Cherry Red Records – Remastered, Reissued & Expanded #31 Cherry Red Records – Remastered, Reissued & Expanded #31
Cherry Red Records/Rough Trade Remastered, Reissued & Expanded – Soul-Klassiker neu aufgelegt! Der SOUL TRAIN wird nicht Müde, darüber zu berichten: Soul, Funk und... Cherry Red Records – Remastered, Reissued & Expanded #31

Cherry Red Records/Rough Trade
Remastered, Reissued & Expanded – Soul-Klassiker neu aufgelegt!

Der SOUL TRAIN wird nicht Müde, darüber zu berichten: Soul, Funk und Jazz brachten immer schon unzählige Stilblüten, Klassiker und obskure Trittbrettfahrer in Form von Künstlern und Alben hervor, welche bis heute die Klangfarbe des Genres bunter machen, nachhaltig verändern und schließlich ausmachen.

Das britische Cherry Red Records-Label und der deutsche Rough Trade-Vertrieb bringen seit geraumer Zeit regelmäßig große, kleine und bemerkenswerte Klassiker des weit verzweigten Soul-, Funk- und Jazz-Genres der Siebziger, Achtziger und Neunziger Jahre neu und teils erstmalig auf CD heraus.

Diese erscheinen wahlweise als Reissue, als Album-Doppelpack (2 Original-Alben auf einer CD), als Remastered Original-Album oder als Expanded Edition mit einer Menge faszinierendem Zusatzmaterial wie Bonus Tracks jeglicher Couleur, Liner Notes von versierten Kennern des Soul-Genres, Fotostrecken, Coverabbildungen und allerlei weiteren interessanten Zusatzfeatures.

Der SOUL TRAIN nimmt sich im Rahmen dieser Kolumne regelmäßig diesen Klassikern in neuem, teils edlem Gewand an und wird ausführlich über alle Aspekte der Veröffentlichungen wie die Musik, den bzw. die Künstler, den Sound, die Hintergründe, die Philosophie und nicht zuletzt das Produkt als Ganzes berichten.

Die SOUL TRAIN-Redaktion wünscht viel Spaß beim Lesen und Studieren sowie, last but not least, beim Hören!

 

Folge 31: Sister Rose & Anglo-Saxon Teddy: Modern Romance

Der ganz große Überflieger der heutigen, 31. Ausgabe von „Cherry Red Records/Rough Trade – Remastered, Reissued & Expanded – Soul-Klassiker neu aufgelegt!“, der Kolumne mit Reissues und Neubearbeitungen aus dem Hause Cherry Red Records/Rough Trade in Deutschlands Soul Musik-Magazin Nr. 1 – dem SOUL TRAIN – kommt dieses mal sofort zu Beginn: Chaka Khan (der SOUL TRAIN berichtete).

1981 erschien ihr „What Cha‘ Gonna Do For Me“-Set, welches zu ihren schlichtweg besten Alben überhaupt zählen dürfte, ob nun mit oder ohne „ihre“ Band Rufus.

ST16_033_F_CHERRYREDCOLUMN31-01_C_H_R_0103Produzenten-Legende Arif Mardin (der SOUL TRAIN berichtete) schneiderte Khan regelrecht magische Songs wie „I Know You, I Live You“ oder den Titeltrack „What Cha‘ Gonna Do For Me“ auf den Leib, Songs, die auch heute noch einwandfrei und ganz besonders als feste Einheit funktionieren und die Stimme Chaka Khans auch musikalisch bestens ausbalancieren.

Eine unglaubliche Elite an Musikerikonen wie Jazz-Legenden Michael und Randy Brecker, Bläsersektion-Institution Jerry Hey, Pianist Ronnie Foster, Gitarrist Hiriam Bullock, Perkussionist Paulinho da Costa oder Gitarrist Michael Sembello bis zu den Jazz-Legenden Dizzy Gillespie und Herbie Hancock (der SOUL TRAIN berichtete immer wieder über alle genannten) waren an der Entstehung des genialen „What Cha‘ Gonna Do For Me“ seinerzeit beteiligt und ließen das Album zu einem magischen Stück unglaublich unterhaltsamen Soul-Entertainments werden – wunderbar.

Die BBR Classics-Reissue (erhältlich wie immer über Cherry Red Records/Rough Trade) des Sets kommt mit ausführlichem Klappentext vom im SOUL TRAIN bestens bekannten und beliebten Christian John Wikane, einer Menge Fotos und Abbildungen sowie drei Bonus Tracks, darunter einem „Remix“ vom genialen „I Know You, I Live You“.

ST16_033_F_CHERRYREDCOLUMN31-02_C_H_R_0103ST16_033_F_CHERRYREDCOLUMN31-03_C_H_R_0103ST16_033_F_CHERRYREDCOLUMN31-04_C_H_R_0103Ashford & Simpson gehören ja sozusagen zu den Dauergästen dieser ehrenwerten Kolumne. Gleich drei weitere ihrer Alben werden nun im Rahmender BBR Classics-Reihe auf Cherry Red Records/Rough Trade erneut herausgebracht: Ihr erstes Album überhaupt, „Gimme Something Real“ aus dem Jahre 1973, ihr zweiter gemeinsamer Longplayer „I Wanna Be Selfish“ aus dem Folgejahr 1974 sowie „So So Satisfied“ von 1977.

Obwohl die älteren Alben von Ashford & Simpson noch nicht diese konzeptionelle Stärke wie ihre Alben aus der Jahrzehntwende Siebziger/Achtziger Jahre hatten, ist es auch heute noch ein Hochgenuss, den Sets zu lauschen.

Die Neuauflage von „I Wanna Be Selfish“ kommt gleich auch mit einem bis dato unveröffentlichten Track, der „Long Version“ von „Main Line“ als einzigem Bonus Track. „Gimme Something Real“ kommt mit zwei Bonus Tracks aus während „So So Satisfied“ gleich fünf Bonus Tracks aufzuweisen hat.

Die wie immer seinerzeit von Nickolas Ashford und Valerie Simpson selbst produzierten Alben kommen mit Christian John Wikanes wie üblich üppigen und unglaublich informativen Liner Notes und der gewohnten Fülle an Fotos und Coverabbildungen, welche alle drei Reissues gerade als Neuauflage zu echten Leckerbissen werden lassen, den frühen, kaum merklichen Annäherungen von Ashford & Simpson zum Soul-Geschwistergenre Country, ein Unterton, der in späteren Alben komplett verloren ging, inklusive.

ST16_033_F_CHERRYREDCOLUMN31-05_C_H_R_0103ST16_033_F_CHERRYREDCOLUMN31-06_C_H_R_0103Rose Royce (der SOUL TRAIN berichtete) sind ähnlich legendär wie Ashford & Simpson – die Band veröffentlichte einige der populärsten und ikonischsten Soul-Alben der Geschichte. Einer ihrer größten Hits und zugleich eines der nachhaltigsten Soul-Nummern der Geschichte überhaupt, „Wishing On A Star“, fand sich 1977 auf ihrem „In Full Bloom“-Album, ihrem zweiten Album überhaupt und nach „Car Wash“ sicher ihr größter Hit überhaupt.

Zusammen mit vier Bonus Track kommt „In Full Bloom“ bzw. „Rose Royce II – In Full Bloom“, wie das Album in Gänze heißt, nun als Neuauflage im Rahmen der BBR Classics-Reihe (Vertrieb wie immer Cherry Red Records/Rough Trade) erneut auf den Markt, ebenso wie ihr „Strikes Again“-Set (eigentlich „Rose Royce III – Strikes Again“) aus dem Folgejahr 1978.

Beide Wiederveröffentlichungen kommen mit Liner Notes von Christian John Wikane und unglaublich lohnenswertem Infotainment in den mitgelieferten Booklets, Rose Royces Superhit „Love Don’t Live Here Anymore“ vom „Strikes Again“-Set inklusive.

Kaum jemand in der Soul- und Discosoul-Geschichte kann sich soviel kommerziellen Erfolg auf die Fahne schreiben wie die Sister Sledge – der SOUL TRAIN berichtete. Ihre Superhits „Lost In Music“, „Frankie“, „We Are Family“ oder „He’s The Greatest Dancer“  oder aber das unglaublich schöne „Thinking Of You“ sind noch heute in allen Köpfen und Ohren und gelten als Meilensteine des Soul-Genres, oftmals aus der Feder der im SOUL TRAIN immer wieder thematisierten Chic-Schergen Nile Rodgers und Bernard Edwards.

„Circle Of Love“ lautete 1975 der Titel ihres Debütalbums, seinerzeit über ATCO Records veröffentlicht, und wurde von einem Team aus Produzenten an den Start gebracht, darunter Tony (Champagne) Silvester, Tony Bell, Bert (Super Charts) DeCoteaux und Bobby Eli, die wir allesamt im SOUL TRAIN immer wieder thematisiert haben.

Die Neuauflage kommt mit Liner Notes von, einmal mehr, Christian John Wikane und einem Füllhorn an Infotainment sowie unglaublichen zehn Bonus Tracks und macht die Reissue von „Circle Of Love“ der Sister Sledge zu einem weiteren Höhepunkt der heutigen Reissues-Kolumne im SOUL TRAIN.

ST16_033_F_CHERRYREDCOLUMN31-08_C_H_R_0103ST16_033_F_CHERRYREDCOLUMN31-09_C_H_R_0103Theodore DeReese „Teddy“ Pendergrass war eigentlich Stimme von Harold Melvin & The Blue Notes (der SOUL TRAIN berichtete über beide unzählige male) und veröffentlichte ab Mitte der Siebziger Jahre heute legendäre Solo-Alben, von denen das 1988 erschienene „Joy“ ohne Frage das erfolgreichste von Teddy Pendergrass sein dürfte, der weltweiten Megasingle und Titeltrack „Joy“ inklusive.

Insgesamt fünf Bonus Tracks lang (davon zwei „Joy“-Versionen sowie drei Varianten des zweiten großen Hits des Sets, „2 A.M.“) zeigt das Album Teddy Pendergrass von seiner besten Seite und stellt klar, dass seine Stimme eine der großartigsten der Soul-Geschichte überhaupt war – Pendergrass starb 2010 im Alter von 59.

Unglaublich detailreiche Sleeve Notes von, man ahnt es, Christian John Wikane und einer Fülle an weiterem Infotainment im mitgelieferten Booklet machen die Reissue von „Joy“ im Rahmen der BBR Classics-Reihe (Vertrieb: Cherry Red Records/Rough Trade) zu einem weiteren Highlight der heutigen SOUL TRAIN-Kolumne mit Neuauflagen großer Soul-Klassiker.

Diese Beschreibung trifft auch auf Harold Melvin & The Blue Notes zu, deren Frontmann 1974 noch jener Teddy Pendergrass war. „To Be True“ lautete damals der Name des aktuellen Albums der Formation, firmierte jedoch damals bereits unter der formalen Bezeichnung „Harold Melvin &The Blue Notes featuring Theodore Pendergrass“, was die tragende Rolle der Stimme Pendergrass‘ klar unterstreicht.

„Bad Luck“ lautete seinerzeit der Name des Superhits vom Album, welches als BBR Classics/Cherry Red Records/Rough Trade-Neuauflage mit zwei Bonus Tracks und Christian John Wikanes textlicher Unterfütterung im Booklet kommt und eine hervorragende Rolle macht.

ST16_033_F_CHERRYREDCOLUMN31-10_C_H_R_0103Dieses trifft auch auf ein hierzulande nur wenig bekanntes Album zu: „Songs For Evolution“ von Anglo-Saxon Brown, dem überhaupt einzigen Album der Formation, das heute als Original Vinyl-Ausgabe Seltenheitswert genießt.

Zum ersten mal erscheint „Songs For Evolution“ so überhaupt auf CD und wird als „Expanded Edition Plus Bonus Track“ auf Soulmusic.com Records der britischen Soul-Ikone-David Nathan (der SOUL TRAIN berichtete) herausgebracht.

Dass die Band gerade in knackigen, instrumental getriebenen Disconummern wie dem „ASB Theme“ auch mit Funk liebäugelte ist auch und gerade aus heutiger Sicht eine Wohltat, die aus „Songs For Evolution“ von Anglo-Saxon Brown fraglos das coolste Album der heutigen, 31. Folge von „Cherry Red Records/Rough Trade – Remastered, Reissued & Expanded – Soul-Klassiker neu aufgelegt!“, der Kolumne mit Reissues und Neubearbeitungen aus dem Hause Cherry Red Records/Rough Trade in Deutschlands Soul Musik-Magazin Nr. 1 – dem SOUL TRAIN – macht.

Charles Waring (der SOUL TRAIN berichtete) verfasste den umfangreichen Klappentext und unterstreicht den einzigen Bonus Track, den „US Atlantic Single Edit“ von „Straighten It Out“ und damit die Wertigkeit der Albumwiederbelebung – Brüller!

ST16_033_F_CHERRYREDCOLUMN31-11_C_H_R_0103Jener Funk stand bei den Veröffentlichungen des Jimmy Castor Bunch (einmal mehr: der SOUL TRAIN berichtete) noch eine deutliche Spur mehr im Vordergrund, als das bei Anglo-Saxon Brown der Fall war. Gleichzeitig hatte der Jimmy Castor Bunch bereits früh seinen ganz eigenen Sound herausgearbeitet und fischte in ähnlichen Ufern wie Cymande, Mandrill oder sogar War (der SOUL TRAIN berichtete) und addierte zum Funk und Soul teils experimentelle Elemente aus Jazz, Pop und sogar Rock – ein Jimmy Castor Bunch-Album konnte man unter Tausenden problemlos heraushören.

Robinsongs (der SOUL TRAIN berichtete) veröffentlicht nun über Cherry Red Records/Rough Trade gleich drei Alben des Jimmy Castor Bunch auf zwei CDs (im Zuge der „3 Classic Albums On 2 CDs“-Reihe): „Butt Of Course“ (1974), „Supersound“ (1975) und „E-Man Groovin'“ von 1976.

Lois Wilson erklärt im mitgelieferten Booklet, was es mit der Legende und dem eigentümlichen Sound des Jimmy Castor Bunch auf sich hatte, diverse Coverabbildungen inklusive.

Insgesamt kommt die Doppel-CD so auf stolze 29 Songs, die zwar ohne Bonus Tracks auskommen müssen, aber besonders für Sammler des heutzutage raren Jimmy Castor Bunch-Outputs unschätzbaren Wert haben.

ST16_033_F_CHERRYREDCOLUMN31-12_C_H_R_0103Wir erwähnten bereits die Cymande-Formation. Abgeleitet vom Calypso-Wort für „Weiße Taube“ schrieb die karibische Formation aus Guyana, Jamaica und St. Vincent, die sich 1971 durch Steve Scipio und Patrick Patterson in London, England, gründete, mit nur vier Studio-Alben Black Music-Geschichte und verband Funk und Soul mit Jazz-Elementen und der Rock-Attitüde von Popularmusik mit karibischem Herzen.

Nachdem es immer mal wieder zu diversen Live-Reunions kam, nahm Cymande im letzten Jahr ihr brandneues Studioalbum „A Simple Act Of Faith“ auf, dass nun direkt über Cherry Red Records (Vertrieb: Rough Trade) veröffentlicht wird.

Album-Produzent John Schroeder beschreibt in den ausführlichen Liner Notes das Wieso, Weshalb und Warum dieser erstaunlichen Wiederbelebung eines der faszinierendsten Kapitel der Black Music-Geschichte und addiert so zum hervorragenden Sound des zehn Titel langen „A Simple Act Of Faith“-Cymande-Exkurses, der sehr erwachsen und, für Cymande nicht immer eine Selbstverständlichkeit, sehr harmonisch und fließend klingt.

ST16_033_F_CHERRYREDCOLUMN31-13_C_H_R_0103ST16_033_F_CHERRYREDCOLUMN31-14_C_H_R_0103Harmonisch und fließend ist im Falle von „Adventrures In Clubland“ von Modern Romance, einem der ungewöhnlichsten Alben der Black Music-Geschichte überhaupt, eine Untertreibung.

1981 erschien dieses erste Album der britischen Formation, die sich latinesken Vorwärtstrieb nahm, ihn mit dem besten aus dem damals hochkochenden British Jazzfunk und den Resten von Discosoul paarte und eine dahingleitende Version von New Wave und nur unter der Oberfläche spürbaren Anteilen aus Punk-Atitüde vermischte – Kid Creole & The Coconuts auf Acid: das liest sich nicht nur wirr, es klingt auch, ganz dem Albumtitel entsprechend, abenteuerlich und ist zugleich, der SOUL TRAIN verbürgt sich (und berichtete bereits einige male über Modern Romance als auch über Kid Creole), genial und beinhaltet immens hohes Suchtpotential.

Das mitgelieferte Booklet macht mit einem ausführlichen Interview mit den Modern Romancern David Jaymes und Geoffrey Deane von Michael Silvester und zahlreichen Abbildungen und Fotos eine Punktlandung und ergibt zusammen mit den sieben Bonus Tracks als „Expanded Edition“ über Cherry Pop/Cherry Red Records/Rough Trade eines der besten Alben der heutigen 31. Folge mit Reissues aus dem Hause Cherry Red Records/Rough Trade im SOUL TRAIN.

Ein Jahr zuvor, 1980, veröffentlichten The Passions aus England ihr „Michael & Miranda“-Album, das trotz der stilistischen Ausrichtung auf New Wave, Punk-Attitüde und Rock und Pop unglaublichen Groove entwickelte, der sich gefühlt auch mal bei Ska oder gar Soul aufhält, ohne dies seinerzeit freilich zu beabsichtigen.

Erschienen direkt über Cherry Red Records (Vertrieb: Rough Trade) ist es hier einmal mehr das prall gefüllte Booklet, welches das Salz in der Reissue-Suppe macht und das Album inklusive drei Bonus Tracks zu einem Füllhorn an britischem Pop- und Rock-Verständnis macht – coole Sache.

ST16_033_F_CHERRYREDCOLUMN31-15_C_H_R_0103Auch Julia Fordham ist nicht zum ersten mal Thema in der hiesigen SOUL TRAIN-Reissues-Kolumne. Ihr 1988er Debütalbum gleichen Namens („Julia Fordham“) kommt in der Neuauflage gleich auf zwei CDs: CD1 offeriert das Original-Album, eine Mixtur aus Soft-Pop mit Soul-Momenten und zarter Jazz-Attitüde sowie sechs Bonus Tracks während CD2 sechs Live-Versionen diverser Julia Fordham-Songs im Angebot hat.

Insgesamt kommen so 25 Songs zusammen, welche der Doppel-CD, erschienen auf Cherry Pop und vermarktet wie üblich über Cherry Red Records/Rough Trade, mehr als nur den Unterbau für das eigentliche Highlight bieten: Das mitgelieferte Booklet hat neben umfangreichen Klappentext von Bill Pitzonka auch Original-Anmerkungen zu den Tracks von Julia Fordham höchstpersönlich als auch Kommentare von den Album-Produzenten Grant Mitchell und Bill Padley sowie von Über-Produzent Hugh Padgham (der SOUL TRAIN berichtete über alle genannten) im Angebot.

ST16_033_F_CHERRYREDCOLUMN31-16_C_H_R_0103ST16_033_F_CHERRYREDCOLUMN31-17_C_H_R_0103The Mickey Finn (der SOUL TRAIN berichtete) war eine populäre Band der in den Sechziger Jahren angesagten britischen Mod-Szene und packte seinerzeit karibische Elemente inklusive Reggae ebenso in ihren Sound wie Blues, Honky Tonk, Soul und Rhythm and Blues, aber auch den damals angesagten Skiffle ihrer britischen Heimat – eine mitunter gewöhnungsbedürftige Mixtur, die damals und heute polarisieren konnte, wollte und sollte.

„Garden Of My Mind – The Complete Recordings 1964-1967“, erschienen über RPM International (Vertrieb Cherry Red Records/Rough Trade), bietet so, wie im Titel verheißungsvoll angekündigt, 17 eigenwillige The Mickey Finn-Titel, darunter diverse bisher unveröffentlichte Songs und Demos.

Ein umfangreiches Booklet inklusive unzähliger Fotos und Abbildungen und Biografischer als auch Discografischer Querverweise machen das Album zu einem echten Überflieger, der allerdings, so viel Ehrlichkeit muss sein, nur für hartgesottene Avantgarde-Fans oder zumindest Anhänger von The Mickeys Finn brauchbares Futter bietet.

In nicht unähnlichem Fahrwasser, allerdings runde zwei Dekaden später waren The Truth im Wirkungsfeld von der Anfang der Achtziger Jahre des letzten Jahrhunderts aufflammenden Mod-Revival-Szene.

Ihr Sound lag irgendwo zwischen dem Blue Eyed Soul von The Style Council, dem Sixties Rhythm and Blues der USA und der New Wave-Attitüde britischer Popularmusik und dem Zeitgeist von The Smiths – der SOUL TRAIN berichtete unzählige male über alle genannten.

„A Step In The Right Direction – Singles, Demos, BBC Live – 1983-1984“ zeigt auf gleich drei CDs, verpackt in einem edlen Pappschuber und bestückt mit einem extrem hochwertigen Booklet, welches absolut keine Wünsche offen lässt, das Schaffen der viel zu kurzlebigen Formation, welche den britischen Zeitgeist der Ära nutzte, seinen eigenen Sound in einen Groove zu gießen, der noch heute begeistern dürfte, insbesondere Freunde von Bands wie den erwähnten Style Council aber auch von späteren Band-Obskuritäten wie Animal Nightlife oder die in dieser Kolumne bereits erwähnten Modern Romance – der SOUL TRAIN berichtete.

Direkt erschienen bei Cherry Red Rcords/Rough Trade bietet das Set insgesamt 58 (!) Songs lang mehrere Live-Mitschnitte, diverse Singles sowie eine Fülle an Bonus Tracks, die zusammen ein weiteres Highlight der hiesigen Reissues-Kolumne in Deutschlands Soul Musik-Magazin Nr.1 – dem SOUL TRAIN – ergibt.

ST16_033_F_CHERRYREDCOLUMN31-18_C_H_R_0103ST16_033_F_CHERRYREDCOLUMN31-19_C_H_R_0103John Miles (einmal mehr: der SOUL TRAIN berichtete) hat sich nie so richtig von dem unglaublichen Megaerfolg seiner Über-Single „Music“ erholt – die Single ist bis heute die eine große Identifikations-Referenz seiner Karriere.

1981 veröffentlichte der Rocker sein fünftes Studioalbum „Miles High“, welches nun über Lemon Records (Vertrieb selbstverständlich über Cherry Red Records/Rough Trade) erneut auf den Markt gebracht wird.

Bestückt mit umfangreichem Booklet inklusive Liner Notes, Fotos und Songtexten macht das Set trotz nur eines einzigen Bonus Tracks („Closer To You“) eine gute Figur, sofern man denn auf den auch mal Pop- und Streicherdurchzogenen und von gelegentlichen Soul-Arrangements benetzten Sound von John Miles steht.

Gleiches gilt auch für den Yes-Bassisten Billy Sherwood (der SOUL TRAIN berichtete über Yes sowie Sherwood) dessen 1999er Solo-Album „The Big Peace“ nun, nachdem es Jahrelang vergriffen war, endlich eine erneute Veröffentlichung erfährt – dem Label Backyard Levitation und dem Vertrieb Cherry Red Records/Rough Trade sei Dank.

ST16_033_F_CHERRYREDCOLUMN31-20_C_H_R_0103ST16_033_F_CHERRYREDCOLUMN31-21_C_H_R_0103Neben in die Breite getretenen Dub-Liebeleien und Basslastigen Funk-Breaks, gepaart mit Jazz-Licks und Pop-Attitüde ist es hier ganz Yes-mässig selbstverständlich immer wieder Rock, Rock, Rock, der das geschehen bestimmt; ein Attribut übrigens, das ganz besonders auf Greg Lake zutrifft.

Der Mitgründer von Emerson, Lake & Palmer und Genesis (der SOUL TRAIN berichtete mehrfach über beide Bands als auch Greg Lake) veröffentlichte diverse Solo-Alben, von denen das selbstbetitelte „Greg Lake“ von 1981 und „Manoeuvres“ von 1983 nun  auf einer Doppel-CD über Creative Musical Arts/Cherry Red Records/Rough Trade das erneute Licht der Welt erblickt.

Insgesamt vier Bonus Tracks sowie ein angemessenes Booklet wird besonders Freunde von knackigem und unmissverständlichem Rock beeindrucken, ebenso wie „Ride The Tiger“, einer Kooperation mit Geoff Downes, der unter anderem den The Buggles-Superhit „Video Killed The Radio Star“ (Stichwort Trevor Horn – der SOUL TRAIN berichtete über alle genannten) schrieb. Ende der Achtziger Jahre fanden sich die beiden zusammen und nahmen unter anderem diese sieben Songs des Albums auf (ebenfalls veröffentlicht von Creative Musical Arts/Cherry Red Records/Rough Trade).

Verspielter und stilistisch weit blickender als die erwähnten zwei Greg Lake-Rockalben macht „Ride The Tiger“ auch über ein halbes Jahrhundert später durchaus Sinn und klingt zum Glück nicht immer nur nach puristischem Rock sondern addiert Avantgarde-Gefühle und eine New Wave-Exotik ebenso in den Mix wie das typische Soundgefühl der umstrittenen Achtziger Jahre.

ST16_033_F_CHERRYREDCOLUMN31-22_C_H_R_0103ST16_033_F_CHERRYREDCOLUMN31-23_C_H_R_0103Keine Folge von „Remastered, Reissued & Expanded – Soul-Klassiker neu aufgelegt!“ ohne eine Veröffentlichung aus dem Hause Él Records. Michel Legrand (der SOUL TRAIN berichtete), der insbesondere durch seine späteren legendären Arbeiten als Filmmusiker von sich reden machte, nahm bereits 1956 eine Hommage an Paris auf: „Bonjour Paris“.

Die teils und für heutige Ohren obskure Mixtur hatte als tragende Säulen zunächst mal klassische Jazz-Elemente, Exotica-Einschlag und beruhte schon damals auf blumigen Pseudo-Filmmusik-Themen, die hier durchaus Spannungsbögen aufbauen, die zugleich und bereits auch den kommenden großen Star am internationalen Filmmusik-Himmel zeigten.

Insgesamt 27 Songs lang wird Michel Legrand hier einmal mehr die Möglichkeit gegeben, ein irgendwie europäisches Filmflair als Grußkarte über den großen Teich in die USA zu versenden.

Unterstützt von Él Records-üblichen Booklet, das keinerlei Wünsche offen lässt und alle Fragen zur Album-Thematik in Cinemascope-Breite erläutert, ist das Album sicher eines der speziellsten der heutigen Reissues-Kolumne, wäre da nicht „The Golden Age Of Greek Cinema“, ebenfalls erschienen auf Él Records (Vertrieb auch über Cherry Red Records/Rough Trade).

Gerade als Absacker der heutigen SOUL TRAIN-Reissues-Kolumne ist die Kompilation ein nachdrückliches Aha-Erlebnis griechischer Popularmusik und deren Wurzeln und Hoch-Zeit der Sechziger Jahre des vergangenen Jahrhunderts.

Zwei CDs lang werden hier die großen Namen griechischer Filmmusik aber auch Popularmusik überhaupt wie Mikis Theodorakis, Melina Mercouri, Nana Mouskouri und Manos Hadjidakis (der SOUL TRAIN berichtete über alle genannten) gefeiert. Die Original-Filmmusiken aus den Spielfilm-Klassikern „Hellas I Chora Ton Oniron (Greece, Land Of Dreams)“, „Electra“, „Never On Sunday“, „Stella“ und „Phaedra“ werden hier in abendfüllender Art und Weise und mithilfe des Original-Coverartworks, unzähliger Abbildungen und biografischer Abrisse in einen edlen Pappschuber verbracht, die international sehr kleine Welt griechischer Filmmusik zu zelebrieren – ein kleines avantgardistisches, aber auch folkloristisch getriebenes Meisterwerk, dass versteckte Perlen der Film- als auch der Musikgeschichte zu bieten hat.

„The Golden Age Of Greek Cinema“ – ein verdienter Ausklang der heutigen, 31. Folge von „Cherry Red Records/Rough Trade – Remastered, Reissued & Expanded – Soul-Klassiker neu aufgelegt!“, der Kolumne mit Reissues und Neubearbeitungen aus dem Hause Cherry Red Records/Rough Trade in Deutschlands Soul Musik-Magazin Nr. 1 – dem SOUL TRAIN! Wir sehen uns in Ausgabe 32!

© Michael Arens

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Chaka Khan – What Cha‘ Gonna Do For Me

Rose Royce – In Full Bloom

Teddy Pendergrass – Joy

Anglo-Saxon Brown – Songs For Evolution

Modern Romance – Adventures In Clubland

The Truth – A Step In The Right Direction