Butcher Brown – Camden Session Butcher Brown – Camden Session
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Butcher Brown – Camden Session (Gearbox Records/Edel) Alleine und bereits der Umstand, dass auch das neue Album von Butcher Brown nach ihrem fulminanten, coolen... Butcher Brown – Camden Session

Butcher Brown – Camden Session (Gearbox Records/Edel)

Alleine und bereits der Umstand, dass auch das neue Album von Butcher Brown nach ihrem fulminanten, coolen „Live At Vagabond“ (der SOUL TRAIN berichtete – READ MORE) ein Live-Mitschnitt geworden ist, hebt die Band von der breiten Masse ab.

Dabei ist es erst einmal fast egal, was genau sich für Musik auf dem neuen Set befindet oder wie gut oder schlecht, inspirierend oder langweilig, erfinderisch oder plump diese auch ist, wobei, sind wir ehrlich, nach „Live At Vagabond“ klar sein dürfte, dass sich die Jungs aus Virginia stilistisch und qualitativ nicht ins Boxhorn jagen lassen.

SOUL TRAIN HOT TIP: Butcher Brown – Camden Session (Gearbox Records/Edel)

Corey Fonville (Drums), Andrew Randazzo (Bass), Morgan Burr (Gitarre), Marcus Tenney (Trompete) und DJ Harrison (Beatbastler) alias Butcher Brown machen aus dem neuen Longplayer „Camden Session“, selbstverständlich wie schon das letzte Set auch auf schwarzem Gold – Vinyl – erhältlich, eine echte Tugend und zeigen einen Spielspass und Spielfluss, der jenen des ersten Sets sogar noch übertrifft und sagenhaft coolen Flow in den Jazz, der nie zu unaufgeräumt aber stets achtsam in echter, pointierter Jazzkunst Zuhause ist, gibt – „Camden Session“ hat einen umwerfenden Charakter und rollt und rollt und rollt.

Finalisiert im Zelig Studio von niemand geringeren als SOUL TRAIN-„Dauergast“ Mark Ronson arbeitet das neue, fulminante Butcher Brown-Album mit retrospektiven Jazz- und letztlich Soul- und Funk-Idealen ebenso wie mit beiden Beinen auf dem Tanzboden der Tatsachen – „Camden Square“ ist so ein Song, der erschreckend nahe liegt am hinreißend retrospektiven Sound der großartigen Dick Morrissey/Jim Mullen-Kollaborationen (das „Cape Wrath“-Album-Meisterwerk lässt grüßen), aber eben auch am Street-R’n’B-Gefühl der coolsten Momente einer Mary J. Blige liegt, „918“ kommt gar in ehrfürchtiger Verneigung vor dem unvergessenen und unvergleichlichen Hugh Masekela daher – all das können Butcher Brown, die bereits mit ihrem letzten Set „Live At Vagabond“ die Herzen der SOUL TRAIN-Redaktion im Sturm erobert haben, nun mit der „Camden Session“ definitiv noch eine beachtliche Schüppe drauf gelegt haben (der SOUL TRAIN berichtete übrigens immer wieder über alle erwähnten).

STILL HOT: Butcher Brown – Live At Vagabond (Gearbox Records/Edel)

Waren es beim letzten Album noch „Grooves, Soul, Funk, die Siebziger Jahre, Bebop, Fusion, Rock, Blaxploitation, herrlich wilde, aber nie ausufernde Soli, New Age und seelig brummende Arrangements“, wie es so schön und treffend in der SOUL TRAIN-Besprechung hieß (READ MORE), ist es hier die etwas abgerundetere Neuerfindung jenes Sounds, dem hier die allzu scharfen Kanten und Krallen genommen wurden, um ein noch beseelteres, runder nach vorne klackerndes Gesamtbild abzuliefern, und das immerhin mit nur vier Albumtiteln (und damit eher dem Charakter einer EP denn dem eines abendfüllenden Albums entsprechend), welche tatsächlich wie ein einziger Song fließen und funktionieren – feiste Sache, dieses „Camden Session“ von Butcher Brown, und ein verdienter SOUL TRAIN HOT TIP!

© Dr. Chuck