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Le Commandant Couche-Tôt – Un Histoire D’Amour Bresilienne Le Commandant Couche-Tôt – Un Histoire D’Amour Bresilienne
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Le Commandant Couche-Tôt – Un Histoire D’Amour Bresilienne (Black Milk Music Records) Mit seiner fulminanten, in der SOUL TRAIN-Redaktion hochverehrten ersten EP, „Le Commandant... Le Commandant Couche-Tôt – Un Histoire D’Amour Bresilienne

Le Commandant Couche-Tôt – Un Histoire D’Amour Bresilienne (Black Milk Music Records)

Mit seiner fulminanten, in der SOUL TRAIN-Redaktion hochverehrten ersten EP, „Le Commandant Couche-Tôt Et Son Magnifique Orchestre De Clavier“, hat sich Anthony Malka alias Le Commandant Couche-Tôt vor zwei Jahren bereits ein kleines Denkmal gesetzt und Sounds in die sprichwörtliche und tatsächliche Rille verbracht, die mit allen Tricks und Kniffen gesammelte Black Music- und Soundtrack-Ästhetiken aus Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft jonglierte – eine Ausgeburt der Coolness (READ MORE).

Nun setzt er musikalisch den Hebel eben genau an dieser Stelle erneut an, um sein erstes abendfüllendes Album mit dem vielversprechenden Titel „Un Histoire D’Amour Bresilienne“ an den Start zu bringen.

Auch, wenn der Pressetext zur Veröffentlichung ein „zweites Kapitel in einer tropischen Dystopie“ aufschlägt und der Soundtrack-Gedanke der Erstlings-EP in den Hintergrund rückt, ist hier der dystopische Ansatz kaum zu merken, allenfalls der Comichafte Charakter des Gesamtkunstwerkes lässt dies verspielt durchscheinen, Reminiszenzen und teils versteckte Querverweise an so grundverschiedene Künstler und Acts wie Nicolay, Klaus Doldinger’s Passport, Christian Bruhn, Mezzoforte, RAH Band, The Rippingtons, Light Of The World, Hattler, Freur, Freeez oder gar Maze oder die Energie von Tower Of Power inklusive (der SOUL TRAIN berichtete unzählige male über alle in diesem Abschnitt erwähnten).

SOUL TRAIN HOT TIP: Le Commandant Couche-Tôt – Un Histoire D’Amour Bresilienne (Black Milk Music Records)

Vielmehr sind es hier positive, verspielte, tropische und immer wieder und ganz typisch für Le Commandant Couche-Tôt retrospektive Black Music-Sounds, die so stimmig und zugleich mit großartigem Alleinstellungsmerkmal an- und ineinandergespielt sind, dass es einmal mehr eine wahre Wonne ist, dem neuen, zweiten Werk Malkas, der sein Album praktisch im Alleingang geschrieben und produziert hat, zu lauschen, wobei es sogar egal ist, ob man dem Set ein intensives Ohr gibt oder es nur als Hintergrundbegroovung einer entspannten und hoffentlich baldigen Fahrt im Cabriolet hernimmt.

Hochkarätige Albumgäste wie, um nur einige wenige zu erwähnen, der britische Über-Drummer Nick van Gelder (READ MORE), Brasil-Jazzfunkster und Azymuth-Bassistenlegende Alex Malheiros, Quentin Thomas (NCY Milky BandREAD MORE) oder gar Omar Lye-Fook (READ MORE), Acid Jazz-Ikone der ersten Stunde, sorgen zugleich dafür, dass das neue Album von Le Commandant Couche-Tôt einen musikalischen Unterbau bekommt, der nicht nur Hand und Fuß hat und in Soul, Funk, Jazz mit Acid Jazz und Jazz Fusion, Disco, Dance, House, Hip Hop, Groove, Electronica, Exotica und allerlei Obskurem und Experimentellem gleichermaßen und sehr organisch sein Zuhause hat, sondern auch und gerade musikalisch und spielerisch absolut ausgefeilt und hochsensibel klingt – E-Musik trifft U-Musik (einmal mehr: der SOUL TRAIN berichtete viele male über alle in diesem Abschnitt erwähnten).

In Rhythmus und Taktung, Aufbau und Struktur, Geschwindigkeit und Hooklines und vor allen Dingen im musikalischen Gesamtgemälde stetigem Wandel unterlegen macht „Un Histoire D’Amour Bresilienne“ von Le Commandant Couche-Tôt, brasilianische Musik im Titel hin oder her, eine derart gute und geschlossene Figur, dass mir einfach gar nichts anderes übrig bleibt, als dem Album mit Wohlbehagen die SOUL TRAIN HOT TIP-Krone aufzusetzen – Respekt für dieses herrlich klackernde, überdurchschnittlich charmante, raffinierte und hinreißend gute, coole Stück Black Music-Entertainment!

© Michael Arens

Le Commandant Couche-Tôt – L’Été Indien (feat. Omar):