Bernard Herrmann – Cape Fear (OST) Bernard Herrmann – Cape Fear (OST)
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Bernard Herrmann – Cape Fear (OST) (Reissue) (Soundtrack Factory/In-Akustik) Bernard Herrmann war 1962 eigentlich Stammkomponist für die dramatisch verhangenen Geigen eines Alfred Hitchcock, was... Bernard Herrmann – Cape Fear (OST)

Bernard Herrmann – Cape Fear (OST) (Reissue) (Soundtrack Factory/In-Akustik)

Bernard Herrmann war 1962 eigentlich Stammkomponist für die dramatisch verhangenen Geigen eines Alfred Hitchcock, was wohl auch mit ein Grund dafür sein dürfte, dass er in jenem Jahr einen der besten Soundtracks der Zeit ablieferte: „Cape Fear“, dem spannungsgeladenen Thriller von J. Lee Thompson mit einem wie immer aufrechten Gregory Peck und einem umwerfend bösen Robert Mitchum als Rachelüsterner Hauptprotagonist (der SOUL TRAIN berichtete immer wieder und in den unterschiedlichsten Zusammenhängen über alle genannten, besonderrs über Herrmann und seine akustischen Dramaturgien: READ MORE).

Runde drei Dekaden später wurde der geniale Streifen von Martin Scorsese mit Nick Nolte in der Rolle des Kleinstadtanwaltes Sam Bowden, im Original gespielt von Gregory Peck und einem erzbösen Robert De Niro in der Rolle des Bösewichts Max Cady mit großem Erfolg und ebenso großem Nachdruck aufgelegt – sogar die Original-Musik blieb, technisch überarbeitet, erhalten, denn atmosphärischer kann man die emotionale Zerrissenheit von Menschen wie jene von den Traum-Duos Peck/Mitchum bzw. Nolte/De Niro gespielten Charaktere nicht zeichnen.

Die Neuauflage der originalen „Cape Fear“-Filmmusik von Bernard Herrmann zeigt sieben der 14 konkreten Tonspuren lang ein spannungsgeladenes Wechselbad der Angst und der Emotionen und rührt auch fast 56 Jahre nach der Filmpremiere herrlich unangenehm auf: der „Cape Fear“-Soundtrack ist auch heute noch eine Musikgewordene Achterbahnfahrt der Angst und des emotionalen, seelischen Unwohlseins.

Zum intensiven, aber vollständigen Soundtrack zu „Cape Fear“ von 1962 addiert sich die Tonspur von „The Man In The Grey Flannel Suit“ („Der Mann Im grauen Flanell“) von 1956 von Regisseur Nunnally Johnson, ebenfalls komponiert und umgesetzt von Bernard Herrmann, und ebenfalls ausdrucksstark, aber in keinem direkt zu machenden Vergleich zur Intensität von „Cape Fear“ stehend.

Ein mitgeliefertes, 16-seitiges Booklet erklärt anhand einer Vielzahl an Fotos und Abbildungen und einem Klappentext von Arnold Jason noch einmal die Entstehungsgeschichte eines der beeindruckendsten Soundtracks der Nachkriegesgeschichte sowie den Grund dafür, warum sich J. Lee Thompsons „Cape Fear“ mit der brutal genialen Musik von Komponist und Dirigent Bernard Herrmann wie ein Alfred Hitchcock-Film anfühlt – spannender geht Film- und Filmmusikgeschichte kaum!

© Rüdiger Schmitz