, und das schon für lange Zeit! Allerdings ist Reggae schlichtweg der Sound, der am besten wiedergibt, wer ich bin!“

Auf meine wie üblich abschließende Frage nach einer letzten Nachricht für die Leser des SOUL TRAIN und all die Fans da draußen antwortet Reggae-Superstar Alborosie mit schlichten, aber gerade deswegen zündenden Worten „Hört euch einfach gute Musik an, und wenn ihr Zeit habt, hört euch MEINE an!“, was im Englischen gerade mit Genreüblichem Patois-Charme zu einem kleinen, feinen Reim á la Alborosie wird: „Just listen to good music, and if you have time, check out mine!“. Alborosie Big Up!

© Michael Arens/Marco Steinbrink

VERLOSUNG!

ST16_172_I_ALBOROSIE-4_2005Der SOUL TRAIN verlost 5 Exemplare von Alborosie – „Freedom & Fyah“ (CD)!

Einfach eine E-Mail mit dem Stichwort „Alborosie“ an soul@(nospam)michaelarens.de – viel Glück!

Mehr Infos zu unseren Verlosungen gibt es hier: SOUL TRAIN-FAQ