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Walter Wanderley – In-Akustik Reissues Walter Wanderley – In-Akustik Reissues
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Walter Wanderley E Portinho – Órgão Sax Sexy + Walter Wanderley – O Sucesso E‘ Samba Walter Wanderley – From Rio With Love –... Walter Wanderley – In-Akustik Reissues

Walter Wanderley E Portinho – Órgão Sax Sexy + Walter Wanderley – O Sucesso E‘ Samba

Walter Wanderley – From Rio With Love – The Swinging Sounds of the Sixties with Walter Wanderley + Neyde Fraga com Walter Wanderley – Balançando-E Seu Conjunto

(Reissues) (Aquarela do Brasil/In-Akustik)

In den Neunziger Jahren des letzten Jahrhunderts wurde sie plötzlich wiederentdeckt und in der Folge als Easy Listening wieder in den Fokus der breiten Masse gebracht: die erzharmonische, seichte, gerne vermeintlich kitschige und manchmal sogar unfreiwillig komische Seite des Jazz-, Bossa Nova- und Pop-Universums der Sechziger Jahre.

Viele Jahre war so der Begriff „Easy Listening“ eine Art Herzensentscheidung, war der Sound doch oft eng verquickt mit dem Gusto von B-Movies und der selbst gesuchten Heimat der Schnulze, des Schmalzes, des Kitsch, selbstverständlich stets ohne jede Wertung der musikalischen Urväter des Genres, welches eigentlich nur eines auf emotionaler Ebene war.

Walter Wanderley E Portinho – Órgão Sax Sexy + Walter Wanderley – O Sucesso E‘ Samba (Reissues) (Aquarela do Brasil/In-Akustik)

Eine der echten Ikonen jener Easy Listening-Bewegung war der Brasilianer Walter José Wanderley Mendonça, kurz Walter Wanderley, dessen Instrument, die Orgel, genauer gesagt die legendäre, noch heute über alle Massen verehrte Hammond B3-Orgel, prädestiniert war für jene Easy Listening-Bewegung, die er leider selbst nicht mehr miterlebt hat, ist Wanderley doch bereits 1986 im Alter von gerade mal 54 Jahren an einer Krebserkrankung gestorben.

Die Sixties waren also auch hier die Hoch-Zeit des Walter Wanderley, in welcher er ein Album nach dem anderen veröffentlichte (in seiner gesamten Karriere waren es 46, dem gigantischen Single-Welterfolg „Summer Samba“ inklusive), welches an der Oberfläche im Jazz-Genre firmierte, tatsächlich aber populäre Instrumentalmusik und folkloristische Elemente bediente, welche immer wieder auch ihren Weg in unzählige Film-Soundtracks fanden: Walter Wanderley ist sozusagen der beste Film-Atmosphäre-Soundtrackschaffer, den die Edgar Wallace-Filme nie hatten.

Walter Wanderley – From Rio With Love – The Swinging Sounds of the Sixties with Walter Wanderley + Neyde Fraga com Walter Wanderley – Balançando-E Seu Conjunto (Reissues) (Aquarela do Brasil/In-Akustik)

Das Aquarela do Brasil-Label und der deutsche Vertrieb In-Akustik nahmen sich nun dem Schaffen des Walter Wanderley an und veröffentlichen gleich zwei Reissue-Alben, welche nicht nur durch die fesselnde, prickelnde, Kopfkinoschürende, hinreißend kultige Musik, sondern einmal mehr auch durch das immense, mitgelieferte Infotainment (CD) mehr als begeistern.

Sowohl das Neuauflagen-Doppelpack „Órgão Sax Sexy + O Sucesso E‘ Samba“ (Walter Wanderley E Portinho + Walter Wanderley) als auch „From Rio With Love – The Swinging Sounds of the Sixties with Walter Wanderley + Balançando-E Seu Conjunto“ (Walter Wanderley bzw. Neyde Fraga com Walter Wanderley), jeweils auf einer CD inklusive diverser Bonus Tracks erhältlich, wissen inklusive ausführlichen Klappentexten (unter anderem von Alfredo Borba und Malcolm Hunt – der SOUL TRAIN berichtete) alles über die entsprechenden Alben und natürlich über Walter Wanderley und dessen Schaffen zu berichten und machen beide Reissue-Alben inklusive großartiger Optik und Haptik (in genau der Reihenfolge) und unzähligen Abbildungen und Fotos und biografischen und discografischen Querverweisen in ihren 28 („Órgão Sax Sexy + O Sucesso E‘ Samba“) bzw. 31 („From Rio With Love – The Swinging Sounds of the Sixties with Walter Wanderley + Neyde Fraga com Walter Wanderley – Balançando-E Seu Conjunto“) Titeln zu echten Hinguckern, Verzeihung, Hinhörern unter der wahren Flut an genialen und kongenialen Reissues aus dem Hause In-Akustik, die in keinem CD-Schrank, der sich auf die schiere Unterhaltungsmusik der Sechziger Jahre konzentriert, fehlen darf – herrlich, das.

© Lex