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Mamie van Doren – Ooh Ba La Baby! Her Exciting Rock’n’Roll Recordings 1956-1959 – The Remastered Edition Mamie van Doren – Ooh Ba La Baby! Her Exciting Rock’n’Roll Recordings 1956-1959 – The Remastered Edition
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Mamie van Doren – Ooh Ba La Baby! Her Exciting Rock’n’Roll Recordings 1956-1959 – The Remastered Edition (Hoodoo Records/In-Akustik) Gemeinsam mit dem tragischen Weltstar... Mamie van Doren – Ooh Ba La Baby! Her Exciting Rock’n’Roll Recordings 1956-1959 – The Remastered Edition

Mamie van Doren – Ooh Ba La Baby! Her Exciting Rock’n’Roll Recordings 1956-1959 – The Remastered Edition (Hoodoo Records/In-Akustik)

Gemeinsam mit dem tragischen Weltstar Marilyn Monroe und dem so genannten „Busenwunder“ Jayne Mansfield gehörte  „Sexsymbol“ Mamie van Doren zu den Top 3, den so genannten „Three M’s“, der weiblichen Boulevard-Wunder – It-Girls – der Fünfziger Jahre des letzten Jahrhunderts – der SOUL TRAIN berichtete immer wieder über alle genannten.

Die entsprechend provokatne, Sexdurchflutete Optik, der eigene Habitus in Sachen Geschlechterkampf sowie, und das ist der Unterschied zu jenen It-Girls der Gegenwart, eine große Affinität zur Schauspielerei (alle drei waren routinierte Hollywood-Stars, angeführt fraglos von Legende Marilyn Monroe) ein Talent für alles, was das große Entertainment mit sich bringt (Schauspielern, Singen, Tanzen…) lassen das Trio heute zu echter, gelebter Hollywood-Geschichte werden.

ST17_010_R_MAMIEVANDOREN_1101Die auf Hoodoo Records (Vertrieb über In-Akustik – der SOUL TRAIN berichtete) erschienene, 19 Titel lange Kompilation mit dem gigantischen, sperrigen Titel „Ooh Ba La Baby! Her Exciting Rock’n’Roll Recordings 1956-1959 – The Remastered Edition“ nimmt sich Mamie van Doren und zeigt, dass sie sogar eine richtig gute Sängerin war, deren Stimme eine ganze Bandbreite an Emotionen abzudecken verstand und eine Balance zwischen Kopfstimme und zarter Bauchstimme herstellte – unwiderstehlich.

Dass Mamie van Doren, geboren als Joan Lucille Olander 1931 in South Dakota, zugleich nicht als Sängerin, sondern als so genanntes Starlet in den Köpfen geblieben ist, dürfte sicher auch ihrer für ungeschulte Augen fast schon vulgären Optik geschuldet sein, die jedoch ihrem Schaffen als Sängerin nicht wirklich gerecht wird.

Der Albumuntertitel „Her Exciting Rock’n’Roll Recordings 1956-1959“ zeigt bereits den Fokus der Musik, die ganz der Zeit angemessen auch mit karibischen Einflüssen und mit Jazz liebäugelt und nicht selten mit einigen der besseren Orchesterleiter und Musiker der Ära Fifties wie Eddie Cochran, dem Lex Baxter Orchestra oder dem Billy Vaughn Orchestra und sogar Musik-Legende Paul Anka entstanden ist (einmal mehr: der SOUL TRAIN berichtete immer wieder über alle genanten).

Gary Blailock und James Chumet (und ein letztes mal: der SOUL TRAIN  berichtete) verfassten die umfangreichen, aufklärenden Klappentexte des herausragenden, neu abgemischten Albums, welches eine wichtige Lücke in der Wahrnehmung der Fünfziger Jahre des letzten Jahrhunderts der breiten Masse schließt: Mamie van Doren sollte, ja muss man über ihre offensichtlichen, vermeintlich Männemordenden Attribute hinaus kennen, hören und respektieren.

Eine Vielzahl an Coverabbildungen und Fotos im Booklet machen „Ooh Ba La Baby! Her Exciting Rock’n’Roll Recordings 1956-1959 – The Remastered Edition“, der Werkschau dessen, was die großartige Mamie van Doren in der Mitte des 20. Jahrhunderts musikalisch erreicht hat, und das ist mit entsprechender Selbstreflektion und der zugegebener Massen korrigierenden Sogwirkung des Materials so einiges, ein großartiges Stück Zeitgeschichte und bieten schieres Fifties-Musik-Entertainment at its best.

© Lex