Linear John – Double Parade Linear John – Double Parade
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Linear John – Double Parade (Agogo Records/!K7/Indigo) Markus Antero Holkko alias Linear John begeisterte die SOUL TRAIN-Redaktion und Leser bereits mit seinem Debütalbum „Hits... Linear John – Double Parade

Linear John – Double Parade (Agogo Records/!K7/Indigo)

Markus Antero Holkko alias Linear John begeisterte die SOUL TRAIN-Redaktion und Leser bereits mit seinem Debütalbum „Hits With A Twist“ aus dem Jahre 2016, damals ein SOUL TRAIN HOT TIP (READ MORE).

Linear John – Double Parade (Agogo Records/!K7/Indigo)

Die kompromisslose, wunderbar willkürliche Verschmelzung von Pop, Jazz, Soul und Funk, elektronischer Musik jeglicher Couleur, retrospektiven Easy Listening- und Schmalz-Idealen und unzähligen weiteren, sinnigen, unsinnigen oder gar wagemutigen Black Music-Subströmungen aus Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft macht auch den Charme des neuen, zweiten Albums des Finnen mit dem geradeauslaufenden, zugleich herrlich verrückten Pseudonym Linear John aus: „Double Parade“, so der Name des neuen Linear-Longplayer-Kindes, nimmt den Faden des Erstlingswerkes gekonnt und stets frei von allzuviel Kopfschmerz auf und strickt ein noch eigenwilligeres Musikbildnis als jenes, welches wir bereits im bisherigen Linear John-Musik-Strom zu finden wussten.

Der melancholisch-unterkühlte Minimalpop-Gesang ist auch hier ein eigenbrödlerischer, roter Faden, der die Wege des Grooves des Albums stets ohne jede ausgespielte Dominanz beherrscht und bewegt und die Latte für die Erwartungshaltung mit jedem der Songs von „Double Paradise“ immer wieder neu heraufzusetzen versteht.

Linear John – Hits With A Twist (Agogo Records/!K7/Indigo)

Der „pornöse Fi-Boogie“, wie der Klangstrudel des Linear John bereits beim Erstling ganz recht betitelt wurde, wird hier noch einmal mehr auf die Spitze getrieben, strengt zwar aufgrund seiner schieren Völle einen Tick mehr an als noch jenes „Hits With A Twist“, hält aber gerade in der schieren Soundverwirbelung und den zahlreichen Momenten voller Sechziger Jahre-Sehnsuchtsmelodien und süffisanter Easy Listening-Klebrigkeit auch mehr Aha-Momente als das erste Album Johns bereits – so soll’s sein.

Mitunter glänzt das Werk mattleuchtend mit entschleunigten Bossa Nova- und Folk-Momenten und lässt sicher auch Herzen breitentauglicheren Pop-Empfindens frohlocken – trotzdem, oder gerade deswegen sollte man „Double Paradise“ des Linear John, das zweite abendfüllende Album des Großmeisters des echten, wahrhaften Black Music-Kitsch 3.0, übrigens auch auf angemessen coolem Vinyl erhältlich, wiederholtes Hören gönnen – SOUL TRAIN HOT TIP!

© Michael Arens