Mydy Rabycad – M.Y.D.Y. Mydy Rabycad – M.Y.D.Y.
3.5
Mydy Rabycad – M.Y.D.Y. (Mydy Rabycad/420 Production/Indies Scope Records/Broken Silence) Die tschechische Band mit dem irgendwie glamourösen und zunächst mal hochkomplizierten Namen Mydy Rabycad... Mydy Rabycad – M.Y.D.Y.

Mydy Rabycad – M.Y.D.Y. (Mydy Rabycad/420 Production/Indies Scope Records/Broken Silence)

Die tschechische Band mit dem irgendwie glamourösen und zunächst mal hochkomplizierten Namen Mydy Rabycad (der SOUL TRAIN berichtete) legt mit „M.Y.D.Y.“ ihr neues, drittes Album vor.

Stand das Quartett anfänglich noch zumindest von der Ästhetik dem Jazz nahe, änderte sich das im Verlauf ihrer Karriere immer mehr und ist mit „M.Y.D.Y.“ nun endgültig in elektronisch getriebenen Club-Grooves mit gesunder Eigenwilligkeit angelangt.

Selbst jener so genannte Electro-Swing, den die Formation bereits mit ihrem Erstling „Let Your Body Move“ etablierte und mit ihrem zweiten Werk „Glamrock“ (der Name war Programm) ausbaute ist hier fast gänzlich in den Hintergrund gerückt, was dem Vorwärtsschritt von „M.Y.D.Y.“ einen konkreten und konsequenten Dreh- und Angelpunkt gibt, der das schiere Unterhaltungsprogramm des Albums als Kernaufgabe definiert.

Songs wie „I Don’t Care“ schaffen es sogar, Mydy Rabycads „M.Y.D.Y.“ annähernde Soul-Ästhetik zu vermitteln und nutzen klassischere Pop-, Soul- und Electronica-Elemente sowie sogar einige rar gestreute Hip Hop-Momente, musikalischen und ideologischen Charakter, der fast durchgehend auch avantgardistische Züge trägt, zu entfalten.

Frontfrau und Sängerin Zofie Darbujanova sorgt dabei immer mal wieder für klare, kernige Vocals, welche zwar nicht zwingend der rote Faden, aber doch ein verlässlicher Ankerpunkt der elf Albumsongs des dritten Mydy Rabycad-Sets namens „M.Y.D.Y.“ sind.

Mydy Rabycad veröffentlichen ihr „M.Y.D.Y.“-Werk, das eine merkliche eigene Handschrift trägt und sogar einige mutige Musikmomente in sich vereint, selbstredend und dem Zeitgeist entsprechend neben den üblichen Formaten CD, Download und Streaming selbstredend auch auf coolem Vinyl – recht so.

© Oliver Gross