Sväng – Hauptbahnhof Sväng – Hauptbahnhof
3.5
Sväng – Hauptbahnhof (Galileo MC) Die Jungs der finnischen Sväng-Truppe besetzen seit ihren Anfängen vor rund 15 Jahren eine Nische im, im weitesten Sinne,... Sväng – Hauptbahnhof

Sväng – Hauptbahnhof (Galileo MC)

Die Jungs der finnischen Sväng-Truppe besetzen seit ihren Anfängen vor rund 15 Jahren eine Nische im, im weitesten Sinne, Musikkosmos zwischen Folklore, der so genannten Weltmusik und jenen Anteilen von Jazz und Pop, die der Jazz-Polizei ebenso zuspielen wie der Samstagabendrunde am häuslichen Grill.

ST17_094_R_SVAENG_0904Auf ihrem neuen Album, schlicht und ergreifend „Hauptbahnhof“ betitelt, versammeln die Mundharmonika-Virtuosen noch einmal all jene Titel um sich, die sie in ihren bisherigen sechs Alben („Hauptbahnhof“ ist das siebte) zu dem gemacht haben, was sie heute sind – „Hauptbahnhofe“ ist eine Art aufgemotzte „Best Of“-Variante mit klassischem Material in neuem Sound, der von eben jenem Jazz und Folk über Weltmusik, Blues und Honky Tonk, Americana und Roots und sogar und immer wieder bis zu elektronischer Musik, und feinsten Grooves führt – kurzweilig, das.

Sogar ihre bisherige Ausnahmenummer – „I´m Gonna Meet My Mother In Glory“ – prinzipiell stets die Zugabe bei ihren illustren Live-Auftritten und einer der wenigen Sväng-Songs mit Gesang, findet endlich ebenfalls den Weg auf das Album, das mit seinen immerhin 16 Tracks (CD) wunderbar unterhält und Freunde von kraftvollen Harmonika-Rhythmen (unter anderem kommen Bassharmonika, chromatische Harmonika und die diatonische Harmonika zum Einsatz) begeistern wird.

Zugleich sollte man dem einzigartigen, aber eben auch für ungeschulte Ohren erst einmal fremden und überraschenden Sound Svängs zugeneigt sein, sonst wird die eigentlich federleichte Musikstunde mit „Hauptbahnhof“ schnell zur unnötig anstrengenden Nervensäge, und das wäre weder Sväng selbst noch jedem ernsthaft Musik-Fasziniertem gegenüber fair. Die Ohren also weit auf für den „Hauptbahnhof“ von Sväng – es lohnt sich!

Ein umfangreiches, optisch überaus ansprechend gestaltetes Booklet gibt obendrein Einblick in die Geschichte, die Hintergründe, eines jeden Songs von „Hauptbahnhof“ – passt.

© Dominique Dombert-Pelletier