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Julian Lage – Modern Lore Julian Lage – Modern Lore
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Julian Lage – Modern Lore (Mack Avenue Records/In-Akustik) „Modern Lore“ ist das zweite Album des Gitarristen Julian Lage und seines Trios, das durch den... Julian Lage – Modern Lore

Julian Lage – Modern Lore (Mack Avenue Records/In-Akustik)

„Modern Lore“ ist das zweite Album des Gitarristen Julian Lage und seines Trios, das durch den Bass von Scott Colley sowie Kenny Wollesens Schlagzeug und Vibraphon unterfüttert wird (der SOUL TRAIN berichtete über alle genannten).

Dass das neue Set eher als instrumentales Rhythm and Blues-Album denn als zeitgenössisches Jazz-Set gesehen und bewertet werden dürfte, liegt ganz sicher im Sinne Lages, der sich für das rollende Grollen von Bluesdurchtränkter Country & Western-Romantik entschieden hat und entsprechend atmosphärisch und dank des produktionstechnischen Geschicks von Jesse Harris (der SOUL TRAIN berichtete) echten Charakter entwickelt, der bei aller spielerischen Leichtigkeit stets und handwerklich wunderbar Hand und Fuß besitzt.

Aufgenommen in New York sind es neben der Gitarre des Julian Lage der Bass von Scott Colley, das Schlagwerk und das Vibraphon von Kenny Wollesen, das Keyboard von Tyler Chester sowie nicht zuletzt das musikalische Gastfeature von Jesse Harris selbst, der in einigen Songs Perkussion, den Tasten sowie dem akustischen Gitarrenspiel unter die Arme greift, die auch das Zulassen von scheinbar minimalistischen Gitarrensounds aus der Mitte der Fünfziger Jahre ermöglichen.

Diese verwandeln das Set schon fast in ein Rock’n’Roll-Album, welches zugleich bescheiden und sanftmütig in sich ruht; ein Album, das einmal mehr nachdrücklich zeigt, dass Weniger selbstverständlich und mit großartiger Musikalität Mehr ist – Julian Lages „Modern Lore“ ist übrigens auch auf magischem, angemessenen coolem Vinyl erhältlich.

„Ich wollte, dass alle Songs auf diesem Album aus einem tanzbaren Groove heraus geboren werden“ zitiert die mitgelieferte Presseinfo Julian Lage zum neuen Album „Modern Lore“ – schöner und trefflicher hätte ich die musikalischen und ideologischen Befindlichkeiten des durchweg hinreißenden Albums nicht beschreiben können: Julian Lage mit „Modern Lore“ – coole Sache.

© Stephan Carl Blades