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The Great Malarkey – Doghouse The Great Malarkey – Doghouse
3.5
The Great Malarkey – Doghouse (The Great Malarkey/Batov Records/Broken Silence) Das neue, zweite Album der britischen Band The Great Malarkey lebendig, energetisch zu nennen,... The Great Malarkey – Doghouse

The Great Malarkey – Doghouse (The Great Malarkey/Batov Records/Broken Silence)

Das neue, zweite Album der britischen Band The Great Malarkey lebendig, energetisch zu nennen, wäre eine plumpe Untertreibung.

Vom ersten Takt an heizt das Album einem ein und spinnt einen Rahmen aus Punk-Vortrieb, aus Folk-Exzess, Rock-Rotz, Ska-Schlag, Balkan Beat-Energie und keltischem Guinness-Durst – eine explosive Mischung, die kaum zur Ruhe kommt und sich durch seine herrlich unaufgeräumte Songstruktur definiert – The Great Malarkey spielen das Leben, The Great Malarkey IST das Leben.

Verbindendes Element ist dabei neben dem oft skandierenden Gesang immer wieder das rootsige Banjo, dass dem Werk durchaus einen erdigen Zusammenhalt gibt, der die Lebendigkeit der Musik der Formation noch griffiger, noch emotionaler und herrlich matschig macht.

Wüste Melodien und Texte des alltäglichen Lebens und Erlebens unterstützen das ungestüme, ehrliche Album, das bereits im Cover-Artwork die Tiefschläge des Lebens mit einem Augenzwinkern nimmt und zeigt, dass wahrhaftige, echte, gefühlte und gespielte, handgemachte Musik keinen Genretechnischen Spiegel braucht, um sich klar zu positionieren und zu definieren.

Dass „Doghouse“ von The Great Malarkey auch gleich auf Vinyl erscheint, ist nicht nur zeitgemäß sondern passt auf das Projekt wie das Headbanging zu Heavy Metal – auch folkloristische inspirierte Popularmusik mit Haken und Ösen wie jene von The Great Malarkey braucht seine eigenen kleinen Traditionen und Wohlfühlmomente, auch, wenn dem geneigten Hörer aufgrund der schieren stilistischen Vermischung, die von Punk-Attitüde über Weltmusik-Ästhetik bis zu Singer/Songwriter-Intensität pendelt, erst einmal Fragezeichen ins Gesicht geschrieben stehen.

The Great Malarkeys „Doghouse“ polarisiert und ist gleichermaßen sympathisch – was, oder, noch viel wichtiger, wer kann das schon von sich sagen?!

© Werner Volks