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The Bros. Landreth – Come Morning The Bros. Landreth – Come Morning
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The Bros. Landreth – Come Morning (Birthday Cake Records/The Orchard/Membran) Mit „Come Morning“ legen The Bros. Landreth bereits ihr drittes Album vor, das den... The Bros. Landreth – Come Morning

The Bros. Landreth – Come Morning (Birthday Cake Records/The Orchard/Membran)

Mit „Come Morning“ legen The Bros. Landreth bereits ihr drittes Album vor, das den Kanadiern erstaunlich gut, selbstbewusst und sogar auf erdige, analoge Art und Weise regelrecht frisch zu Gesicht steht (der SOUL TRAIN @ soultrainonline.de berichtete).

The Bros. Landreth, in ihrer kanadischen Heimat bereits eine feste Institution in Sachen unkonventionellem, nordamerikanischem Songwriting, aber auch im Country & Western und Rhythm and Blues, wehren und verbitten sich auch auf ihrem dritten Longplayer einer zu sehr einzementierenden Musikstilistischen Einordnung, bleiben aber stets bei ihrer ruhigen, fast introvertierten, sanften Art, ihre Gefühle anhand von Musikfarben, die sich durch zarten Groove, durch Americana, durch Rhythm and Blues und somit auch durch Country & Western und Rock’n’Roll ziehen, auszudrücken, wobei das auffälligste und zeitgemäße Element, und das vom ersten Takt an, immer wieder auch das des gerade immens angesagten Yacht Rock ist – eine akustische Wohltat, die einmal mehr auf einem emotionalen Unterbau aus Harmonie und Melodie ruht.

SOUL TRAIN HOT TIP: The Bros. Landreth – Come Morning (Birthday Cake Records/The Orchard/Membran)

Joey und Dave LandrethThe Bros. Landreth – suchen auf ihrem neuen, sehr atmosphärischen und authentischen Album „Come Morning“ zugleich, neben durchaus selbstironischen Tönen, auch die Querverbindungen zu einigen ihrer inspirierenden Galionsfiguren mehr oder weniger populärer Musik der zweiten Hälfte des letzten Jahrhunderts.

So ist bereits in der inkludierten Presseinfo die Rede von Musik-Giganten wie Bonnie Raitt, Steely Dan, Little Feat, Ry Cooder oder Lyle Lovett, was bereits einen ersten, aber durchaus stimmigen Blick auf den schieren Sound der The Bros. Landreth und ihrem „Come Morning“-Longplayer freigibt (der SOUL TRAIN berichtete viele male über alle in diesem Abschnitt genannten).

Immer wieder ist es dabei der zurückgelehnte, analoge Sound der Gitarre sowie das entspannt agierende Instrumentarium aller Beteiligten sowie nicht zuletzt die einfühlsame Stimmarbeit (Joey Landreth – Gesang, Gitarre und Tasten, David „Dave“ Landreth – Bass) die hier das Salz in der ganz wunderbaren, in den besten Momenten regelrecht magischen Suppe ausmachen.

Achtsam ist dabei auch das Songwriting der Bros. Landreth selbst (Texte im Booklet des Albums), wobei auffällt, dass das Album-Material auch vor Dingen wie sphärischen Synthie-Sounds, dezenten eklektischen New Age-Querverweisen oder Folk-Romantik und selbstredend vor klassischer Singer-Songwriter-Struktur nicht halt macht – Recht so.

Joey Landreth & Dave Landreth – The Bros. Landreth (© BnB Studios)

„Come Morning“, das neue, dritte Album von The Bros. Landreth, hat alles, was ein kanadisches Singer-Songwriter-Album von Format mit Blick auf Seele, Retrospektive, Folk, Country & Western, Blues, Roots und Americana, aber auch auf Zeitgeist und eben darum auf Yacht Rock und West Coast-Songgefühl heute wie in der Vergangenheit haben sollte.

Einige raffinierte, liebenswerte und vor allen Dingen unerwartete, sich dem Ganzen stets unterordnende, musikalische Nickeligkeiten inklusive Herz, Lunge und Kopf und einer überraschend musikalischen Handwerkskunst, die sympathisch und bescheiden ihr Unwesen treibt, versüßen das Gelingen von „Come Morning“ von The Bros. Landreth, selbstverständlich ab September auch auf wunderbarem Vinyl erhältlich, obendrein – sehr schöne, ausgereifte Sache, die mit jedem Hören wächst und wächst und wächst: The Bros. Landreth und „Come Morning“, vielleicht einer der bisher sensibelsten und ungewöhnlichsten, sicher aber ruhigsten und entschleunigsten, beseeltesten SOUL TRAIN HOT TIPs.

© Michael Arens

The Bros. Landreth – „Stay“ (Official Video):

The Bros. Landreth – „What In The World“ (Official Video):