Cherry Red Records – Remastered, Reissued & Expanded #40 Cherry Red Records – Remastered, Reissued & Expanded #40
Cherry Red Records – Remastered, Reissued & Expanded #40

Cherry Red Records/Rough Trade: Remastered, Reissued & Expanded – Soul-Klassiker neu aufgelegt!

Der SOUL TRAIN wird nicht Müde, darüber zu berichten: Soul, Funk und Jazz brachten immer schon unzählige Stilblüten, Klassiker und obskure Trittbrettfahrer in Form von Künstlern und Alben hervor, welche bis heute die Klangfarbe des Genres bunter machen, nachhaltig verändern und schließlich ausmachen.

CherryRedRecordsRoughTrade-LogoSMALLDas britische Cherry Red Records-Label und der deutsche Rough Trade-Vertrieb bringen regelmäßig große, kleine und bemerkenswerte Klassiker des weit verzweigten Soul-, Funk- und Jazz-Genres sowie des Pop, Rock und der mehr oder weniger experimentellen Musik der letzten fünf Dekaden erneut, gänzlich neu und teils erstmalig auf CD heraus.

Diese erscheinen, oftmals technisch überarbeitet, wahlweise als Reissue, als Album-Doppelpack (z.B. zwei Original-Alben auf einer CD), als Remastered Original-Album oder als Expanded Edition mit einer Menge faszinierendem Zusatzmaterial wie Bonus Tracks jeglicher Couleur, Liner Notes von versierten Kennern des jeweiligen Genres, biografische und discografische Fakten, Fotostrecken, Coverabbildungen und allerlei weiteren interessanten Zusatzfeatures.

Der SOUL TRAIN nimmt sich im Rahmen dieser Kolumne regelmäßig diesen Klassikern in neuem, teils edlem Gewand an und wird ausführlich über alle Aspekte der Veröffentlichungen wie die Musik, den bzw. die Künstler, den Sound, die Hintergründe, die Philosophie und nicht zuletzt das Produkt als Ganzes berichten.

Die SOUL TRAIN-Redaktion wünscht viel Spaß beim Lesen und Studieren sowie, last but not least, beim Hören!

FOLGE 40: Angela, Teena & Marcia in Manchester – alles Roger, Randy!

Gleich vier neue Folgen der optisch in einer Flucht gehaltenen Soulmusic Records Classics-Reihe auf Soulmusic.com Records der britischen Soul-Ikone-David Nathan eröffnet die heutige, immerhin 40. Folge von „Remastered, Reissued & Expanded – Soul-Klassiker neu aufgelegt!“, der Kolumne mit Reissues, Neubearbeitungen und Kompilationen aus dem Hause Cherry Red Records/Rough Trade in Deutschlands Soul Musik-Magazin Nr. 1 – dem SOUL TRAIN.

„I Try – The Anthology 1978-1993“ zeigt zwei CDs und 34 Songs lang die Geschicke und die coolsten, hinreißendsten Tracks der Ära der Angela Bofill während die Huldigung der unvergessenen Teena Marie, „Ooo La La La – The Epic Anthology“, 25 Songs lang ihre bemerkenswertesten Tracks ihrer Zeit beim legendären Epic-Label ausleuchtet.

Kashif, 2016 viel zu früh verstorben, wird mit „Help Yourself To My Love – The Arista Anthology“ mit ebenfalls zwei Silberlingen und insgesamt 30 Songs einmal mehr das beste und genialste abverlangt – seinem Albumtitelspendenden Monsterhit gleichen Namens inklusive, wogegen sich „Prime Time – The Epic Anthology“ eben mit der ähnlichen Thematik wie bei Teena Marie beschäftigt, jedoch mit dem kleinen aber nicht unwichtigen Detail, dass wir es hier mit einer Werkschau von Mtume zu tun bekommen, und das immerhin ganze 32 Songs und zwei CDs lang.

Faszinierend ist bei allen Veröffentlichungen, dass neben den mit Infotainment knackig und sinnig angefüllten Booklets samt pointierten Klappentexten auch gleich jene Songs Verwendung finden, welche als Kooperation oder als Gastspiel in die Geschichte von Soul und Funk eingegangen ist wie etwa „Love Was Never“, eigentlich ein Marion Meadows-Smooth Jazz-Song, besungen von Gene Rice und eben jener eingangs erwähnten Angela Bofill, um nur ein Beispiel zu nennen; alle vier zeichnen zugleich auch die erste Highlight-Eruption der heutigen SOUL TRAIN-Kolumne mit Reissues, Neuauflagen und Über-Kompilationen nach.

Brenda Holloway wurde ebenfalls auf Soulmusic.com Records und im Rahmen der Soulmusic Records Classics-Serie ein kleines, überaus liebenswertes Denkmal gesetzt: „Spellbound – Rare And Unreleased Motown Gems“ gibt als Doppel-CD-Edition eben genau diesen Inhalt preis, der insgesamt 33 Songs lang das sensible Organ der großartigen Brenda Holloway in der Vordergrund stellt.

Sharon Davis verfasste die Liner Notes der kompakt wirkenden, besonders für echte Motown-Nerds unverzichtbaren Kompilation, welche sich in zwei Bereiche aufteilt: „The Star“ (CD1) befasst sich mit der etwas kommerziell aufgestellteren Brenda Holloway während CD2, „You Are My Chosen One“, verkündet und damit meint, dass hier die Konzentration auf etwas rarere Songs Holloways am höchsten ist – hinreißend.

Hinreißend ist ein Attribut, das stets auch auf die glorreiche, ikonische Stimme der Randy Crawford zutrifft. 1995 veröffentlichte sie mit „Naked And True“ ein zwar erfolgreiches, für ihre Verhältnisse aber eher ungewöhnliches Album, dass zum einen auf die damals auf dem Siedepunkt befindliche Acid Jazz-Ära zielt, zum anderen ei Who-Is-Who der Black Music-Befindlichkeiten der Zeit anführte, angefangen bei Funkster Bootsy Collins über Funk- und Jazz-Posaunistenlegende Fred Wesley bis zu Bernie Worrell, Meister und verbindendes Glied zwischen Soul, Funk und dem nie stillstehenden Vorwärtsschritt eines gepflegten, zeitlosen Black Music-Grooves.

Als Teil der BBR Deluxe Edition-Reihe auf BBR beeindruckt die Albumneuauflage besonders mit zwei CDs inklusive insgesamt 14 (!) Bonus Tracks und einem mitgelieferten Booklet, dessen Höhepunkt einmal mehr die detaillierten Liner Notes von Christian John Wikane sind.

Auch die Enchantment-Kompilation „Sunshine – The Enchantment Anthology (1975-1984)“ (BBR Classics, erschienen über BBR) geizt nicht mit jenem glorreiche Infotainment, stellt zwei CDs lang aber klar den Soul, den Discosoul und den Funk an die Speerspitze der ansonsten sehr vollmundig erscheinenden Kompilation, die man alleine schon aufgrund des Umstands lieben sollte, dass sie sich so ausführlich mit dem hierzulande nur wenig bekannten Enchantment-Projekt beschäftigt, welches deutlich weniger populär wurde als Delegation, deren erfolgreiches „The Promise Of Love“-Album von 1976 nun über die „BBR Remasters“-Reihe (wie immer zu beziehen über BBR) ein wohlverdientes Denkmal gesetzt wird.

Mit immerhin 18 Tracks, davon sagenhafte acht Bonus Tracks, leuchtet die neu abgemischte Albumwiederbelebung selbstredend auch mit ausführlichem Infotainment inklusive entsprechendem Klappentext und allem notwendigen Zusatzinfos ein Album wie „The Promise Of Love“ von Delegation aus und ermöglicht es so, ein Set wie dieses erneut respektieren und letztlich genießen zu können.

Mit dem Genießen wird es bei Roger Troutman, dem unvergessenen Zapp-Mastermind und seinen Solo-Alben schon etwas schwieriger, war Troutman, der Solo stets unter seinem Vornamen Roger firmierte, doch auch als Solo-Act neben seinem Ausdrucksdrang mit Zapp dem umtriebigen Beatswabern des Funk unterlegen.

„The Many Faces Of Roger“, „The Saga Continues“ sowie „Unlimited“, drei seiner auch hierzulande solide erfolgreichen Solo-Alben, erschienen in der ersten Hälfte der Achtziger Jahre, wurden nun von Robinsongs auf zwei CDs gebündelt, insgesamt sieben Bonus Tracks inklusive.

Fans Troutmans werden sich insbesondere über das verhältnismäßig überschaubare Infotainment im Booklet freuen, das nur wenig vom Genie des kongenialen Funksters Roger und seiner unvergessen coolen Musik preis gibt, und das ist dieses eine mal auch gut so, spricht die schiere Musik doch selbst Bände – ein weiterer Höhepunkt der heutigen, 40. Folge von „Remastered, Reissued & Expanded – Soul-Klassiker neu aufgelegt!“, der SOUL TRAIN-Kolumne mit Reissues, Neubearbeitungen und Kompilationen aus dem Hause Cherry Red Records/Rough Trade.

Willie Hutch, einer der vielen, fast unzähligen Soul-Sänger auf dem legendären Motown Records-Roster, brachte 1977 und schließlich 1985 zwei Alben heraus, die nun seitens Soulmusic.com Records auf zwei CDs gebannt wurden: „Havin‘ A House Party“ sowie „Making A Game Out Of Love“ zeigen dabei nachdrücklich, dass es keine bombastischen Über-Stars braucht, um echte, feinfühlige Soul-Kost an den Mann und die Frau zu bringen: Willie Hutch hatte besonders stimmlich den einen sensiblen Touch, auch minderes Songmaterial in kleine Perlen zu verwandeln.

Die Soulmusic Records Classics-Ausgabe gibt insgesamt sechs Bonus Tracks sowie einen detaillierten Klappentext von Kevin L. Goins obendrauf und zeigt, dass es immer wieder auch die leiseren, fast schüchternen Themen sind, die Soul und seine Geschichte ausmachen.

Bewegen wir uns stilistisch etwas weg vom originären Soul hin zu afrikanischeren Rhythmen im Zeichen von Afro Beat, aber eben immer wieder auch mit der eigenen und typischen Verliebtheit in die Ideale von Soul und Funk: Matata war ein Zusammenschluss von Mitgliedern aus den in den Siebziger Jahren immens erfolgreichen Afro Funk-Bands Osibisa, Cymande und Assagai und zeigten deutlich auf, wie die in höchstem Masse ansteckende Hitzigkeit in Afro Beat und Funk-Umtriebigkeit explodieren kann, wenn man nur beides mischt.

„Wanna Do My Thing – The Complete President Recordings“ zeigt zwei CDs und über 30 Tracks lang die Geschicke Matatas, deren Sound so einzigartig, cool und mitreißend war und ist, dass selbst Liner Notes-Autor John Masouri im umfangreichen Begleittext seine Mühe hat, das Phänomen eingängig zu beschreiben – Matata sind ihr eigenes, zugleich sehr direkt zu hörendes Sound-Universum, das mit „Wanna Do My Thing – The Complete President Recordings“, erschienen über RPM Records, seine Entsprechung findet und fraglos ein weiteres Highlight der heutigen SOUL TRAIN-Reissues- und Kompilationskolumne ist.

Vom Soul und Funk über den Afro Beat zum Reggae: Marcia Griffiths gilt bis heute als eine der führenden weiblichen Stimmen des Genres und firmiert seit Jahrzehnten zu Recht als „Empress Of Reggae“ – „Kaiserin des Reggae“.

1978 und 1979 erschienen zwei ihrer legendärsten Alben, „Naturally“ (1978) und „Steppin'“ (1979), die nun auf einer CD von Doctor Bird Records gebündelt wurden.

Die zwei Original-Alben und ihre insgesamt 20 Original Tracks zeigen Griffiths mit all ihrer stimmlichen Magie, welche Roots Reggae und Lover’s Rock ebenso berücksichtigt wie Soul-Ästhetik und einem alle Erwartungen erfüllenden, mitgelieferten Booklet samt ausführlichster Liner Notes von Stephen Nye, welche das Fehlen jeglicher Bonus Tracks spielend wieder wett machen: die wunderbar authentische, analoge Sound-Ästhetik der traumhaft erdig agierenden Marcia Griffiths inklusive.

Bleiben wir noch etwas beim Reggae und beim Doctor Bird Records-Label, das gleich drei weitere Reggae-Alben bzw. Alben-Neuveröffentlichungen und Kompilationen ins Rennen schickt.

„Sufferer“ von The Kingstonians wurde im Original 1970 veröffentlicht und gilt heute als eines der bedeutendsten, wenn auch rareren Reggae-Alben der Geschichte.

Die Expanded Edition offeriert neben dem aufschlussreichen Begleittext im Booklet von Laurence Cane-Honeysett und unzähligen Fotos und Abbildungen auch immerhin zwölf Bonus Tracks, die das Original-Album des Reggae Vocal-Trios wunderbar ergänzen.

Die nächste Veröffentlichung auf Doctor Bird Records sind eigentlich gleich zwei Kompilationen, welche seinerzeit die Highlights der Trojan Records-Schmiede aufzeigten: „No More Heartaches“ erschien im Original 1969 während „What Am I To Do?“ nur ein Jahr später an den Start ging, Material von The Beltones ,Lloyd Robinson, Glen & Dave, The Jamaicans, King Cannon oder The Woodpeckers, um nur einige wenige zu nennen, inklusive – ein Reggae-Zeitzeuge, auf den man gerade als Reggae-Fanatiker auf keinen fall verzichten sollte, insbesondere, wenn die Reissue mit dermaßen lohnenswerten Infotainment wie hier (unter anderem mit Liner Notes von Andy „Charlie Chalk“ Lambourn und Marc Griffiths) aufwartet.

Doctor Bird-Reggae-Reissue Nummer Drei, Derrick Harriott And The Crystalites und ihr „Psychedelic Train“, dürfte sicher die eigenwilligste der Reggae-Neuauflagen sein.

Insgesamt 25 Tracks lang kommt hier nicht nur das 1970er Original-Album zu Wort sondern auch die 13 Bonus Tracks, welche inklusive ausführlicher Liner Notes von Laurence Cane-Honeysett keine Fragen oder Wünsche offen lassen – besonders für Reggae-Heads, die gerne in der Untiefe der Genregeschichte graben, ein unverzichtbares Stück Zeitgeschichte, die gerade in der Neufirmierung begeistert.

Machen wir einen Sprung in die vermutlich meist diskutierte Musik-Ära der Geschichte: die Achtziger Jahre. Howard Jones zählte damals zu den Superstars des neu gewonnenen Post Punk/New Wave/New Romantic/Softpop-Aufkommens. Das Dreifach-CD-Box Set „Best 1983-2017“, erschienen direkt über Cherry Red Records, zeigt dabei eben nicht nur die großen Hits Jones‘ wie „What Is Love?“, „New Song“ oder „Like To Get To Know You Well“ sondern auch Musik, die Jones‘ Entwicklung bis in die Gegenwart aufschlüsselt, was sicher nicht nur für Howard Jones-Fans von Belang sein dürfte.

Insgesamt bietet die auch haptisch und optisch herausragende Veröffentlichung 42 Songs, darunter diverse „Acoustic Live“-Versionen, alles bestückt mit einem edlen, prall gefüllten, inkludierten Booklet samt Interview mit Howard Jones, dem wir wichtige Teile des musikalischen Sound-Identifikation der Mitte der Achtziger Jahre zu verdanken haben – schöne Sache.

Bronski Beat waren in der gleichen Ära und ebenso wie Howard Jones aus England Stilprägendes Band-Projekt und werden noch heute eng mit der Stimme von Sänger Jimmy Somerville identifiziert.

Megahits wie „Why?“ oder „It Ain’t Necessarily so“ oder das ikonische „Smalltown Boy“ gehören heute in jedes Platten- und/oder CD-Regal mit Identifikationsbarken aus den Eighties, was es recht schwer macht, „The Age Of Reason“ (Strike Force Entertainment) das, na ja, „neue“ Album von Bronski Beat so recht zu mögen, fehlt bei der Neuinterpretation ihrer größten Hits doch die Stimme von Somerville, die hier durch Stimmersatz Stephen Granville zwar eine direkt ähnliche, aber eben nicht originale Aussagekraft bekommt.

Steve Bronski, namensgebender Kopf der Bronskis, nahm sich jenen Stephen Granville sowie Beatbastler Ian Donaldson und setzte das Bronski Beat-Konzept erneut durch, was gleich zwei CDs lang und mit edlem Infotainment bestückt im Klappcover-CD-Format auf zwei Silberlingen nur bedingt funktioniert: zu stark ist die vergleichende Komponente mit der unvergleichlichen Falsett-Stimme des charismatischem Jimmy Somerville, von dem sich die „neuen“ Bronski Beats wohl distanzieren wollen, mit dem Ergebnis, dass es eben recht durchwachsen ist, einer mitgelieferten Bonus-CD mit insgesamt 13 (!) Remixen und Versionen von „Stars“, „I’ll Be Gone“ sowie „A Flower For Dandara“, die das Kind auch nur latent vorm ertrinken retten können, inklusive. Was bleibt ist die Erkenntnis, dass auch im Eighties New Wave- und Pop-Wahnsinn nichts über das Original geht, auch, wenn die „neuen“ Bronski Beat das über drei Dekaden alte Soundgefühl ziemlich naturgetreu hinbekommen.

Ebenfalls in den Achtzigern, wenn auch in den auslaufenden, war das „The First Of A Million Kisses“-Album der viel zu kurzlebigen Fairground Attraction-Formation, eines der erfolgreichsten Pop-Alben seiner Zeit. Überwiegend geschuldet der millionenfach verkauften „Perfect“-Single blieb der Band nur die Stimme von Frontfrau Eddi Reader, die so sehr imponierte und die Wellen so hochschlugen ließ, dass bereits 1990, nur zwei Jahre nach der gigantisch laufenden „Perfect“-Single, die Ära der Band wieder endete.

Die Expanded Edition von „The First Of A Million Kisses“ (erschienen direkt über Cherry Red Records) zeigt nun auf zwei CDs und auf insgesamt 40 Songs, darunter rare Japan-Live-Varianten und Demos, den oft kruden Akustikpop mit Country-, Cajun- und Singer/Songwriter-Einschlag von Fairgroud Attraction, der bis heute doch immer wieder auf das One Hit Wonder namens „Perfect“ zurück kommt, egal, wie, wohin und wie oft man die Fakten auch dreht, biegt und wendet.

Michael Silvester schlüsselt diese Geschichte der britischen Fairground Attraction-Kombo im mitgelieferten mit Infotainment randvoll gefüllten Bookelt der Album-Neuauflage en Detail auf und lässt die Reissue immerhin für Fans zu einem unverzichtbaren Exkurs im Soundwirrwarr der Achtziger Jahre des letzten Jahrhunderts werden.

Zu dieser unkonkreten Musikgenre-Ansammlung gehörten auch Exposé, womit wir zwar den Kontinent von Europa nach Amerika wechseln, nicht jedoch die Ära.

1989 erschien ihr „What You Don’t Know“-Set, das nun gleich als Dreifach-CD-Edition und erhältlich über Cherry Pop trotz seiner produktionstechnischen Einfachheit beeindruckt.

Fans von Soul- Funk- und Latindurchzogenem Chartpop, und da schließe ich mich durchaus mit ein, werden sich über die Album-Wiederbelebung freuen und den charmanten Habitus der Kopfstimmen des Frauen-Trios zu schätzen wissen: selten trafen sich Soul, Funk, Latin und Pop auf so plastikartigem Grund – handwerklich fragwürdig gemachte Musik kann offenkundig, Exposé können tatsächlich ein Lied davon singen, trotzdem ungemein unterhaltsam sein.

Insgesamt offeriert die immens hochwertige produzierte Album-Erneuerung 45 (!) Exposé-Tracks vom Album in zahlreichen Varianten und Mixes, darunter sogar diverse bis dato unveröffentlichte Perlen, die beeindrucken und eben jene charmanten Züge freilegen.

Bill Pitzonka verfasste die Liner Notes während Albumproduzent Lewis A. Martineé sich Track für Track zu Kurzkommentaren und geschichtlichen Querverweisen zu jedem der Original-Album-Songs hinreißen ließ, alles selbstredend unter Zuhilfenahme von unzähligen discografischen und biografischen Hinweisen samt Fotos und Coverabbildungen – vorbildlich; so vorbildlich sogar, dass wir mit der Dreifach-CD-Album-Reissue „What You Don’t Know“ von Exposé, der Deluxe Edition, ein weiteres, eindeutiges Highlight der heutigen, immerhin 40. Folge von „Remastered, Reissued & Expanded – Soul-Klassiker neu aufgelegt!“, der Kolumne mit Reissues, Neubearbeitungen und Kompilationen aus dem Hause Cherry Red Records/Rough Trade in Deutschlands Soul Musik-Magazin Nr. 1 – dem SOUL TRAIN präsentieren können.

Wir bleiben nachwievor in den Achtziger Jahren, addieren zum US-Amerikanischen Habitus aber ein starkes teutonisches Element, war doch die „Neverending Story“ ein zwar Deutsch-produziertes aber eben auch US-Amerikanisch finanziertes Filmprojekt des deutschen Starregisseurs Wolfgang Petersen, das bis heute Nasen rümpfen lässt, aber klar Geschichte schrieb.

Für die Filmmusik zur nicht enden wollenden Michael Ende-Geschichte zeichnete sich seinerzeit niemand geringeres als Jazz-Saxofonisten-Legende und Komponist Klaus Doldinger verantwortlich, der ein atmosphärische dichtes Bildnis schuf, das den Film sinnig untermauerte und an den richtigen Stellen dramatisierte.

Immer an jenen Stellen des Blockbusters, damals noch ein sinniger Begriff, der sich heute längst selbst überholt hat, in denen breitentaugliche Sphären und Melodieführung für die Charts von Nöten waren, paktierte Doldinger mit Elektronik-Genie Giorgio Moroder, damals, 1984, einer der angesagtesten Pop-Erscheinungen des Planeten, und schufen gemeinsam so eine der eingängigsten Filmmusik-Melodien des Achtziger Jahre-Jahrzehntes, der Limahl-Megasingle „The Neverending Story“ inklusive.

Die Strike Force Entertainment-Soundtrack-Neubelebung arbeitet neben eben diesem Limahl-Solo-Über-Erfolg, der gleich in sechs (!) Versionen mit an den Start geht mit insgesamt sechs Bonus Tracks und einem kurzen, knappen Äußeren der CD, die das Musikgefühl der Ära und die des unvergessene Films für die Nachwelt erhält und aufarbeitet und letztlich, sind wir ehrlich, aufwertet.

„Manchester – North Of England“ lautet der vortreffliche Name einer genialen 7 CD-Box, welche sagenhafte 146 (!) vom Soundgefühl typische Tracks aus der coolsten Zeit eine der, zusammen mit London, Liverpool und Sheffield, wichtigsten britischen Städte für zeitgenössische Popularmusik im Post-Punk-Zeitalter und im vollen Verlauf der nachwievor viel diskutierten Achtziger Jahre des letzten Jahrhunderts zu erzählen weiß.

Die hochwertige Kollektion, erschienen direkt über Cherry Red Records (Vertrieb wie immer Rough Trade), trägt schön beschreibend den Untertitel „A Story Of Independent Music – Greater Manchester 1977-1993“ und stellt so sicher, dass auch alles aus dem Wendekreis von New Wave, New Romantic, Rock, Pop, Post Punk und Independent bis zu Rave und den Anfängen und den ersten Verästelungen elektronischer Musik mit anwesend ist.

Bands wie die Buzzcocks oder Durutti Column, Oasis, den Happy Mondays oder, unvergleichlich, New Order sind dabei ebenso am Start wie Morrissey, Barry Adamson, 52nd Street, Joy Division, James (dazu später mehr), 808 State, The Charlatans, die Ruthless Rap Assassins, The Chemical Brothers oder The Fall (auch zu The Fall später mehr), um nur einige wenige zu nennen, sind zugleich auch die populärsten Acts der erstaunlichen, überaus empfehlenswerten 7CD-Collage namens „Manchester – North Of England“, die inklusive einer schieren Fülle an Infotainment und edler, trotzdem nachwievor monochrom-angemessener Optik und Haptik absolut und ohne Wenn und Aber begeistert – Brüller!

The Mock Turtles waren ein weiteres Band-Phänomen aus Manchester, deren Schaffen mit „Turtlesoup“, auf den Punkt gebracht wurde und nun mit der Expanded Edition ihres lange gesuchten, geschätzten Albums mit einer Doppel-CD und mit insgesamt 41 (!) Songs ein Denkmal gesetzt wird.

Soundtypisch den Strukturen und Grooves der zweiten Hälfte der Achtziger Jahre, jener Ära, in der The Mock Turtles aktiv waren, verpflichtet, zeigt die direkt über Cherry Red Records erschienene Album-Neuauflage die Band in einem geschichtlichen Kontext, der in den mitgelieferten Liner Notes von Mark Hodkinson seine Entsprechung findet und der einmal mehr die künstlerische, inspirierende Kraft Manchesters und seiner Musik und seinen Labels der Ära aufzeigt – cool.

James war – aller guten Veröffentlichungs-Dinge sind drei… oder vier oder eben auch mehr – ebenfalls eine Band aus jenem heute offenkundig im Fokus der SOUL TRAIN-Reissues-Kolumne stehenden, geschichtsträchtigen Manchester, welche ihre größten Erfolge in der zweiten Hälfte der Achtziger Jahre hatten.

Ihr typisch Waviger Sound mit eigenwilligen Songstrukturen und Anleihen bei Punk und Rock ebenso wie bei Soul, Latin und Groove passten wunderbar in die Ära und werden nun auf der Werkschau „Justhipper – The Complete Sire & Blanco Y Negro Recordings 1986-1988“, erschienen direkt über Cherry Red Records, gebündelt.

Ihre beiden Alben „Stutter“ und „Strip-Mine“ sind ebenso Teil der Kompilation wie die detaillierte Aufarbeitung der Bandgeschichte in den mitgeführten Liner Notes aus der Feder von Michael White – recht so; edel verpackt und gerade für Sammler hochwertig und liebevoll aufbereitet kann sich die Sammlung auch in Bezug auf das heute recht seltene Blanco Y Negro-Label-Material (Sire-Materiel ist dagegen wesentlich gängiger) hören lassen, was auch und immer wieder für, und damit gehen wir endlich raus aus den Achtziger Jahren und rein in die Sixties, das vielleicht glorreichste Jahrzehnt für mehr oder wenige populäre Musik gilt.

Der Jazz und der nach heutigen Maßstäben Rhythm and Blues der Ära von Georgie Fame, bei „The Two Faces Of Georgie Fame“ – The Complete 1967 Recordings“ beleuchtet als 2CD Deluxe Edition aus dem Hause RPM Records die eigenwillige Fame-Jazz- und Rhythm and Blues-Geschichte und kombinieren schier endlose Bonus Tracks, Mono und Stereo, sowie das Original „The Two Faces Of Georgie Fame“-Sets des britischen Ausnahmesängers, der eine sehr eigenwillige Auffassung von allgemeingültigem Jazz und vom Rhythm and Blues der Ära hatte und sich nur ungerne Einordnen ließ.

Ein edles Digipack präsentiert zusätzlich ein Booklet, das absolut keine Wünsche, und seien sie noch so detailliert, zum Album und dem Drumherum, offen lässt, Liner Notes von Nick Rossi inklusive.

Georgie Fame mit der sehr edlen Doppel-CD und der Reissue seines „The Two Faces Of Georgie Fame“-Albums samt aller, glaubt man dem Albumtitel, Aufnahmen des Jahres 1967 – empfehlenswert, wenn auch spezielle Kost.

Beim Stichwort spezielle Kost und den Seitenarmen des Jazz ist der Weg in die Gegenwart und zum niederländischen Drummer Pierre van der Linden nicht weit.

„Drum Poetry“ lautet der Titel seines bis dato einzigen Solo-Albums aus dem Jahre 2000, das nachwievor aktuell klingt und verspielt, leise und sensibel, erschienen auf Focus Records, die oft unterschätzten Möglichkeiten des Schlagzeugs aufzeigt.

Irgendwie auch an die Solo-Alben von Curt Cress erinnernd macht sich van der Linden, der bereits in den Sechziger Jahren mit Jan Akkerman gespielt hat, auch als Neuauflage seine Eigenarten zunutze und lässt durch das Schlagzeug Bilderwelten entstehen, die so eben nur von einem leidenschaftlichen Hi Hat- und Bassdrumstreichler wie Pierre van der Linden kommen können – gerade für Fans mit innovativem, avantgardistischen Musikohr ein faszinierende, besonderes, besonnenes Album, dessen Wiederveröffentlichung man nutzen sollte, auch, wenn die Kost wie eingangs erwähnt schon speziell ist.

Wir bleiben nachwievor bei jener speziellen Kost und beim SOUL TRAIN und der dazugehörigen Reissues- und Kompilationskolumne und landen bei der britischen Singer/Songwriterin Lesley Duncan; speziell besagt in diesem Fall, dass britische Singer/Songwriter, weiblich oder männlich, nie so recht die breite Öffentlichkeit erreichten wie US-Amerikanische. Lesley Duncan war dabei die Ausnahme von der Regel. „Sing Lesley Sing – The RCA and CBS Recordings 1968-1972“ , eine zwei CD lange Kompilation mit insgesamt 28 Songs und ihren ersten beiden Alben „Sing Children Sing“ (1971) und „Earth Mother“ (1972) bebildern das nachdrücklich und Lesley Duncan-üblich melodisch und überaus intim und damit mit immenser Bescheidenheit.

Kieron Tyler weiß das im mitgelieferten Booklet in Form des umfangreichen Klappentextes etwas emotionaler und ausführlicher zu präzisieren und macht aus dem Doppel CD-Zeitzeugen „Sing Lesley Sing – The RCA and CBS Recordings 1968-1972“ von und über Lesley Duncan, erschienen über RPM Records, ein lohenswertes Stück Rock-, Pop- und Folk-Historie.

Wir sind noch immer in Großbritannien, und sogar bei weiblichen Lidermacherinnen. Sonja Kristina Linwood wurde 1949 in England geboren und ist die Sängerin von Curved Air.

Mit dem schlichten Titel „Sonja Kristina Anthology“ schickt Curved Air Records nun eine Werkschau an den Start, die Sonja 21 Titel auf zwei CDs präsentiert und in welchem Sonja Kristina selbst im inkludierten Booklet ihre eigene Geschichte aufschlüsselt, eine Geschichte, die übrigens und ganz am Rande auch The Police-Drummer Stewart Copeland involviert, mit dem Sonja Kristina elf Jahre lang verheiratet war.

Dass „Sonja Kristina Anthology“, von Sonja persönlich zusammengestellt, erst der Anfang der Werkschau ist, ist eine interessante Fußnote, die man in den Kontext setzen sollte und all jene zufriedenstellen wird, denen beim vorliegenden Doppel-Album der eine oder andere Song fehlt.

Bleiben wir zumindest gefühlstechnisch bei unseren britischen Nachbarn. Los Bravos‘ wohl größter Hit war der nach heutigem Maßstab Oldie und Evergreen „Black Is Black“ und parierte mit eben typisch britischem Soundkleid, obgleich die Band tatsächlich spanischer Herkunft war.

1965 entstand aus den zwei Bands Los Sonor und Mike Rat & The Runaways die Los Bravos, denen nun mit der RPM Records-Kompilation „Black Is Black – The Anthology 1966-1969“ und sagenhaften 60 Tracks auf zwei CDs ein Denkmal gesetzt wird.

Erst nach jenem ikonischen Überhit und Albumopener „Black Is Black“ wird die spanische Herkunft der Band offenkundig – gerade die immer mal wiederkehrende spanische Sprache gibt dem Beatkleister der heute fast vergessenen Formation einen Schmiss, der samt kleinem, aber hörbarem Akzent großen Charme versprüht.

Die Geschichte der Beat-Band wird von Nick Rossi im prall gefüllten, mitgelieferten Booklet anhand von Detailverliebten Liner Notes ausdrücklich und mit Nachdruck nachgezeichnet und lässt kongeniale Songs, auch aus der Nähe zu Rhythm and Blues, immer mal wieder regelrecht tänzeln – eigenwillig, aber immens nachvollziehbar und mit ganz eigenem Charme bestückt diese Los Bravos.

Es bleibt eigenwillig, zumindest in der schieren inhaltlichen Richtung der Veröffentlichung. Eric Stewart ist eiune britischer Rock-Musik-Legende aus, man ahnt es, wieder einmal Manchester; „Anthology – Eric Stewart:10CC“ stellt Stewarts Solo-Arbeiten und Tracks von 10CC, als Eric noch Mitglied der Band war, gegenüber. So speziell, so gut.

Eric Stewart selbst schlüsselt im mitgelieferten Booklet der Doppel-CD und seiner zusammen 31 Tracks die Geschichte und das Konzept hinter dem auf Lemon Recordings erschienenen Album auf, dass Spaß macht, und bei dem sich die verstörenden Momente aus Rock- und Pop-Geschichte mit Melodie und Harmonie absolut und wider der Erwartung nach dem lesen dieser Zeilen tatsächlich jedoch in angenehmen Grenzen halten.

Und wenn wir schon wieder in Manchester sind, bleiben wir doch einen Moment dort. The Fall, ebenfalls Teil jenes „Manchester – North Of England“-Box Sets, gründeten sich 1976, und bringen nun mit „New Facts Emerge“ ein brandneues Studioalbum heraus, das den avantgardistischen Post-Punk-Habitus der Band fortführt und pflegt.

Ihr mittlerweile 32. (!) Studioalbum, erschienen direkt bei Cherry Red Records, macht keine Gefangenen und bietet kompakt und erstaunlich kurzweilig authentischen, wunderbar chaotischen The Fall-Sound ohne Schliff und Komma und mit immensem Bauchgefühl – ganz recht besonders für Fans der Band, die sich im krassen, urtypischen Fall-Sound von „New Facts Emerge“ voll und ganz wiederfinden werden – bravo.

Wir bewegen uns lediglich geografisch und minimal weg von Manchester, bleiben aber selbstredend in England, denn die Rede ist von Theatre Of Hate, denen Cherry Red Records eine fünf CD dauernde Hommage gönnte, die sich auf die Live-Ergüsse der Avantgarde Band zwischen Post Punk, Wave und Rock konzentriert.

Das edle Box Set kommt inklusive eines schier fassungslos detaillierten Klappentextes im Booklet von Pat Gilbert und mit Silberlingen in fast zu edlen Pappschubern, welche jedoch nur Beiwerk zum kruden Dagegen-Punk der Formation mit Mitschnitten aus den frühen Achtzigern bis in die Gegenwart sind und besonders Fans von Theatre Of Hate begeistern wird – Brachialgewalt mit emotionalem Tiefgang – der besondere Sound des Theatre Of Hate kommt besonders Live wie ein Vorschlaghammer.

„Close To The Noise Floor presents… Noise Reduction System – Formative Electronica 1974-1984 – Excursions In Proto-Synth Pop, DIY Techno, Noise And Ambient-Exploration“ lautet der abendfüllende, sicher längste Titel der heutigen SOUL TRAIN-Reissues- und Kompilationskolumne und macht alleine schon im Namen keinen Hehl aus seiner musikalischen Ausrichtung.

Verpackt in ein edles Buch samt genreüblichem, optisch und haptisch mehr als hochwertigem Äußeren, präsentiert das Box Set gleich vier CDs und insgesamt 61 (!) Tracks lang eben jene Geschichte elektronischer Musik, oder doch zumindest eines Teils derselben, sind die Ursachen und Wurzeln des Electroncia-Genres doch so vielfältig, dass ein Dutzend Folgen von „Close To The Noise Floor presents… Noise Reduction System – Formative Electronica 1974-1984 – Excursions In Proto-Synth Pop, DIY Techno, Noise And Ambient-Exploration“ nötig wären, der wahrhaftigen Sache allumfassend auf den Grund zu gehen.

Musik von DAF, Der Plan, Vangelis, Yello oder Front 242 zeigt die etwas populärere, bekanntere Seite des Künstler- und Band-Line-Ups der insbesondere für Electronica-Sammler unglaublich lohnenswerten Veröffentlichung, die zugleich auch Material von Acts, Bands, Projekten und Künstlern wie Human Flesh, Ende Shneafliet, Das Ding, Vox Populi!, Die Form, Cluster, Doxa Sinistra, Ruth oder Schaltkreis Wassermann, um nur einige ganz wenige zu nennen, im Angebot hat.

Wer nun meint, dass „Close To The Noise Floor presents… Noise Reduction System – Formative Electronica 1974-1984 – Excursions In Proto-Synth Pop, DIY Techno, Noise And Ambient-Exploration“ zugleich den ungewöhnlichsten Namen dieser Kolumne hat, irrt: „20 Years In A Montana Missile Silo“ lautet der Titel der von David Thomas angeführten Pere Ubu-Band, welche avantgardistische Popularmusik mit rotziger Rock-Attitüde und punkiger Schräglage vermengt.

Erschienen über Cherry Red Records ist „20 Years In A Montana Missile Silo“ immer wieder mutig und arbeitet auch mit akustischen Blasen und dem Eingeständnis von Schwäche und Gleichmut, was dem Sound der Band mitunter einen David Lynch-Habitus gibt, der ebenso an Tom Waits Interesse zeigt und eben eine sehr eigene Handschrift trägt.

“Das neue Album kombiniert The James Gang mit Tangerine Dream“ erklärt Pere Ubus David Thomas selbst den Sound des neuen Werkes, das sich nur wenig Zeit zum Atmen lässt und beeindruckend kraftvoll zwischen Fragezeichen und Punkt vibriert – harte Kost.

Gleich zwei Alben von Billy Sherwood, Bassist von Yes, bringt der Mann unter eigenem, Label erneut auf den Markt: „Oneirology“ aus dem Jahre 2010 und „What Was The Question?“ aus 2011 sind zwei mehr oder weniger klassische Rock-Vehikel, sein viertes und fünftes Solo-Album.

Dass Bonus Tracks den Neuveröffentlichungen gut getan hätten, ist auch ein Umstand, der dem traditionellen Country-Absacker der heutigen, 40. Folge von „Remastered, Reissued & Expanded – Soul-Klassiker neu aufgelegt!“, der Kolumne mit Reissues, Neubearbeitungen und Kompilationen aus dem Hause Cherry Red Records/Rough Trade in Deutschlands Soul Musik-Magazin Nr. 1 – dem SOUL TRAIN – gut getan hätte.

George Hamilton IV eröffnet jenen Kolumnenabschließenden Country Musik-Reigen, dem im Rahmen der „2 Classic Albums On 1 CD“-Reihe auf Morello Records geehrt wird.

„Abilene“ (1963) und „Canadian Pacific“ (1969), zwei der populärsten Alben des Country-Urgesteins mit insgesamt 21 Songs, packt das Label nun auf einen Silberling und lässt die Geschichte des 2014 verstorbenen Sängers im mitgelieferten Klappentext von Tony Byworth aufleben.

Auch bei Leon Everette, dem Morello Records gleich drei seiner Alben auf zwei CDs gepackt hat, ist Tony Byworth verantwortlich für die Liner Notes, der aufschlüsselt, was es genau, hierzulande praktisch unbekannt, mit einem Sänger wie Leon Everette auf sich hatte und hat.

Der in Aiken, South Carolina, USA geborene Everette gehörte in den auslaufeneden Siebziger Jahren sowie der ersten Hälfte der Achtziger Jahre zu einem der echten Superstars des Country-Genres und verkaufte in den USA Alben wie geschnitten Brot.

Die „3 Classic Albums On 2“-CDs-Folge kombiniert „If I Keep On Going Crazy“ (1981), „Hurricane“ (1983) sowie „Doin‘ What I Feel“ (1984) und unterbricht den selbstgesteckten Pfad des Nichtverwendens von Bonus Tracks und präsentiert gleich sechs Bonus-Songs auf der zweiten CD – recht so.

Wir bleiben auch bei der letzten CD-Vorstellung der heutigen SOUL TRAIN-Reissues- und Kompilationskolumne im Country & Western-Genre. Wieder einmal beschließt die unvergessene Tammy Wynette den Reigen, diesmal mit der Morello Records-Neuauflage ihrer zwei Alben („2 Classic Albums On 1 CD“) „I Still Believe In Fair Tales“ aus dem Jahre 1975 sowie „‚Til I Can Make It On My Own“ aus dem Folgejahr 1976.

Tony Byworth weiß in den Liner Notes des mitgelieferten Booklets einmal mehr um die Geschichte Wynettes und der Alben, denen man die Ära, in der sie entstanden sind, deutlich anhört – auch eine Song-Gigantin wie Tammy Wynette, in Nordamerika bis heute als echte Göttin des Country.-Genres verehrt, ging soundtechnisch mit der Zeit und involvierte Songgefühle und Musikstandards der sich veränderten Zeit mit wachsender Technisierung und kultureller Vielfältigkeit in ihren Sound, der in der Folge immer intelligenter wurde, zugleich den klassischsten Zügen von Country Musik Punkt für Punkt folgte – beeindruckend.

Wir sehen uns in der 41. Ausgabe von „Remastered, Reissued & Expanded – Soul-Klassiker neu aufgelegt!“, der Kolumne mit Kompilationen, Werkschauen, Reissues und Neubearbeitungen aus dem Hause Cherry Red Records/Rough Trade in Deutschlands Soul Musik-Magazin Nr. 1 – dem SOUL TRAIN!

(Der SOUL TRAIN berichtete immer wieder, in vielen Fällen sogar unzählige male über die meisten der in dieser Kolumne genannten Musiker, Produzenten, Schauspieler, Autoren, Künstler, Bands, Musikprojekte, Labels und Co.! Alle in dieser Kolumne vorgestellten Veröffentlichungen sind zu beziehen und werden vermarktet und vertrieben über Cherry Red Records/Rough Trade!)

© Michael Arens

SOUL TRAIN HOT TIP!

Angela Bofill – „I Try – The Anthology 1978-1993“
Mtume – „Prime Time – The Epic Anthology“
Matata – „Wanna Do My Thing – The Complete President Recordings“
Exposé – „What You Don’t Know“
Various – „Manchester – North Of England“