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Mick Flannery – I Own You Mick Flannery – I Own You
3.5
Mick Flannery – I Own You (Mick Flannery/Universal Music) Sofort beim ersten Song von „I Own You“ von Mick Flannery, eben dem Titelsong, wird... Mick Flannery – I Own You

Mick Flannery – I Own You (Mick Flannery/Universal Music)

Sofort beim ersten Song von „I Own You“ von Mick Flannery, eben dem Titelsong, wird klar, dass wir es hier mit allem anderen als einem standardisierten oder gar massentauglichen Pop-Produkt zu tun haben.

Im SOUL TRAIN immer wieder thematisiert machte Mick Flannery so oder so ähnlich bereits mit seinen vorangehenden Alben „Red To Blue“ (2012) und „By The Rule“ (2014) von sich reden und stürmte in seiner grünen Heimat Irland die Charts im Sturzflug.

ST16_403_R_MICKFLANNERY_1711Kantig, wuchtig und sogar ein wenig ungemütlich mit einem Hang zu voluminösen, fast bombastisch wirkendem Instrumentarium kommt Flannerys schmerzverzerrter Gesang, die stilistische Gratwanderung aus irischer Folklore, tiefschwarzem Blues, dreckigem Rock und unbarmherzigen Black Music-Ablegern zu einem reibenden, unbeirrten Alleinstellungsmerkmal zu drehen, das seine Wirkung unmittelbar entfaltet; kein Wunder also, dass Mick bereits die International Songwriting Competition in Nashville, Tennessee, USA, gewann.

In den ruhigeren, mitunter zugleich dunkleren, ja fast düsteren Momenten erinnert Flannerys „I Own You“ sogar an den Geist des Leonard Cohen oder des Johnny Cash oder seines Idols Tom Waits (der SOUL TRAIN berichtete immer wieder über alle drei), was erstaunlich ist, ist Mick Flannery mit Jahrgang ’83 doch noch immer ein recht junger Vertreter Schmerzdurchtränkter Lebensweisheiten.

„50 Prozent dieses Albums sind bewusst gesellschaftspolitisch und enthalten dementsprechende Stellungnahmen, was für mich nicht nur neu ist, sondern sogar etwas beängstigend…“ sagt Mick Flannery selbst über den Songreigen von „I Own You“ und belegt somit die Theorie der frühen Traurigkeit eines großen, irischen Liedermachers.

Christian Best produzierte das Werk mit einem Anspruch, der auch Hip Hop und Beats und Grooves in seinen gefühlten Fokus setzt, zugleich jedoch stets den Weg zurück in die düsteren Abgründe introvertierter Songpoesie zurückfindet.

Unterhaltsam ist das alles allemal, aber eben auch grundlegend anders, zumindest für unsere mitteleuropäischen, deutschen Ohren. Heftig, dieses „I Own You“ von Mick Flannery, erhältlich übrigens auch als Vinyl-Version.

© Dr. Chuck