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Reuben Hollebon – Terminal Nostalgia Reuben Hollebon – Terminal Nostalgia
3.5
Reuben Hollebon – Terminal Nostalgia (Reuben Hollebon/Bright Antenna Records/ADA/Warner Music) Starker Tobak, dieses „Terminal Nostalgia“ von Liedermacher Reuben Hollebon (der SOUL TRAIN berichtete). Intensiv,... Reuben Hollebon – Terminal Nostalgia

Reuben Hollebon – Terminal Nostalgia (Reuben Hollebon/Bright Antenna Records/ADA/Warner Music)

Starker Tobak, dieses „Terminal Nostalgia“ von Liedermacher Reuben Hollebon (der SOUL TRAIN berichtete).

Intensiv, introvertiert und staksend gibt sich die zarte Kopfstimme Hollebons, der seinem Album die bedeutungsschwangere Aussichtslosigkeit von selbstreflektierender Folk-Musik und den intimen Anstrich von Singer/Songwriter-Attitüde gegeben hat, ohne selbst zu versuchen, etwas anderes vorzugaukeln: Reuben Hollebon ist authentisch, und das ist bereits am Start von „Terminal Nostalgia“ sehr viel Wert.

ST16_196_R_REUBENHOLLEBON_2805Dass hier nicht immer die pure Lebenslust im Fokus steht, drückt der Albumtitel alleine bereits mit großem Nachdruck aus, obwohl die Texte des Herrn Hollebon durchaus auch liebelichere Themen als das Leid dieser Erde anzubieten haben.

Reuben Hollebon produzierte das Werk überwiegend mehr oder weniger im Alleingang und schraubt auch in der Haptik und vor allen Dingen in der Optik an der ganzheitlichen, künstlerischen Ausrichtung des abendfüllenden Longplayers, der seine intensivsten Momente immer dann hat, wenn sich die dahinflatternden Gitarrenakkorde oder die zarten Drumläufe lichten und der mageren, aber gerade dadurch immens intensiven Stimme Hollebons den Vortritt lassen.

So ist „Terminal Nostalgia“ von Reuben Hollebon schon so etwas wie die Vorstufe zu einem Gesamtkunstwerk. Allerdings sollte man, soviel Offenheit und Ehrlichkeit darf und muss gestattet sein, ein offenes Herz und ein mindestens ebenso offenes Ohr mitbringen, dem vielschichtigen, vorsichtig-komplexen „Terminal Nostalgia“ volle Entfaltung zusichern zu können.

Reuben Hollebons „Terminal Nostalgia“ erscheint übrigens auch auf schwarzem Gold – Vinyl!

© Jürgen Paulendorf