Tony Joe White – Live – „Steamy Window“ in Wuppertal Tony Joe White – Live – „Steamy Window“ in Wuppertal
Tony Joe White ist heute nicht nur Elvis-Fans oder alten Folk-Liebhabern aus den 60/70er Jahren (Elvis Presley nahm drei seiner Songs auf) ein Begriff.... Tony Joe White – Live – „Steamy Window“ in Wuppertal

Tony Joe White ist heute nicht nur Elvis-Fans oder alten Folk-Liebhabern aus den 60/70er Jahren (Elvis Presley nahm drei seiner Songs auf) ein Begriff. Nein, Tony Joe White erfreut sich heute einer großen Bekanntheit durch alle Musikgenres: Der SOUL TRAIN konnte Tony exklusiv vor seinem Konzert am 6. November in Wuppertal interviewen.

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Photo @ Nadine Steffens

Tony erblicke am 23. Juli 1943 als eines von sieben Kindern das Licht der Welt, die ganze Familie lebte auf einer Farm, die alle neun Mäuler mehr schlecht als recht ernährte; der „Dauer-Sattmacher“ Polk Salad landete regelmäßig im Kochtopf der Familie.

Heute lebt White in der Nähe von Nashville, Tennessee, und zieht sich gerne in seine Hütte in den Ozark Mountains zurück.; gerade nach den Touren ist das sein Jungbrunnen.

Als seine musikalischen Vorbilder nennt Tony Johnny Lee Hooker und Elvis Presley (der SOUL TRAIN berichtete zigfach über Hooker, Elvis als auch Tony  Joe White, Anm. d. Red.), er wuchs in den Sümpfen von Louisiana auf, dort entstand auch der Swamp Rock eine Mischung aus Country, Blues, Folk und Cajun.

Tony Joe White wird heute als einer der bedeutendsten Interpretern jenes Swamp Rock angesehen. Diesen Erfolg spricht er dabei jedoch klar Elvis Presley zu: „Nachdem der Song „Polk Salad Annie“ gerade in der Version von Elvis zum Welthit wurde, bekam sowohl ich als auch der Swamp Rock sehr viel Aufmerksamkeit!“.

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Photo @ Nadine Steffens

Er ist dem King selbst mehrfach begegnet und bezeichnet ihn als einen „sehr netten und interessierten Menschen“. Sie haben sich in Vegas getroffen, wo Presley ihn einlud, bei der Live-Aufzeichnung des Songs „Polk Salad Annie“ dabei zu sein. Backstage haben sie zusammen Musik gemacht, auch Gespräche über ein gemeinsames Projekt, das aber leider nie umgesetzt wurde, geführt. Im Sommer 1973 trafen sie sich schließlich wieder. Elvis nahm in diesem Sommer seine Songs „I’ve Got A Thing About You Baby“ und „For Ol‘ Times Sake“ auf – bei erstgenanntem steuerte Tony Joe White auch Gitarrenakkorde bei.

Tony sagt selbst zu Elvis‘ Version von „For Ol‘ Times Sake“ dass sie seine „Ultimative Version“ sei: „Ich bin dem King im Jahre 1976 das letzte Mal begegnet, leider ging es ihm da schon nicht mehr gut und das hat mich sehr traurig gemacht. Ich wünschte, er hätte noch mehr Zeit gehabt – ein großartiges Talent mit einer einmaligen Stimme!“.

Tony bezeichnet „Rainy Night In Georgia“ als einen seiner größten Hits: „Dieser Song wurde mindestens 100 mal gecovert.“. White nahm ihn für sein 1969er Album auf, aber hatte nie das Gefühl mit seiner Version zufrieden zu sein. Er bezeichnet sie als „etwas zu langsam und zu cool“. Als er dann die Version von Brook Benton (einmal mehr: der SOUL TRAIN berichtete, Anm. d. Red.) hörte, dachte er: „Das ist es, so will ich meinen Song lernen. Das ist meine „Ultimative Version“.“

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Tony Joe White und SOUL TRAIN-Redakteurin Nadine Steffens (Photo @ Nadine Steffens)

Auf die Frage, ob er das Schreiben oder das Auftreten bevorzugt, sagt Tony: „Songs schreiben geht von der Hand, ich hatte nie Probleme mit irgendwelchen Blockaden, aber ich bin zum Glück auch nicht in der Position, jeden Tag einen Song abliefern zu müssen. Das würde mich verrückt machen. Normalerweise ist es so, dass ich nach einer langen Autofahrt in den Wald gehe und mir ein Feuer anzünde und mich dann mit meiner Gitarre hinsetze und schaue, was passiert, oder auch nicht. So sind schon viele Songs entstanden…“.

Auf die Frage, ob er in Erwägung ziehe, wie viele seiner Musikerkollegen, ein Buch zu schreiben, wiegelt er ab. Er weist uns aber auf das Kochbuch seiner Frau hin (Leann White – „Rattlesnakes & Cookies“ – leider ohne Rezept für Polk Salad, zu beziehen hier: READ MORE), in dem Bilder und auch kleinere Geschichten zu finden sind, die er erlebt hat.

Tony Joe White spielte an dem Abend in Wuppertal alle Hits, von „Rainy Night in Georgia“ bis „Streamy Window“. Einige angereiste Elvis-Fans freuten sich auf seine Version von „Polk Salad Annie“. Anfragen für „For Ol‘ Times Sake“ blieben dagegen leider unerfüllt.

Musikerlegende Tony Joe White Live in Wuppertal – alles in allem ein toller Abend mit einer fantastischen Atmosphäre!

Wir möchten an dieser Stelle den Veranstaltern in Wuppertal danken. Auch die Location war ein Traum und wir können jedem empfehlen sich das Programm des LVB Wuppertal regelmäßig anzusehen.

© Nadine Steffens