Kim Tibbs – Kim Kim Tibbs – Kim
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Kim Tibbs – Kim (Black Orchid Records/Expansion Records/Rough Trade) Der Umstand, dass die vermeintliche Newcomerin Kim Tibbs ihr Albumdebüt „Kim“ nicht nur singt, sondern... Kim Tibbs – Kim

Kim Tibbs – Kim (Black Orchid Records/Expansion Records/Rough Trade)

Der Umstand, dass die vermeintliche Newcomerin Kim Tibbs ihr Albumdebüt „Kim“ nicht nur singt, sondern das Album mehr oder weniger im Alleingang selbst geschrieben, komponiert und produziert, arrangiert und schließlich aufgenommen und abgemischt hat, ringt einem Respekt ab.

Dass Kim Tibbs den Soul und Southern Soul der Sixties und Seventies ebenso liebt wie das Gospel-Gen im Soul-Genre, die Grooves der Achtziger Jahre und die inbrünstige Melancholie von klassischen Slow Jam-Balladen lässt das Album zu einem Besonderen werden, welches immer mal wieder auch Verwunderung mitbringt: Kim Tibbs traut sich was.

Ihre Kopfstimme stets akzentuiert eingesetzt achtet die Powerfrau darauf, dass das Album nie den hohen Pegel an Spannung und Überraschungsmomenten aufgibt und auch bluesige und jazzige Black Music-Momente, coole Funk-Breaks und weiche Blaxploitation-Ideale miteinander verknüpft, als wäre es die normalste Sache der Welt.

Nun kann man Kim Tibbs zugleich nicht nachsagen, dass sie das größte und ausdrucksstärkste oder gar voluminöseste Organ der Musikgeschichte hätte; vielmehr trifft oft eben genau das Gegenteil zu; doch Kim Tibbs bestätigt zugleich die Theorie, dass man keine großartige Stimme braucht, um großartig singen zu können, mit wehenden Fahnen.

„Kim“, das Debütalbum der Kim Tibbs, seit rund, womit wir bei der „vermeintlich“-Begrifflichkeit vom Beginn dieser Albumvorstellung wären, drei Dekaden eine feste Größe im Black Music-Business, kommt samt Über-Single, dem Groove-Monster „Soul!“, übrigens als Bonus Track auch in der „Remix Extended Version“ vorhanden (CD), als handfestes, überzeugendes Stück Soul-Zeitgeschichte daher, die Schwere aus vermeintlich tiefschürfenden Black Music-Themen zu nehmen und schafft dies mit überraschend unverbrauchter Sympathie und einem Abwechslungsreichtum, der sich hören lassen kann.

© Lex