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Winnie Winston – Wanted For Steeling Winnie Winston – Wanted For Steeling
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Winnie Winston – Wanted For Steeling (Richard Weize Archives/Rockstar Records/H’ART) Hierzulande unter der breiten Masse der Musikliebenden eher unbekannt, gehörte Winnie Winston in den... Winnie Winston – Wanted For Steeling

Winnie Winston – Wanted For Steeling (Richard Weize Archives/Rockstar Records/H’ART)

Hierzulande unter der breiten Masse der Musikliebenden eher unbekannt, gehörte Winnie Winston in den Sechziger und Siebziger Jahren des letzten Jahrhunderts zu einem sehr gefragten Banjo- und Pedal Steel Guitar-Sessionspieler – der SOUL TRAIN berichtete.

Etwa zur Jahrzehntwende Sechziger/Siebziger wechselte Winston, der bis dahin für Labels wie Vanguard oder Elektra Platten aufnahm und mit dem großen Bill Monroe sowie seiner Band New York City Ramblers (der SOUL TRAIN berichtete immer wieder über alle genannten) unzählige Live-Gigs absolvierte, das Instrument und beschäftigte sich intensiv mit der Pedal Steel Guitar, in deren Wesen er so tief eintauchte, dass er das Instrument als solches selbst neu entwarf und regelrecht umbaute bzw. technisch erneuerte.

Mit diesem Instrument trat Winston in der Folge immer wieder in unterschiedlichsten Band- und Live-Konstellationen auf und schrieb sogar ein Standardwerk für das Spielen der Pedal Steel Guitar.

Die Winnie Winston-Werkschau „Wanted For Steeling“, erschienen beim Repertoire-Überlabel Richard Wize Archives, zeigt nun sein Schaffen zwischen 1974 und 1983 auf. Begleitet wurde Winnie bei den Aufnahmen von seinem langjährigen, musikalischen Wegbegleiter und Gitarrist Hank Davis – gemeinsam gelang es ihnen, abgrundtiefe Entspanntheit in die Songs zu geben und die Pedal Steel Guitar regelrecht zum leuchten zu bringen.

Stilistisch legte Winston seine auf Band (hier CD) gebannten Ergüsse stets im Firmament zwischen Country & Western, Honky Tonk, Rock’n’Roll und Blues sowie dem erdigen Rhythm and Blues an, eine gehörige Portion panamerikanischer und pazifischer Folklore inklusive.

Die fast 80 Minuten lange CD und ihre immerhin 27 überwiegend instrumentalen Songs, die eine wunderbar authentische, analoge Klangwelt bedienen, die heutzutage und insbesondere hierzulande eher ungewöhnlich, fast exotisch klingt, ist zweifelsohne eine der zwei tragenden Säulen der herausragenden Kompilation über Winnie Winston, der 2005 verstarb.

Zweite Säule ist dabei das mitgelieferte, über 30 Seiten lange Booklet, welches üppigstes Infotainment samt Cover-Abbildungen, privaten Fotos und Fotostrecken und Hintergrundinformationen zu Winnie Winston dem Künstler und Musiker, dem Musikpionier und Menschen gibt und Details zu allen Aufnahmen, seinerzeit produziert von jenem Hank Davis, liefert, die das Winnie Winston-Album mit dem süffisanten Titel „Wanted For Steeling“ zu einem echten Überflieger und Zeitzeugen in Sachen US-Amerikanischer Musikidentifikation macht, auch, wenn das Kapitel vergleichsweise klein, aber sehr fein ist: Winnie Winston mit „Wanted For Steeling“ – Brüller!

© Stephan Carl Blades