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Jools Holland – Piano Jools Holland – Piano
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Jools Holland – Piano (EastWest Records/Warner Music) Man darf den Titel des neuen Albums des britischen Pianisten, legendären TV-Moderators und Enfant Terrible der englischen... Jools Holland – Piano

Jools Holland – Piano (EastWest Records/Warner Music)

Man darf den Titel des neuen Albums des britischen Pianisten, legendären TV-Moderators und Enfant Terrible der englischen Jazz- und Popszene ruhig wörtlich nehmen: sein Lieblingsinstrument spielt hier klar die Hauptrolle.

ST17_044_R_JOOLSHOLLAND_2202Ob in Zusammenhang mit einer Studioband, im Rahmen einer Big Band-Aufnahme oder in stilistischem Ästhetikeinfang einer Blues Band oder schlicht als puristischer Piano-Moment: Jools Holland bleibt dem Albumtitel in jedem der insgesamt immerhin 18 Titel von „Piano“ treu.

Boogie Woogie, Rhythm and Blues-Vortrieb, zeitgenössischer Jazz, beschleunigte Pop-Ästhetik und ein vorsichtiger Zugang zum großen Areal der Avantgarde macht das neue Holland-Werk bei gleichzeitiger Bescheidenheit zu einem enorm unterhaltsamen Set, welches zugleich große Abwechslungsbereitschaft freilegt.

Laurie Latham, sicher einer der profiliertesten britischen Musikproduzenten überhaupt, über den wir im SOUL TRAIN bereits unzählige male berichteten, produzierte das Werk mitsamt seinen Haken und Kanten und sorgte trotzdem und zeitgleich dafür, dass der Fluss des Albums stets gewährleistet ist – eine Gratwanderung. Ein Titel von „Piano“ zieht sogar das Genie des großen Brian Eno (einmal mehr: der SOUL TRAIN berichtete immer und immer wieder) als Co-Produzenten heran – cool.

Im mitgelieferten Booklet (CD) gibt Jools Holland kurze Statements und geschichtliche Anekdoten zu den einzelnen Songs von „Piano“ ab und wertet das Album, das Produkt als Ganzes (die CD) noch einmal nachhaltig und sehr persönlich und mit seiner ureigenen Charakterstärke auf.

Jools Holland präsentiert sich mit „Piano“ mit routiniertem Handwerk und einem wunderbar ausgeklügelten, aber sehr direkt klingenden Gespür für Konzept und Charme – Musik, wie sie eben nur Jools Holland machen kann.

© Gregor Poschoreck