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Wildes Holz – Ungehobelt Wildes Holz – Ungehobelt
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Wildes Holz – Ungehobelt (Holz Records/Galileo MC) „Was Sie da in den Händen halten ist mehr eine Frechheit als ein Tonträger! Arrangements, an Dreistigkeit... Wildes Holz – Ungehobelt

Wildes Holz – Ungehobelt (Holz Records/Galileo MC)

„Was Sie da in den Händen halten ist mehr eine Frechheit als ein Tonträger! Arrangements, an Dreistigkeit kaum zu überbieten, gepaart mit grobschlächtiger Instrumentenbehandlung, aufgenommen so roh, dass sich die Balken biegen.“ warnen die Übeltäter Wildes Holz im Inneren (der CD) ihres neuen Albums namens „Ungehobelt“ – herrlich ehrlich.

Die selbstverständlich und ganz sicher nicht ganz ernst gemeinte Zusammenfassung des Inhaltes der immerhin 13 großen und kleinen Rock- und Pop-Songgiganten, welche Wildes Holz hier als Cover-Versionen abholzen und sich dabei freihobeln, bis die Kettensäge kracht, ist trotzdem einleuchtend: Tatsächlich gab es noch nie solch amüsante, eben durch die eigenwillige Instrumentenführung durch Blockflöten einzigartige Varianten von Songs wie Falcos „Rock Me Amadeus“, das unvergleichlich coole „Blitzkrieg Bop“ der Ramones oder das unvermeidliche „Smoke On The Water“ von Deep Purple, um nur einige wenige zu nennen (der SOUL TRAIN berichtete zigfach über alle genannten).

Dass all das sogar richtig Groove und Wumms mit sich bringt und überdeutlich zum Fußwippen, Headbangen und an vorderster Front zum breiten Grinsen einlädt, ist ein Punkt, der vielleicht und neben jener neo-imposanten Blockflöte der wahre rote Faden des Albums ist, welches tatsächlich richtig gute Unterhaltung ist, die durchstrukturiert und… ach was, das Ding macht Spaß, gerade wegen dem eigentlich ungeeigneten Blockflöten-Dings.

Wer auf verrückte, augenzwinkernde Song-Experimente steht, die trotzdem Hand und Fuß haben, einen nicht Holzwurmen und nicht bzw. nie all zu ernst genommen werden sollten, wir mit „Ungehobelt“ von Wildes Holz seine Nussbaumhelle Freude haben – das Teil ist wahrlich nicht hölzern oder gar sinnlos verästelt, es ist stark und ungehobelt wie eine Deutsche Eiche – wo gehobelt wird, fallen Späne, dass weiß doch jedes Kind, und jeder Waldarbeiter und Schreiner sowieso: Wildes Holz mit „Ungehobelt“ – Folk, Schrebbel, Rock, Pop, Jazz, Groove und Rock’n’Wood der Holzklasse!

© Gernoth „Scheit“ Kleinlogel