Kylie Auldist – Hybrid
HOT TIPReview 27. März 2026 Michael Arens
Kylie Auldist – Hybrid (Kylie Auldist/Inner Tribe/H.A.W.K. Productions/Zenith Records)
Pseudomodern nennt Kylie Auldist, gern gesehener Gast im SOUL TRAIN @ soultrainonline.de (READ MORE), ihr neues, mittlerweile sechstes Solo-Studioalbum „Hybrid“, spricht dabei aber weniger auf Mobilitätstechnologien an als auf die spielerische Magie, gleich eine Handvoll Musikstilistische Subströmungen und produktionstechnische Raffinessen aus dem großen und großartigen Muttergenre Soul herauszuzaubern.
Sofort der Opener „One Time Offer” lässt das Herz aller retrospektiv ausgelegten Soul- und Boogie-Jünger mit schlagendem Rare Groove-Herz in stürmische Höhen schlagen und vermischt Sounds der legendären frühen Achtziger Jahre des letzten Jahrhunderts mit dahinwummerndem Funk und verspielter Jazzfunk-Ästhetik.

SOUL TRAIN HOPT TIP: Kylie Auldist – Hybrid (Kylie Auldist/Inner Tribe/H.A.W.K. Productions/Zenith Records)
Im weiteren sind es neben Kylie Auldist ganz wunderbarer, in sich ruhender, selbstbewusster, erdiger Stimme, welche bereits The Bamboos (READ MORE) aus ihrer Heimat Australien in unerreichte Höhen katapultiert hat, immer wieder eben jene Sounds, die hinreißend schöne Gänsehautmomente verursachen und bei jedem Song neu, egal ob Uptempo, Midtempo oder balladeskes Material, ein breites Grinsen auf das Gesicht all jener zeichnen wird, die in eben dieser Ära, den frühen Achtziger Jahren, ein Urknall-Jahrzehnt, unterwegs waren, ein Jahrzehnt übrigens, welches insbesondere durch seine wandelbaren Sounds und seine hinreisende Boogie-Brillanz lebte.
Das erinnert mal an Prince, an Yarbrough & Peoples, mal an die SOS Band und Change oder Alexander O’Neal, an Cheryl Lynn, Evelyn „Champagne“ King oder Starpoint, an Herbie Hancocks Soul-Phase, an The Time, D-Train, Dayton, Stephanie Mills, an die so genannten Street Sounds überhaupt oder eben fast alles, das sich seinerzeit Boogie-Überproduzenten Jimmy Jam und Terry Lewis (um nur einige ganz wenige einer schier unendlichen Liste zu erwähnen) auf die Fahnen geschrieben hatten – wahre Soul- und Boogie-Magie (der SOUL TRAIN berichtete unzählige male über alle genannten)!
Noch wehmütiger funktioniert das alles bei Balladen wie „Close To You“ (featuring Thindo – der SOUL TRAIN berichtete), das so auf den Punkt ist, dass einem die Verliebtheit und Melodie, Harmonie und sehnsüchtige Vocals und die eben richtigen Sounds in Personalunion schon fast ein Tränchen ins Gesicht zeichnet, ein Attribut, das auf alle zehn Titel des Über-Albums zutrifft (Vinyl-LP), entsprechend mitreißende Hooklines und Refrains und die unbedingt sehnsuchtsvolle Verwendung der Sounds der Ära inklusive – ganz wunderbar, das, und regelrecht Bezaubernd dazu…
Die Presseinfo spricht im stilistischen Kontext von Kylie Auldists „Hybrid“, produziert mit fester Hand von Warren Hunter (einmal mehr: der SOUL TRAIN berichtete) und erhältlich übrigens über die üblichen Digital-, Download- und Streaming-Portale sowie als magische Vinyl-Variante, von „Boogie-Funk“ und „Modern Soul“, was beides zum einen den retrospektiven Wiederhall als auch zweitens und sehr schön das Standing beschreibt, auf das sich das Album-Wunderwerk, bisher sicher eines der besten Kylie Auldist-Longplayer überhaupt, stützt, sodass mir an dieser Stelle gar keine Alternative bleibt als „Hybrid“ der bestens aufgelegten Kylie Auldist mit Nachdruck die SOUL TRAIN HOT TIP-Krone aufzusetzen – ein Album wie es nur alle paar Jahre erscheint!
© Michael Arens








