soultrain online.de - Soul, Funk, Jazz & Urban Grooves
Matthias Schwengler – Soulcrane Matthias Schwengler – Soulcrane
4
Matthias Schwengler – Soulcrane (FLOATmusic) Es ist nicht nur dem Superinstrument Trompete zu verdanken, dass „Soulcrane“, das neue, erste Album des Matthias Schwengler Trios,... Matthias Schwengler – Soulcrane

Matthias Schwengler – Soulcrane (FLOATmusic)

Es ist nicht nur dem Superinstrument Trompete zu verdanken, dass „Soulcrane“, das neue, erste Album des Matthias Schwengler Trios, so atmosphärisch, so intim, klingt.

ST17_103_R_MATTHIASSCHWENGLER_1604Das Zusammenspiel zwischen Schwengler und seinen zwei Begleitern Reza Askari (Bass) und Philipp Brämswig (Gitarre) ist voll von erdiger Selbstachtung, behutsamen Charakterzeichnungen und vor allen Dingen angenehm leisen Tönen, die hier das A und O sind.

Das seit 2015 bestehende Kölner Jazz-Trio tat gerade für ein Debütalbum gut daran, „Soulcrane“, sicher auch daher der uns in der SOUL TRAIN-Redaktion natürlich sofort ins Auge und ins Ohr fallende Name, mit Sounds voller Bodenhaftung und Strukturen, die auch retrospektiven Soul-Alben und Jazz-Klassikern gut zu Gesicht gestanden haben, zu bestücken: „Soulcrane“ hat in seinen besten Momenten Charakterzüge der besseren Herb Alpert-Alben (der SOUL TRAIN berichtete) – wenn das kein Kompliment ist.

Dabei werden Askari und Brämswig ausreichend Luft für Soli eingeräumt, die diese zugleich und glücklicher Weise eben nicht dazu nutzen, völlig aus dem Rahmen zu fallen und improvisatorische Bebop-Momente in die Welt hinauszuprügeln sondern sensibel auf das samtene Trompetenspiel Schwenglers zu antworten – Musik, die eben wegen dieser feinfühligen Kommunikation unter den einzelnen Musikern lebt und trotz aller leisen Töne bebt.

Ein kurzweiliges, unaufdringliches, der Albumstimmung angemessenes Cover-Artwork dazu und fertig ist das Matthias Schwengler-„Soulcrane“-Debütalbum, das besonders durch seine Charakterstärke und seinen Fokus auf Melodie und Harmonie punkten kann – Bravo!

© Gregor Poschoreck