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A.Spell – The Meaning Of Life A.Spell – The Meaning Of Life
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A.Spell – The Meaning Of Life (Everest Records/Godbrain/Broken Silence) Fast könnte man meinen, dass das A.Spell-Trio ihr neues Album „The Meaning Of Life“ der... A.Spell – The Meaning Of Life

A.Spell – The Meaning Of Life (Everest Records/Godbrain/Broken Silence)

Fast könnte man meinen, dass das A.Spell-Trio ihr neues Album „The Meaning Of Life“ der Philosophie elektronisch getriebener U-Musik gewidmet hat.

Gleichzeitig setzt hier eine edel wirkende Strahlkraft klassischem Vocal Jazz kristallklare Akzente und leitet die oft wummernden Bässe elegant durch einen roten Faden aus Melodien und Harmonien, denen bewusst ausreichend Flächen, aber auch Ecken und Kanten gegeben wurden, auf sehr eigenen Beinen zu stehen.

ST16_163_R_ASPELL_1405Dem europäisch-südafrikanischen A.Spell-Trio Nadja Stoller (Gesang), Jan Galega Brönnimann (Klarinette, Electronica…) und Ronan Skillen (Perkussion) liegt dabei hörbar auch an Themen wie Mystik und psychedelischem Sphärenaufbau und glänzt mit introvertierten Spannungsbögen und Soundbits, welche sich durchaus auch dazu eigen könnten, ein futuristische Hörspiel mit großem philosophischen Anspruch akustisch zu bebildern.

Die zehn Titel von „The Meaning Of Life“ arbeiten dabei immer auch mit dem Überraschungsmoment des Unerwarteten: Glaubt man sich im Aktionsradius von elektronischen Club-Grooves nach vorne zu wippen, wird der Spieß wie aus dem dunklen Nichts umgedreht und avantgardistische Instrumental- aber auch Sprachspiele setzen ein, den Sound und den Charakter des Albums in viele Lagen aufzuhebeln – vielschichtig, das.

All das begehen A.Spell mit großem Sanftmut und musikalischer Akkuratesse, deren Leitfaden neben den oft unterkühlten Electronica-Vibes und den Jazz-Akkorden die Gebirgsbachklare Stimme von Frontfrau Nadja Stoller ist, die ihren Songs durchaus auch mal Momente französischer Chansontauglichkeit und wahrhaft gelebtem Weltenbummlerdaseins gönnt.

A.Spell fabriziert mit „The Meaning Of Life“ ihren eigenen, erzindividuellen Klang- und vor allen Dingen Groovekosmos, der auf Vielschichtigkeit, grenzenlosen und tatsächlichen
Musikgenuss und die unwiderstehlichen Momente klarer aber unvorhersehbarer Musikmomente setzt – ein Album, wie es auch eine Björk (der SOUL TRAIN berichtete unzählige male) nicht hätte besser – schöner – machen können – faszinierend.

© Holger S. Jansen