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Erik Truffaz Quartet – Doni Doni Erik Truffaz Quartet – Doni Doni
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Erik Truffaz Quartet – Doni Doni (Foufino Productions/Parlophone/Warner Music) Die Vielschichtigkeit des französisch-schweizerischen Trompeters Erik Truffaz (der SOUL TRAIN berichtete) zu entflechten gleicht einem... Erik Truffaz Quartet – Doni Doni

Erik Truffaz Quartet – Doni Doni (Foufino Productions/Parlophone/Warner Music)

Die Vielschichtigkeit des französisch-schweizerischen Trompeters Erik Truffaz (der SOUL TRAIN berichtete) zu entflechten gleicht einem Himmelfahrtskommando.

Eigentlich im Jazz beheimatet fühlt sich der Innovator seit je her aber auch in elektronisch getriebenen Grooves, in Soul und Funk, und Ethno, in populärer aber auch in avantgardistischer, sogar experimenteller Musik Zuhause,

Seit den frühen Neunziger Jahren des letzten Jahrhunderts ist Truffaz nun unterwegs, stets ausgetretene Musik- und Musikerpfade zu verlassen und eigene Handlungsstränge zu etablieren. Auch sein neuestes Album „Doni Doni“ pflegt diese Tradition: Bereits der Albumtitel ist ein Hinweis auf die enge Verflechtung mit der Kollaborationspartnerin des Sets, der malischen Sängerin Rokia Traoré (der SOUL TRAIN berichtete), die eine Handvoll Titel des Albums mit ihrer einfühlsamen und fesselnden Stimme mit großer Achtsamkeit ausleuchtet.

ST16_054_R_ERIKTRUFFAZ_0103„Schritt für Schritt“, bedeutet „Doni Doni“ in Traorés Heimatsprache Bambara und meint hier doch nichts anderes, als sich eben Schrittweise einem erneut neuen Thema zu widmen. Gleichzeitig ist es die von Erik Truffaz und seinem Quartett traditionell und wie selbstverständlich gelebte, enge Zusammengehörigkeit mit seinen Mitmusikern, welche hier das Geflecht aus Jazz Fusion, coolen Electronica-Vibes, akzentuierten und organischen Blues-Riffs und einer immer wieder, zugleich sehr vorsichtigen Liebeserklärung an die Musik Malis, die oft mehr gefühlt als gespielt sein leuchten aussendet, erst möglich macht.

„Doni Doni“ wirkt bei alledem unglaublich intim und persönlich und arbeitet mit verspielten Elementen ebenso wie mit praktisch permanenten Querverweisen auf ein halbes Dutzend weiterer Musikgenres des Planeten – überwiegend beschützt und behütet durch die wärmende Sonne des Black Music-Kosmos.

Mitwirkende beim zehn Titel langen „Doni Doni“ sind neben der erwähnten Rokia Traoré unter anderem Organist Benoît Corboz, der gemeinsam mit Truffaz, Marcello Giuliani und Arthur Hnatek auch Urheber der Songs ist sowie die wunderbare Stimme von Oxmo Puccino (der SOUL TRAIN berichtete).

„Doni Doni“ des Erik Truffaz Quartet ist auch optisch ein Hochgenuss und darf mit Fug und Recht als eines der besten Alben, wenn nicht das beste Album von Erik Truffaz verstanden werden. Bravo!

Erik Truffaz‘ „Doni Doni“ erscheint übrigens sinniger Weise auch auf schwarzem Gold – Vinyl!

© Holger S. Jansen