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Nils Landgren with Janis Siegel – Some Other Time Nils Landgren with Janis Siegel – Some Other Time
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Nils Landgren with Janis Siegel – Some Other Time – A Tribute To Leonard Bernstein (ACT Music + Vision/Edel) Es gäbe dermaßen viel zu... Nils Landgren with Janis Siegel – Some Other Time

Nils Landgren with Janis Siegel – Some Other Time – A Tribute To Leonard Bernstein (ACT Music + Vision/Edel)

Es gäbe dermaßen viel zu „Some Other Time“, dem gemeinsamen Album von Funk-Posaune Nils Landgren und Jazz-Wunderstimme Janis Siegel (der SOUL TRAIN berichtete zigfach über beide: ST#46, ST#56) zu sagen, dass es die Wahrheit über die zwölf Titel des Albums einfach zu Tode reiten würde: das Album ist schlicht wunderschön.

Die thematische Ausrichtung wird bereits im epischen Albumtitel angekündigt, findet in der „Overture: America“, einer Hommage an Leonard Bernsteins wohl populärstes Werk, „The West Side Story“, seinen Beginn und fährt im weiteren Verlauf mehr als Elegant das Wunderwerk Bernstein und damit des so genannten Great American Songbook in Paarung mit Leonard Bernsteins klassischer Musikveredelung ab, ohne aufdringlich oder überheblich zu wirken – einmal mehr: das ist schön!

ST16_131_R_NILSLANDGRENJANISSIEGEL_2704Sogar zum singen ließ sich Jazz- und Funk-Ikone Landgren hier hinreißen und spielt den Ball elegant und wie selbstverständlich im flüssigen Wechsel in das Lager Janis Siegel, fast überlebensgroße Stimme der Manhattan Transfer-Formation (einmal mehr: der SOUL TRAIN berichtete).

Dass von Nils Landgren selbst produzierte Werk glänzt vor allen Dingen aber auch in den orchestralen Big Band-Momenten wie bei „Maria“, ebenfalls eine „West Side Story“-Geschichte, in welchen er seine wahre Leidenschaft, seine Posaune, in ein mattglänzendes, exzellentes Licht stellen kann – wunderbar.

Glaubt man der mitgelieferten Presseinfo des Albums, war „Some Other Time“ das bisher aufwändigste Albumprojekt Nils Landgrens, der diesen Februar seinen 60. Geburtstag feierte – auch das ist durchaus hör- und spürbar.

Pianist Jan Lundgren, Bassist Dieter Ilg sowie Schlagzeuger Wolfgang Haffner, allesamt ebenfalls gute alte Bekannte im SOUL TRAIN, arbeiten den zwei Hauptprotagonisten Landgren und Siegel bescheiden und mit großer Unterbodenhaftung zu und helfen im wahrsten Sinne des Wortes spielerisch, aus „Some Other Time“, welches darüber hinaus auch über eine angemessen edle Haptik und Optik verfügt (CD), ein traumhaftes und imposantes Stück zeitgenössischen Jazz zu machen, der auch ungeschulten Ohren wie eine Wellness-Oase für die Ohren erscheinen wird. Wie war das noch: einfach schön! Mehr über „Some Other Time“ zu sagen wäre an dieser Stelle schlicht unnötig und vor allen Dingen unsensibel.

© Holger S. Jansen