Roman Leykam – Ethereal Roman Leykam – Ethereal
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Roman Leykam – Ethereal (Frank Mark Arts) Es ist nicht das erste mal, dass wir im SOUL TRAIN über die auf esoterische Themen querverweisende... Roman Leykam – Ethereal

Roman Leykam – Ethereal (Frank Mark Arts)

Es ist nicht das erste mal, dass wir im SOUL TRAIN über die auf esoterische Themen querverweisende Musik von Soundtüftler Roman Leykam berichten (ST#77).

Böse Zungen werden auch vom neuen Album „Ethereal“ behaupten, dass es dem Samplen und den Sounds einer Nähmaschine gefährlich nahe kommt, doch es ist eben diese Polarisierung, die auch Musikkonzepte wie „Ethereal“ braucht, seine volle, individuelle Strahlkraft zu entfalten.

Von „Ruhe, Gelassenheit und Entschleunigung“ weiß die mitgelieferte Presseinfo zu berichten und meint dabei eigentlich eher die Tempi des immerhin 18 Titel langen Werkes, ist doch der Sound selbst oft auch ein aufwühlender, an einigen Stellen fast aufweckender mit Ecken, Kanten und bewusst eingestreuten Stolperfallen.

ST16_092_R_ROMANLEYKAM_2003Das ganz persönliche Kopfkino möchte Roman Leykam, der das Album selbst konzipiert und in eigenem Studio aufgenommen und produziert hat, mit den sphärischen Sounds zwischen klassischer Instrumentalmusik, Avantgarde und Ambient langsam aber mit gleichmäßigem Tritt ankurbeln, was durchweg gelingt, auch wenn, soviel Ehrlichkeit muss erlaubt sein, die musikalische Kost nicht immer wirklich leicht zu verdauen ist.

Momente, die durchaus auch Klangbilder mit Seitenhieben auf Blues, Jazz oder moderne Club-Sounds, unbedingt und stets aber die viel zitierte deutsche Vergangenheit experimenteller Instrumentalmusik ansprechen (Tangerine Dream lässt grüßen – einmal mehr: der SOUL TRAIN berichtete), füllen das eigenwillige, intensive „Ethereal“ an und fordern eindringlich, aber nicht unangenehm das wiederholte Hören als auch ein möglichst weit geöffnetes Ohr, um in den tatsächlichen Genuss von Roman Leykams „Ethereal“ zu kommen.

Eine auf die klangliche Stimmung des Albums durchaus abgestimmte Optik und Haptik inklusive einer atmosphärischen Fotostrecke im mitgelieferten Booklet gibt es obendrein.

© Gernoth Kleinlogel