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Miss Baas – M1553225 Miss Baas – M1553225
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Miss Baas – M1553225 (Levprav) Nastya „Miss Baas“ Staisha wuchs in Russland und der Ukraine auf und kam früh mit Musik, unter anderem als... Miss Baas – M1553225

Miss Baas – M1553225 (Levprav)

Nastya „Miss Baas“ Staisha wuchs in Russland und der Ukraine auf und kam früh mit Musik, unter anderem als Studentin am Moskauer Jazz & Pop Music College, in Berührung.

Unter dem Namen Staisha macht sie seit einigen Jahren von sich reden und zeichnet für diverse Charterfolge in Russland verantwortlich – ihrer mittlerweile immer deutlichere, eigene Handschrift aus Reggae, Hip Hop, Soul und Clubtauglichem Electronica-Vibe inklusive.

Über die Jahre und dank zahlreicher Auftritte in den russischen Medien sowie auf diversen Bühnen entwickelte Miss Baas, wie sie sich mittlerweile nennt, eine immer stärkere, eigene Identifikation, die sich auch über ihre Verschmelzung der englischen und der russischen Muttersprache sowie dem angenommenen, jamaikanischen, Reggaetypischen Patois definiert.

ST16_180_R_MISSBAAS_2305Nachdem sie ihre erste Single auf internationalem Podium, „Run Dat“, Anfang des Jahres präsentierte, kommt nun ihr erstes kleines „Album-Hallo“ in Form der fünf Track kurzen EP mit dem introspektiven Titel „M1553225“, entnommen einer auf einem bestimmten Track basierenden soundtechnischen Kausalitätskette, welche Miss Baas‘ sehr eigenen Bezug zu Samples und Reggaetechnischen Intonierungen bebildern soll – aha.

Die EP jedenfalls, derzeit als Download auf allen gängigen Plattformen erhältlich, lebt dabei, was Miss Baas durchaus auszeichnet, durch ihre kräftige Stimme, die, egal ob mit Soul-Gesang, Reggae-Toasting im Patois-Style oder Hip Hop-Raps, ihre eigene, tiefdunkle, fast schlammige Schwere hat und dem Material, dem 2. Standbein der „M1223225“-EP, fast egal zu sein scheint, arbeitet die EP doch auch mit elektronisch getriebener Clubmusik; Breakbeat und Co.!

„M1553225“ von Miss Baas hat zwar nicht den Anspruch, das Reggae-Rad neu zu erfinden, setzt aber trotz oder gerade auch wegen eindeutig zweideutigem Coverdesigns ein erstes Ausrufungszeichen auf die internationale, dringend anstehende Karriere der russischen Quotentoasterin (Hand aufs Herz: für ein so großes Land wie Russland mit einer derart vielschichtigen (Musik)Kultur gibt es noch immer, viel, viel zu wenig russische Musik in Deutschland, egal ob Reggae, Hip Hop, Soul oder Pop), der man ihre Herkunft dank großer jamaikanischen Authentizität und einer auch mal Popgetränkten Soul-Attitüde nur in den Spitzen anhört – „M1553225“: Willkommen Miss Baas!

© Oliver Gross