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Bobby Hebb – 50 Jahre „Sunny“ Bobby Hebb – 50 Jahre „Sunny“
Bobby Hebb – 50 Jahre „Sunny“ – „Trocadero presents: The Bobby Hebb Story – 1966-2016 – The 50th Anniversary Of Sunny“ Aktuelle Veröffentlichungen: Bobby... Bobby Hebb – 50 Jahre „Sunny“

Bobby Hebb – 50 Jahre „Sunny“ – „Trocadero presents: The Bobby Hebb Story – 1966-2016 – The 50th Anniversary Of Sunny“

Aktuelle Veröffentlichungen:
Bobby Hebb – Sunny (Single-Reissue)
Bobby Hebb – Sunny (Album-Reissue)
Bobby Hebb – That’s All I Wanna Know (Reissue)
Various – Trocadero presents: The Bobby Hebb Story – 1966-2016 – The 50th Anniversary Of Sunny
(alle: Trocadero/Indigo)

Es wird wohl kaum jemand nur entfernt Musik-Interessierten geben, der noch nie irgendeine Version, Variante oder künstlerisch sonst wie abgewandelte Interpretation von „Sunny“, dem legendären, einen ganz großen Hit von Soul-Sänger Bobby Hebb, gehört hat – in Deutschland dürfte besonders die Boney M.-Version von „Sunny“ noch heute in aller Ohr sein (der SOUL TRAIN berichtete immer wieder über Bobby Hebb als auch über Boney M.).

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Photo @ Harald Hoffmann

Robert Alvin Hebb wurde 1938 in Nashville, Tennessee, USA, noch heute Mekka für Country, Roots und Americana und damit eben auch dem Southern Soul und dem Soul überhaupt, dem Blues, dem Rhythm and Blues sowie dem Rock’n’Roll eng anliegend, geboren.

Nach frühen Anfängen erblickte „Sunny“, das in New York City unter dem produktionstechnischen Geschick von Jerry Ross (der SOUL TRAIN berichtete) aufgenommen wurde, 1966, zunächst als Album, dann als gleichnamige Single, ganz unprätentiös das Licht der Welt, Hebb tourte damals bereits mit niemand geringerem als den Beatles (der SOUL TRAIN berichtete).

Es erreichte in vielen Ländern des Planeten umgehend hohe Top 10-Platzierungen und entwickelte sich rasend schnell zu jenem legendären Ohrwurm, welches es heute ist; Bobby Hebb selbst pflegte diesen Hype um den Song in vollen Zügen, indem er zehn Jahre später eine entsprechende Disco-Version des Songs aufnahm und ihn selbst in seinem Spätwerk 2005 wiederbelebte, doch dazu später mehr.

Das dazugehörige, bereits erwähnte Album „Sunny“, im gleichen Jahr 1966 veröffentlicht, avancierte ebenfalls zum Hit, obgleich der ikonische Status der Single, der Dominanz des eigenen Albumtitels entsprechend, freilich alles überschrieb, und das übrigens und bereits unmittelbar ab dem originalen Veröffentlichungsdatum.

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Photo @ Harald Hoffmann

So ergab es sich schnell, dass durch die Jahrzehnte hindurch eine Unmenge an Künstlern, Musikern und Sängern jeglicher Couleur sich jenem „Sunny“ widmeten, wobei es vermutlich allzu oft um den extrem hohen Wiedererkennungswert und damit die Verkaufszahlen – den schnöden Mammon – als um den künstlerischen Anspruch ging und geht.

Unter diesen Namen finden sich beispielsweise Göttinnen und Götter des Soul-Genres wie die unvergessene Dusty Springfield oder wie Marvin Gaye, Stevie Wonder, James Brown, The Four Tops, War oder Wilson Pickett bis zu Jamiroquai, Johnny Mathis oder Paul Carrack, Pop-Superstars und Ikonen des Nachkriegs-American Songbooks wie Andy Williams, Ray Conniff, The Four Seasons, Herb Alpert & Tijuana Brass, Cher, Shirley Bassey, The Walker Brothers oder Über-Crooner Frank Sinatra bis zu Jazz-Legenden wie Ella Fitzgerald, Jimmy Smith, Wes Montgomery, Georgie Fame, Oscar Peterson, Stanley Jordan und sogar Rock’n’Roller Del Shannon und Pop-Erscheinungen „jüngerer“ Zeitrechnung wie etwa Exzentriker Nick Cave, Amy Winehouse-Mentor Mark Ronson, Latino-Superstar Luis Miguel (mit einer spanischen „Sunny“-Version) bis zu Hollywood-Ikone und Spaßsänger Robert Mitchum sowie „Mr. Spock“ Leonard Nimoy oder der singenden Herrentorte Helge Schneider, um nur eine sehr kleine Auswahl der Künstler und Bands zu benennen, die sich an eigenen Versionen von „Sunny“, Bobby Hebbs selbst geschriebenen, einen ganz großen und großartigen Song für die Ewigkeit, wagten – der SOUL TRAIN berichtete unzählige male über alle genannten.

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Bobby Hebb – Sunny (Single) (Trocadero/Indigo)

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Bobby Hebb – Sunny (Album-Reissue) (Trocadero/Indigo)

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Bobby Hebb – That’s All I Wanna Know (Album-Reissue) (Trocadero/Indigo)

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Various – Trocadero presents: The Bobby Hebb Story – 1966-2016 – The 50th Anniversary Of Sunny (Trocadero/Indigo)

Im Verlaufe der Sechziger und frühen Siebziger Jahre konnte Bobby Hebb unter eigenem Namen mit einigen weiteren, moderaten Hits wie „A Satisfied Mind“ (1966), „Love Me“ (1967) sowie seinen Kompositionen für andere Künstler wie etwa Lou Rawls („A Natural Man“ 1971 – der SOUL TRAIN berichtete) oder etwa „Love, Love, Love“ von 1972 zumindest künstlerisch überzeugen.

1970 erschien sein zweites Album „Love Games“, das, künstlerisch in voller Blüte und mit einem Bobby Hebb auf dem Zenith seines kreativen Schaffens, verkaufstechnisch hinter dem irrsinnigen Erfolg der „Sunny“-Single aber auch des Albums zurück blieb – es sollte ganze 35 Jahre lang sein einziges Album bleiben.

Erst 2005 erschien das in Deutschland produzierte „That’s All I Know“, welches Bobby Hebb als Urheber des legendären Welterfolgssingle „Sunny“ zurück auf die musikalische Landkarte brachte und ihn als das präsentierte, was er eigentlich und ursprünglich immer war: ein kreativer Kopf der weltumspannenden Soul-Welt, nachhaltig und authentisch, zwei Duette mit den Soul-Stimmen von Pat Appleton und Astrid North (einmal mehr: der SOUL TRAIN berichtete unzählige male über beide) inklusive.

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Photo @ Harald Hoffmann

Passend zum 50-jährigen Bestehen von Bobby Hebbs „Sunny“ (Album UND Single) bringt die Hamburger Plattenfirma Trocadero (Vertrieb: Indigo) nun gleich eine kleine Serie an Bobby Hebb-Material neu heraus: Da wäre zunächst mal die „Sunny“-Single selbst, aufgehübscht als limitierte Vinyl-Single und neu abgemischt, bestückt mit einem entsprechend hochwertigen Cover-Artwork; zum anderen das Original-Album „Sunny“ aus dem Jahre 1966, damals übrigens über das legendäre Philips-Label erschienen, als Deluxe Reissue als Digipack inklusive prall gefüllten Booklet voller üppigem Infotainment, selbstredend ebenfalls frisch vom Masterband restauriert und in einen neuen Sound gegossen.

Letzteres erscheint ganz dem Trend und der Geschichte von „Sunny“ entsprechend auch gleich auf schwarzem Gold – Vinyl (180 Gramm schwer) – und dürfte vor allen Dingen echten Fans des übrigens auch abseits der „Sunny“-Single sehr erdigen, glaubhaften, und durchweg gelungenen Albums zusagen.

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Bobby Hebb @ Philips… back in the days…

Eine entsprechende Kompilation mit dem abendfüllenden Titel „Trocadero presents: The Bobby Hebb Story – 1966-2016 – The 50th Anniversary Of Sunny“ präsentiert darüber hinaus den Über-Song, der maßgeblich die Geschichte und Geschicke  unzähliger Musikströmungen, von Soul und Rhythm and Blues über Jazz, Blues und Rock’n’Roll bis zu Rock, Pop und Cluborientierten Formaten beeinflusste, mit gleich 15 verschiedenen Versionen, darunter bisher gerade in Deutschland und Mitteleuropa eher wenig bekannten „Sunny“-Varianten von Trini Lopez, José Feliciano oder Herbie Mann (und wieder: der SOUL TRAIN berichtete über alle drei), und inklusive Liner Notes von SOUL TRAIN-„Dauergast“ Bill Dahl und einem einmal mehr prall gefüllten, Infotainment-veredelten Booklet und ebenfalls als 180 Gramm schwere Vinyl-Variante erhältlich.

Nicht zuletzt erscheint Bobby Hebbs 2005er-Longplayer „That’s All I Wanna Know“, sein drittes und letztes Studio-Album überhaupt, ebenfalls in neu abgemischtem Sound-Keid inklusive Liner Notes von Joe Viglione als CD-Digipack und, selbstredend, auf schwerem Vinyl – so soll’s sein.

Das Reissue-Gesamtprojekt wurde von Rüdiger Ladwig von Trocadero in Hamburg, der bereits im Jahre 2000 die zwei heute als legendär geltenden Kompilationsfolgen von „A Collection Of Various Interpretations Of Sunny“ inthronisierte und auch die Initialzündung hinter Hebbs 2005er „That’s All I Wanna Know“, das in Düsseldorf aufgenommen wurde, zu verantworten hatte, exklusiv initiiert und überwacht und schließlich von Chris von Rautenkranz im Hamburger Soundgarden Studio umgesetzt – bravo.

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Photo @ Harald Hoffmann

Das dazu passende Artwork stammt von Antje Schröder von Grace Helly Graphics in Hamburg, die es schaffte, selbst die Farbgebung auf die eklektische, ja magische Sogwirkung von Bobby Hebbs „Sunny“, das allgemein hin als fröhlicher Song, von Hebb selbst mittlerweile als genau das Gegenteil definiert, abzustimmen.

Bobby Hebb erlag 2010 in seiner Heimatstadt Nashville einem Krebsleiden. Sicher ist es auch dem neu aufgestellten Material von Trocadero Records aus Hamburg zu verdanken dass die Geschichte das Schaffen vor, während und nach jenem unvergänglichen „Sunny“ von Bobby Hebb auch weiterhin so gewürdigt wird, wie es das fraglos verdient. Oder um es mit den Worten von Bobby Hebb durch eine Zeile aus dem unverwüstlichen „Sunny“ selbst auf den viel zitierten Punkt zu bringen: „Sunny, thank you for the sunshine you gave“!

© Michael Arens

VERLOSUNG!

ST16_257_F_BOBBYHEBB-8_2007Der SOUL TRAIN verlost 3 Exemplare von Bobby Hebb – „That’s All I Wanna Know“ (Reissue) (CD)!

Einfach eine E-Mail mit dem Stichwort „Sunny“ an soul@(nospam)michaelarens.de – viel Glück!

Mehr Infos zu unseren Verlosungen gibt es hier: SOUL TRAIN-FAQ