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M.W. Lion – Major Healing M.W. Lion – Major Healing
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M.W. Lion – Major Healing (Herzog Records/Believe) Michael „White Lion“ Pahlich alias M.W. Lion ist ein Hamburger Drummer, der sein Debütalbum „Major Healing“ wie... M.W. Lion – Major Healing

M.W. Lion – Major Healing (Herzog Records/Believe)

Michael „White Lion“ Pahlich alias M.W. Lion ist ein Hamburger Drummer, der sein Debütalbum „Major Healing“ wie ein sauber durchstrukturiertes Konglomerat aus musikalischen Talenten versteht, ein Künstler-Pool, der hier mit jedem Song neu samt entsprechenden Gästen neue musikalische Duftnoten in Sachen Black Music-Kosmos hinterlässt – Soul II Soul, Incognito oder unzählige kreative Rap-Ikonen wie, an vorderster Inspirations-Front, Guru mit seinem unerreichten Jazzmatazz-Projekt lassen grüßen (der SOUL TRAIN @ soultrainonline.de berichtete viele male über alle genannten).

Dass Pahlich – M.W. Lion – eigentlich sogar aus dem Jazz kommt, hört man den zehn Songs seines Sets durchweg an, ist doch gerade an den feinen, ruhigen Passagen saubere Intonation und akkurat arrangiertes Instrumentarium eines der Werkzeuge, dass das überaus abwechslungsreiche Album prägt und bewegt.

Klassischer Soul und Funk, Spoken Word & Poetry, verschiedenste Facetten von Jazz und immer wieder, sozusagen als zarter roter Faden, die Attitüde von Hip Hop sind dabei die stilistische Essenz des neuen, ersten Longplayers von M.W. Lion, der von seiner Musik selbst sagt: „Ich möchte keine Töne spielen, die die Musik nicht braucht.“ – Recht so!

Die Gäste wie Mascha, Raptorous, Redchild, Yasmin K., DJ Suro, Stokely, Sista Oloruntoyin & Djamlia oder N’Gone (der SOUL TRAIN berichtete) sorgen dabei für die jeweils überaus stimmungsvolle, teils ganz wunderbare, seidene sowie nachhaltige stimmliche Begleitung, welche sich stets darum bemüht, den teils bewusst unaufgeräumten, analogen Charme des Materials mit Finesse zu vermitteln – der Grenzgang zwischen wunderbarem Soul und direktem Rap funktioniert hier gerade so, als wären die beiden schon immer eins.

Seinen Namen erhielt M.W. Lion übrigens auf Jamaika im Zuge einer Wanderung, was jedoch allenfalls gefühlstechnisch und gemeinsam mit dem Cover-Artwork des Sets auf Pahlichs biografische Querverweise auf das Reggae-Genre eine Rolle spielt, ist die Hauptzutat von „Major Healing“ von M.W. Lion doch klar die des klassisch und retrospektiv angelegten Soul und jene des jazzigen und intelligent aufgebauten Rap-Flows – cool.

„Major Healing“ von M.W. Lion, übrigens im Alleingang geschrieben und zusammen mit Christopher Noodt (ein letztes mal: der SOUL TRAIN berichtete) produziert, erscheint auch auf der Musik angemessen analogen, warmen Vinyl!

© Michael Arens